Masterarbeit, 2023
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen und Konzepte
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Allgemeine Begriffsdifferenzierung
2.1.2 Schwäche vs. Störung
2.1.3 Psychiatrische Klassifikation der Lese-Rechtschreibstörung
2.2 Diagnostik
2.2.1 Vorschul- und Grundschulalter
2.2.2 Differenzialdiagnostik
2.2.3 Sekundarstufe
2.3 Ursachen
2.3.1 Neurobiologische Ursachen
2.3.2 Sprachliche Vorläuferkompetenzen
2.4 Therapiemöglichkeiten
2.4.1 Ambulante Therapie
2.4.2 (Teil-)Stationäre Therapie
2.4.3 Innerschulische Förderung
2.5 LRS-Erlass
3 Empirischer Teil
3.1 Forschungsfrage
3.2 Recherchevorgehen
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Empirische Arbeiten
3.3.2 Beschreibung der Studien
3.3.3 Für die Fragestellung relevante Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung
4.2 Methodenkritik
4.3 Schlussbetrachtung
Diese Masterarbeit zielt darauf ab, ein differenziertes Bild der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) zu zeichnen, wobei die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Folgen eine LRS für Betroffene ab der Sekundarstufe haben kann. Dabei werden sowohl die primären Herausforderungen der LRS als auch deren mögliche psychische und soziale Auswirkungen sowie die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen kritisch analysiert.
2.1.1 Allgemeine Begriffsdifferenzierung
Zwischen den Begriffen der Lese-Rechtschreibschwäche, -störung und -schwierigkeit, der Legasthenie sowie der Dyslexie herrschen Unsicherheiten, die im wissenschaftlichen Diskurs diskutiert werden. Diese lassen sich durch die unterschiedlichen Definitionen, synonymen Verwendungen und abgrenzenden Kriterien voneinander differenzieren. Gemeinsam haben die Begriffe, wie auch Scheerer-Neumann (2018) sowie Spinath und Brünken (2016) deutlich machen, erkennbare Schwierigkeiten der schriftsprachlichen Entwicklung. Die verschiedenen Begrifflichkeiten können mit der Vielzahl an Disziplinen begründet werden. Sowohl die Medizin, als auch die Psychologie und nicht zuletzt die Pädagogik setzen sich mit den Störungsbildern auseinander. Demzufolge werden verschiedene Aspekte aus den unterschiedlichen Fachbereichen betrachtet, wodurch die Entwicklungsstörung zwar ganzheitlich in den Blick genommen, jedoch insgesamt unterschiedliche Komponenten fokussiert werden. Zunächst sollen daher jene Begriffe voneinander abgegrenzt werden, wobei die dabei entstehenden Definitionen die Grundlage der vorliegenden Arbeit bilden.
Historisch betrachtet, wurde zunächst der Begriff der Legasthenie verwendet. Dieser kann auf die lateinischen Wörter legere (übers. „lesen“) und asthenie (übers. „Schwäche“) zurückgeführt und wörtlich mit der „Leseschwäche“ übersetzt werden. Den Begriff prägte Ranschburg im Jahr 1916 und deutete ihn nach durchgeführten und veröffentlichten Untersuchungen als ein Krankheitsbild. Durch die eingeführte Schulpflicht ab dem 19. Jahrhundert wurden die mangelnden schriftsprachlichen Kompetenzen vieler Kinder aufgedeckt. In diesem Zuge machte Ranschburg darauf aufmerksam, dass die Fähigkeit des Lesens nicht zwangsläufig mit der allgemeinen Intelligenz der Lernenden zusammenhängt. Für die Schüler*innen mit einer Diskrepanz zwischen den allgemeinen Leistungen und den mangelnden schriftsprachlichen Leistungen entwarf er daher den Begriff der Legasthenie. Zunächst setzte sich der medizinische, später jedoch auch der psychologische und der pädagogische Fachbereich mit dem Phänomen selbst, seinen Erscheinungen und den Ursachen auseinander. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass es sich um ein äußerst heterogenes Störungsbild handelt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der LRS im schulischen Kontext ein und begründet die Forschungsfrage, die sich mit den Folgen der LRS ab der Sekundarstufe befasst.
2 Begriffsbestimmungen und Konzepte: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, diagnostische Methoden, Ursachen und diverse Therapiemöglichkeiten sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie der LRS-Erlass erörtert.
3 Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt das methodische Recherchevorgehen in Datenbanken und präsentiert die Ergebnisse ausgewählter Studien zur LRS.
4 Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Aussagekraft der Ergebnisse kritisch und zieht eine Schlussbetrachtung zur Relevanz der frühzeitigen LRS-Förderung.
Lese-Rechtschreibstörung, LRS, Legasthenie, Sekundarstufe, Diagnostik, Lerntherapie, Schulerfolg, Bildungsniveau, phonologische Bewusstheit, Komorbidität, Nachteilsausgleich, psychische Auswirkungen, ADHS, Fördermaßnahmen, Schriftspracherwerb.
Die Arbeit befasst sich ganzheitlich mit der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) und deren Auswirkungen auf die betroffenen Lernenden während der Schulzeit in der Sekundarstufe.
Zu den Schwerpunkten zählen die begriffliche Einordnung, diagnostische Kriterien nach ICD-10, sowie eine umfassende Analyse von Therapiemöglichkeiten und Schulrecht im Raum NRW.
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, zu identifizieren, welche Folgen das Vorliegen einer LRS für Betroffene ab Beginn der Sekundarstufe im schulischen und weiteren Lebensalltag haben kann.
Für den empirischen Teil wurde eine Systematische Literaturrecherche in den Datenbanken FIS Bildung und PSYNDEX durchgeführt, um relevante Studien zu filtern und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Symptomatik, Diagnose und Therapie sowie einen empirischen Block, der Ergebnisse aus acht ausgewählten Studien gegenüberstellt.
Wichtige Fachbegriffe sind hier LRS, Diagnostik, Sekundarstufe, phonologische Bewusstheit, Komorbidität mit ADHS und der Nachteilsausgleich.
Die Autorin stellt fest, dass komorbide Störungen wie ADHS die kognitive Symptomatik (z.B. Arbeitsgedächtnis) signifikant beeinflussen können, was eine exakte Differenzierung der Ursachen für die Lernprobleme erschwert.
Kritisiert wird insbesondere, dass der Erlass keine medizinisch-diagnostische Abgrenzung zwischen einer LRS-Störung und allgemeinen Schwierigkeiten fordert und den Lehrkräften zu viel unbestimmten Ermessensspielraum lässt.
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