Bachelorarbeit, 2005
33 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitende Vorbemerkung
1.1. Themenfindung und Abgrenzung
1.2. Zentrale Ausgangsfrage und Hypothesenbildung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1. Definitionen zentraler Begriffe
2.1.1. Wahlen und Wahlkampf
2.1.2. Akteure: Politiker, Journalisten, Bürger
2.2. Politische Kommunikation und die Legitimationsfrage
2.3. Die Rolle der Medien im Zusammenwirken mit den politischen Akteuren: vier Beziehungsmodelle
2.3.1. Top-Down-Modell
2.3.2. Mediokratie-Modell
2.3.3. Bottom-Up-Modell
2.3.4. Biotop-Modell
2.4. Einflussmöglichkeiten der Akteure
2.4.1. Bedeutung der Medienlogik und Nachrichtenwerte für die Politik
2.4.2. Instrumentalisierung der Medien durch die Politik
3. Wahlkampfberichterstattung im deutschen Fernsehen – Überprüfung des Biotop-Modells
3.1. Bundestagswahlkampf 1998
3.1.1. Strategien, Themen und Organisation der im Bundestag vertretenen Parteien
3.1.2. Mediatisierung, Personalisierung und Entideologisierung der Politikvermittlung
3.1.3. Professionalisierung des Kommunikationsmanagements: Interessenvermittlung durch Massenmedien und Demoskopie
3.2. Bundestagswahlkampf 2002
3.2.1. Strategien, Themen und Organisation der im Bundestag vertretenen Parteien
3.2.2. Agenda-Setting der Politik: Personalisierung, Polarisierung und Privatisierung
3.2.3. TV-Duelle
3.2.4. Berichterstattung in den Fernsehnachrichten
3.2.5. Ungeplante Medienereignisse: die Flut und der Irak-Krieg
3.2.6. Inszenierungen: Medien-Events, Pseudo-Ereignisse
4. Zusammenfassendes Fazit
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht das wechselseitige Verhältnis zwischen Politik und Medien im Rahmen der Bundestagswahlkämpfe 1998 und 2002. Ziel ist es, anhand der Analyse der Fernsehberichterstattung und der Wahlkampfstrategien zu prüfen, ob sich die Annahme einer symbiotischen Abhängigkeit (Biotop-Modell) bewahrheitet, oder ob einseitige Abhängigkeitsverhältnisse dominieren.
3.2.6. Inszenierungen: Medien-Events, Pseudo-Ereignisse
Durch die Berichterstattung des Fernsehens werden viele Ereignisse zum öffentlichen Thema. Manche bestimmenden Themen im Wahlkampf, wie beispielsweise die TV-Duelle, werden dabei vom Fernsehen sogar selbst inszeniert. Insofern ist es in vielen Fällen das Leitmedium, das die Agenda der politischen Kommunikation in Wahlkämpfen bestimmt und zugleich zunehmend zu einer Unterhaltungsorientierung tendiert. Begriffe wie „Politainment“ oder „Entertainisierung“ der politischen Kommunikation drücken diese Entwicklung aus. Gleichzeitig aber wollen auch die politischen Akteure beim Agenda-Setting mitreden und studieren deshalb die Mechanismen des Mediensystems:
„Während in der Parteiendemokratie die Medien die Politik beobachten sollen, [...], beobachten in der Mediendemokratie die politischen Akteure das Mediensystem. So können sie lernen, was sie und wie sie sich präsentieren müssen, um auf der Medienbühne einen sicheren Platz zu gewinnen.“
Die Politik inszeniert medienwirksam Ereignisse und Events, auf denen sie entweder ihre Spitzenkandidaten präsentiert oder versucht, ihre politischen Botschaften publikumswirksam zu platzieren. Die Ergebnispräsentation der Hartz-Kommission im Berliner Dom, die 18-Prozent-Schuhsohlen von Guido-Westerwelle in der Polit-Talkshow „Christiansen“ und die fernsehgerechten Inszenierungen der Wahlparteitage sind nur einige Beispiele dafür. Außerdem schafften die Kampagnenmanager Pseudo-Ereignisse und Events, um Persönlichkeitsmerkmale der Kandidaten wie beispielsweise „Jugendlichkeit“ zu vermitteln. So wird die entsprechende Zielgruppe angesprochen und das Fernsehen erhält attraktive Bilder: Edmund Stoiber besucht eine Szenediskothek in Berlin, Fritz Kuhn von den Grünen sitz in einem Strandkorb Unter den Linden und der FDP-Kanzlerkandidat spielt demonstrativ Beachvolleyball auf einem Campingplatz.
