Masterarbeit, 2024
172 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Changemanagement in Organisationen der Sozialwirtschaft
2.1. Ursachen für Wandel und Veränderungen in der Sozialwirtschaft
2.2. Adaption von Changemanagement Ansätzen in der Sozialwirtschaft
2.3. Grundsätze und Erfolgsfaktoren des Changemanagements
3. Professionelles Selbstverständnis in pädagogischen und sozialen Arbeitsfeldern
3.1. Standortbestimmung und Annäherung an den Begriff
3.1.1. Selbstbild, Selbstkonzept, Selbstverständnis und Identität
3.1.2. Beruf und Profession
3.2. Professionalität in der pädagogischen und sozialen Arbeit
3.2.1. Wissen und Kompetenz
3.2.2. Habitus und Identität
3.2.3. Haltung und Berufsethos
3.2.4. Berufliche Sozialisation und Rolle
4. Zwischenfazit: Changemanagement und professionelles Selbstverständnis
5. Methodologie und methodisches Vorgehen
5.1. Forschungsfrage und methodologische Ausrichtung
5.2. Forschungsfeld und Untersuchungsgegenstand
5.3. Grounded Theory
5.4. Datenerhebung und Theoretisches Sampling
5.5. Erhebungsverfahren und Methodenwahl
5.6. Ablauf der Datenerhebung
5.7. Datenerfassung und -aufbereitung
5.8. Qualitative Datenanalyse
5.8.1. Offenes Kodieren
5.8.2. Theoretische Memos
5.8.3. Axiales Kodieren
5.8.4. Selektives Kodieren
6. Ergebnisse
6.1. Schlüsselkategorie und Struktur der Ergebnisdarstellung
6.2. Ursächliche Bedingungen für den Umgang mit Veränderungen
6.2.1. Veränderungen beim Klientel
6.2.2. Veränderungen im Team
6.2.3. Veränderungen der äußeren Rahmenbedingungen
6.2.4. Veränderungen durch das Management
6.2.5. Veränderungen durch eigene Wechsel
6.3. Kontext für den Umgang mit Veränderungen
6.3.1. Charakteristika und Besonderheiten des Arbeitsfeldes
6.3.2. Generationenwechsel im Team
6.3.3. Ständige Veränderungsprozesse
6.4. Intervenierende Bedingungen für den Umgang mit Veränderungen
6.4.1. Das professionelle Selbstverständnis als Fixpunkt
6.4.2. Die persönliche Motivation als Motor
6.4.3. Fähigkeiten und Kompetenzen als Werkzeuge
6.4.4. Das Team als Ressource
6.5. Handlungsstrategien im Umgang mit Veränderungen
6.5.1. Reflexion und Auseinandersetzung mit Veränderungen
6.5.2. Abgleich und Bewertungen mit dem professionellen Selbstverständnis
6.5.3. Erwartungen an die Organisation
6.6. Konsequenzen aus dem Umgang mit Veränderungen
6.6.1. Reaktionen und Handlungen
6.6.2. Ablehnung von Veränderungsprozessen
6.6.3. Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen
6.6.4. Art des Umgangs mit Veränderungen
6.7. Die neue Theorie
7. Fazit, Diskussion und Ausblick
Ziel der Forschungsarbeit ist die Untersuchung der möglichen Wechselbeziehung zwischen dem professionellen Selbstverständnis von pädagogisch und sozial Arbeitenden und organisationalen Veränderungsprozessen in Unternehmen der Sozialwirtschaft, um daraus neue Erkenntnisse für ein erfolgreiches Changemanagement zu gewinnen.
Die Bedeutung des professionellen Selbstverständnisses von pädagogisch und sozial Arbeitenden für die Gestaltung organisationaler Veränderungsprozesse in Unternehmen der Sozialwirtschaft
Von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, hat sich die Sozialwirtschaft in Deutschland über die Jahre zu einer gesellschaftlich und volkswirtschaftlich bedeutenden Branche entwickelt, die nicht nur wichtige soziale Dienstleistungen erbringt, sondern gleichzeitig nennenswerte Umsätze erzielt und bundesweit eine große Anzahl an hauptamtlich Mitarbeitenden in ihren Einrichtungen und Diensten beschäftigt. Mit der zunehmenden Ökonomisierung der sozialen und pädagogischen Arbeit halten seit den 1990er Jahren aus anderen Branchen und Disziplinen übernommene Managementansätze Einzug in die überwiegend gemeinnützig und privat geführten Organisationen und Träger und führen zu einem verstärkten Aufkommen von betriebswirtschaftlich geprägtem Sozialmanagementdenken (Merchel, 2005). Die Organisationsentwicklung und das Changemanagement als elementare Leitungsaufgaben zur Gestaltung und Veränderung von Organisationen (Lauer, 2014) haben jedoch erst Anfang der 2000er Jahre an Aufmerksamkeit und Bedeutung in dieser Fachdiskussion gewonnen (Brinkmann, 2005; Merchel, 2005). Das ist insofern bemerkenswert, weil gerade die Sozialwirtschaft aufgrund ihrer besonderen Position im sog. ‚tertiären Sektor‘ von tiefgreifenden und strukturellen Veränderungen der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen betroffen ist (Grunwald, 2022; Kessl, 2013), die weitreichende organisationale Transformations- und Veränderungsprozesse erforderlich machen.
