Bachelorarbeit, 2024
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. methodische Anmerkungen
3. Materialistische Staatstheorie
3.1. Grundkonzepte materialistischer Analyse der kapitalistischen Produktion
3.2. Kapitalistische Staaten und ihre Vorgänger
3.2.1. Vor-kapitalistische Staatlichkeit in Europa
3.2.2. Instrumentelle Staatstheorie
3.2.3. Formtheorie des Staats
3.2.4. Hegemonietheorie des Staats
3.2.5. Ableitungstheorie des Staats
3.3. Zwischenfazit – ein materialistischer Staatsbegriff
4.0. Rassismus aus materialistischer Perspektive
4.1. Grundzüge eines materialistischen Rassismusbegriffs
4.2. Kolonialismus als Geburtsstunde des Rassismus
4.3. Kolonialismus als ursprüngliche Akkumulation
4.4. Rassismus im Wandel
5. Nationalstaaten im Kapitalismus
5.1. Nationalstaat und Kolonialismus
5.2. Ungleiche Hegemonie
5.3. Nationalstaatlichkeit und Rassismus
6. Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Nationalstaaten und der kapitalistischen Produktionsweise, um zu analysieren, wie diese Strukturen Rassismus und globale Ungleichheiten produzieren und aufrechterhalten. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle des Staates, der nicht als neutrale Instanz, sondern als funktionaler Bestandteil kapitalistischer Herrschaftsverhältnisse verstanden wird.
3.2.1. Vor-kapitalistische Staatlichkeit in Europa
Die im europäischen Kontext vorherrschende vorkapitalistische gesellschaftliche, politische und ökonomische Ordnung war der Feudalismus, in dem die herrschende Klasse die Aristokratie war, die sich aus dem Adel und dem Klerus zusammensetzte. Ihnen gegenüber stand der Rest der Bevölkerung, überwiegend Bäuerinnen, Bauern und andere in der Landwirtschaft tätige Menschen, die häufig in einem Verhältnis der Leibeigenschaft zu den regionalen Aristokrat*innen standen. Leibeigenschaft bedeutet in diesem Sinne die ökonomische, politische und soziale Unfreiheit der Unterdrückten zugunsten der herrschenden. Die Aristokrat*innen besaßen nicht nur die Ländereien und konnten dementsprechend das erwirtschaftete Mehrprodukt einbehalten, sondern konnten auch über Mobilität, Heirat, Arbeitsumfang und andere Aspekte des alltäglichen Lebens der für sie arbeitenden Menschen entscheiden. Die politische Macht, die Verfügung über die Staatsgewalt, sowie das generierte Mehrprodukt lagen gebündelt in der Hand der herrschenden Klasse. Der Prozess, aus dem zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert die Transformation der europäischen Gesellschaften verlief, war weder einheitlich noch monokausal und erlaubt keine umfassende Rekonstruktion. Es kann hier nicht der Frage nachgegangen werden, warum die feudalen Staaten Europas den bürgerlich-kapitalistischen Staaten wichen. Sowohl der Kolonialismus als auch die industrielle Revolution samt technischer Neuerungen, trugen ihren Teil dazu bei, dass die Produktivkräfte rasant anwuchsen und die Legitimationsgrundlagen der privilegierten Stellung der herrschenden Aristokratie immer prekärer wurden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Problem der globalen Ungleichheit ein und stellt die verknüpfende Forschungsfrage nach der Rolle von Nationalstaaten und kapitalistischer Produktion.
2. methodische Anmerkungen: Es wird der materialistische Analyseansatz erläutert, der zur Untersuchung der gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen herangezogen wird.
3. Materialistische Staatstheorie: Dieses Kapitel erarbeitet Grundlagen des historischen Materialismus und diskutiert verschiedene Instrumente der Staatstheorie, um ein geschlossenes Verständnis zu entwickeln.
4.0. Rassismus aus materialistischer Perspektive: Hier wird Rassismus nicht als individuelles Vorurteil, sondern als institutionalisierte globale Ordnungsinstanz analysiert, deren Ursprünge im Kolonialismus liegen.
5. Nationalstaaten im Kapitalismus: Dieses Kapitel verdeutlicht, wie Nationalstaaten als Vehikel fungieren, um kapitalistische Produktionsweisen global zu sichern und neokoloniale Abhängigkeiten zu stabilisieren.
6. Diskussion und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Stabilität rassistischer und kapitalistischer Strukturen innerhalb der modernen Nationalstaatlichkeit.
Materialismus, Staatstheorie, Kapitalismus, Rassismus, Kolonialismus, Nationalstaat, globale Ungleichheit, Produktivkräfte, Mehrprodukt, Hegemonie, Migrationskontrolle, neokoloniale Herrschaft, Ausbeutung, Lohnarbeit, Akkumulation.
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Nationalstaaten, kapitalistischer Ausbeutung und der Entstehung sowie Aufrechterhaltung von Rassismus im globalen Kontext.
Die Schwerpunkte liegen auf der materialistischen Staatstheorie, der historischen Verflechtung von Kolonialismus und Rassismus sowie der Funktion moderner Nationalstaaten als Sicherungsinstanzen kapitalistischer Weltordnung.
Das Ziel ist es, Rassismus als institutionalisiertes Herrschaftssystem zu entlarven, das eng mit den ökonomischen Notwendigkeiten kapitalistischer Produktion und nationalstaatlicher Organisation verbunden ist.
Die Arbeit nutzt den historischen Materialismus, um gesellschaftliche Phänomene nicht isoliert, sondern in ihrem historischen Entstehungszusammenhang und ihrer ökonomischen Bedingtheit zu betrachten.
Der Hauptteil analysiert theoretische Staatsgrundlagen, die historische Genese des Rassismus durch koloniale Ausbeutung und die heutige Rolle von Nationalstaaten bei der Segmentierung der globalen Arbeiter*innenklasse.
Wichtige Begriffe sind Materialismus, Mehrprodukt, koloniale Akkumulation, Hegemonie und doppelt freie Lohnarbeit.
Während feudale Herrschaft auf direkter Zwangsgewalt und Leibeigenschaft basierte, zeichnet sich der bürgerlich-kapitalistische Staat durch eine formelle rechtliche Gleichheit aus, die ökonomische Ausbeutungsverhältnisse über das Lohnarbeitsverhältnis verschleiert.
Es dient als Fallbeispiel für eine staatlich organisierte Migrationskontrolle, die rassistische Diskriminierung instrumentell einsetzt, um Arbeitskräfte in spezifischen prekären Positionen zu halten und soziale Kämpfe zu fragmentieren.
Dies bezieht sich auf den Zustand, dass Arbeiter*innen einerseits rechtlich frei (nicht leibeigen) sind, andererseits aber "frei" von Produktionsmitteln, was sie zwingt, ihre Arbeitskraft am Markt zu verkaufen.
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