1. Einleitende Vorbemerkung: Einführung in die Thematik der Politik-Medien-Verflechtung sowie Darlegung der Fragestellung und der methodischen Vorgehensweise anhand der Bundestagswahlkämpfe 1998 und 2002.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Definition grundlegender Begriffe und Vorstellung von vier Modellen, die das Zusammenspiel zwischen politischen Akteuren und Medien beschreiben, sowie Analyse von Einflussfaktoren wie Nachrichtenwerten.
3. Wahlkampfberichterstattung im deutschen Fernsehen – Überprüfung des Biotop-Modells: Empirische Untersuchung der beiden Wahlkämpfe unter Fokus auf Strategien, Mediatisierung und speziellen Ereignissen, um die Validität des Biotop-Modells zu prüfen.
4. Zusammenfassendes Fazit: Synthese der Ergebnisse, welche die zunehmende Professionalisierung und Anpassung der Politik an die Medienlogik hervorhebt und den Bedarf an weiterführender Forschung betont.
Politische Kommunikation, Bundestagswahlkampf, Medienlogik, Biotop-Modell, Mediatisierung, Personalisierung, Agenda-Setting, Fernsehen, Wahlkampfstrategien, Instrumentalisierung, Politainment, Mediokratie, Parteien, TV-Duelle, Öffentlichkeitsarbeit.
Die Arbeit analysiert das wechselseitige Verhältnis zwischen Politikern und Medien im deutschen Wahlkampf, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle des Fernsehens als Leitmedium liegt.
Die zentralen Felder sind die Strategien der Parteien, die Mediatisierung politischer Inhalte, die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements sowie die Macht von Inszenierungen und Pseudo-Ereignissen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, wer bei der Bestimmung der politischen Agenda in Wahlkämpfen tonangebend ist und ob das „Biotop-Modell“ einer wechselseitigen Abhängigkeit die tatsächlichen Gegebenheiten adäquat beschreibt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes sowie einer Auswertung empirischer Untersuchungen und Inhaltsanalysen zu den Bundestagswahlkämpfen 1998 und 2002.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Wahlkämpfen 1998 und 2002, unterteilt in Strategieanalysen, die Wirkung von TV-Duellen, Berichterstattungsmuster und die Rolle ungeplanter Ereignisse wie der Flutkatastrophe.
Politische Kommunikation, Mediatisierung, Biotop-Modell, Wahlkampfstrategien, Personalisierung und Agenda-Setting sind die prägenden Begriffe.
Die Analyse zeigt, dass das Biotop-Modell oft zutrifft, da beide Akteure voneinander profitieren; allerdings zeigen die Ergebnisse 2002 auch Momente, in denen Politik durch geschicktes Strategiemanagement gezielt die mediale Agenda beeinflussen kann.
Die TV-Duelle dienten primär als Instrumente der Personalisierung und wurden von den Medien selbst zu "Pseudo-Ereignissen" stilisiert, was die Aufmerksamkeit stark auf die Kanzlerkandidaten fokussierte.
Das Fernsehen wird aufgrund seiner hohen Reichweite, Glaubwürdigkeit beim Publikum und seiner Fähigkeit, komplexe Sachverhalte durch Visualisierung und Dramatisierung (Bilder) greifbar zu machen, als zentrales Medium verstanden.
Durch den Einsatz externer Agenturen und "Spin Doctors" wurde die politische Kommunikation professionalisiert, um Botschaften fernsehgerecht zu verpacken und die Berichterstattung im eigenen Interesse zu steuern.
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