Parallel zu dem Prozess der Ökonomisierung der Sozialwirtschaft wird mit Blick auf die Hauptakteure sozialer Unternehmen und Organisationen, die in ihnen pädagogisch und sozial Tätigen, seit Mitte der 1980er Jahre eine breitgefächerte Professionalisierungs- und Akademisierungsdebatte in der Sozialarbeits- und Erziehungswissenschaft geführt, welche sich im Kern mit der Frage beschäftigt, was professionelles Handeln in diesen Berufsfeldern eigentlich ausmacht (Becker-Lenz et al., 2012, 2013; Fuchs-Rechlin, 2010). Neben den Aspekten des notwendigen disziplinären Wissens und der erforderlichen methodischen Kompetenzen (Becker-Lenz et al., 2013) beschäftigen sich Wissenschaft und Praxis unter verschiedenen Bezeichnungen und Ansätzen intensiv und z.T. kontrovers mit dem ‚professionellen Selbstverständnis‘ (Ebert, 2011; Fatke & Oelkers, 2014; Ruttert, 2020; Stamer-Brand, 2019) pädagogisch und sozial Arbeitender als ein wesentliches Merkmal von Professionalität.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende ökonomische Bedeutung der Sozialwirtschaft und die damit einhergehenden Veränderungsprozesse, die professionelles Handeln in diesem Sektor fordern.
2. Changemanagement in Organisationen der Sozialwirtschaft: Dieses Kapitel erörtert die Ursachen für den Wandel und die Notwendigkeit der Adaption von Management-Ansätzen auf die spezifischen Strukturen sozialwirtschaftlicher Unternehmen.
3. Professionelles Selbstverständnis in pädagogischen und sozialen Arbeitsfeldern: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Selbstbild, Professionalität, Habitus und Ethos, um das professionelle Handeln in der pädagogischen Arbeit einzuordnen.
4. Zwischenfazit: Changemanagement und professionelles Selbstverständnis: Zusammenfassung des theoretischen Spannungsfeldes zwischen ökonomischem Druck und der pädagogischen Fachlichkeit.
5. Methodologie und methodisches Vorgehen: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns auf Basis der Grounded Theory, inklusive der Vorgehensweise bei Expert*inneninterviews und der Datenauswertung.
6. Ergebnisse: Detaillierte Darstellung der gewonnenen Theorien und Schlüsselkategorien, die aufzeigen, wie pädagogisch Arbeitende auf Veränderungsdruck reagieren und welche Rolle dabei ihr Selbstverständnis spielt.
7. Fazit, Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der Forschungsfrage sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Sozialwirtschaft, Changemanagement, Organisationsentwicklung, Professionelles Selbstverständnis, Pädagogische Arbeit, Soziale Arbeit, Professionalität, Veränderungsprozesse, Grounded Theory, Haltung, Berufsethos, Arbeitsfeld, Fachkräfte, Unternehmensführung.
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem professionellen Selbstverständnis von pädagogisch und sozial Arbeitenden und den Veränderungsprozessen in Unternehmen der Sozialwirtschaft.
Die zentralen Felder sind Changemanagement-Theorien, die Professionalisierungsdebatte im Sozialwesen, die Entwicklung von Identität und Habitus sowie die praktische Handhabung von Wandel in Organisationen.
Die Forschungsfrage ist: Wie wirkt sich das professionelle Selbstverständnis von pädagogisch und sozial Arbeitenden auf organisationale Veränderungsprozesse in Unternehmen der Sozialwirtschaft aus?
Die Studie nutzt die qualitative Sozialforschung und folgt der Methodik der ‚Grounded Theory‘ nach Strauss, inklusive leitfadengestützter Experteninterviews.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zum Changemanagement und zur Professionalität erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse, wie Fachkräfte konkret mit betrieblichem Wandel umgehen und welche Ressourcen sie dabei nutzen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Sozialwirtschaft", "Professionelles Selbstverständnis", "Changemanagement", "Organisationsentwicklung" und "Reflexionsfähigkeit".
Dies bezieht sich auf die Erkenntnis der befragten Fachkräfte, dass ein starkes Team und ein interdisziplinärer Austausch Sicherheit und Rückhalt bieten, insbesondere bei der Bewältigung von Veränderungsprozessen.
Es fungiert als Orientierungshilfe in unsicheren Zeiten; ein starkes, reflektiertes Selbstbild hilft den Arbeitenden, komplexe Veränderungsanforderungen mit ihrer persönlichen Haltung abzugleichen und professionell handlungsfähig zu bleiben.
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