Forschungsarbeit, 2000
46 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitende Vorbemerkung
1.1 Themenfindung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Probleme, Vorgehen und Rechercheabläufe
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Die Rolle des Massenmediums Fernsehen im politischen Kommunikationsprozeß
2.1.1 Entwicklungstendenzen politischer Kommunikation
2.1.2 Politische Erfahrung als vermittelte Erfahrung
2.1.3 Zur Vermittelbarkeit des Politischen: Realitätsbegriff und Medienlogik des Fernsehens
2.1.4 Funktionen der Medienrealität
2.2 Politisierung oder Entpolitisierung in unterschiedlichen Medienformaten
2.2.1 Die Modifizierung der Videomalaise-Hypothese
2.2.2 Verändertes Nachrichten- und Informationsangebot seit Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland
2.2.3 Die Vermeidbarkeit des Politischen als Trend
2.2.4 Kurzer Exkurs zur Konvergenzhypothese
2.2.5 Phoenix - ein Sender gegen den Trend?
3 Phoenix – institutioneller Aspekt
3.1 Phoenix als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF
3.2 Organisation des Senders
3.3 Programmauftrag und Programmstruktur
4 Phoenix – Datenanalyse zur Rezeption
4.1 Darstellung und Interpretation der GfK-Zahlen zum Phoenix-Programm seit Erhebung
4.1.1 Zielgruppen, und besonders frequentierte Sendezeiten
4.1.2 Empfangbarkeit von Phoenix und die Entwicklung der Marktanteile
4.1.3 Entwicklung der Sendung „Phoenix/Schwerpunkt mit call-in“
4.2 Darstellung und Interpretation der GfK-Zahlen zum Konsum von Nachrichten und politischen Informationsprogrammen seit 1992
4.2.1 Einschaltquoten und Marktanteile der Nachrichten und Sendungen mit politischen Themen bei den fünf führenden Fernsehanstalten
4.2.2 Seh- und Sendedauer der Nachrichten und Sendungen mit politischen Themen bei den fünf führenden Fernsehanstalten
5 Zusammenfassung
6 Schlußbemerkung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Fernsehsender "Phoenix" und seine Rolle im politischen Kommunikationsprozess vor dem Hintergrund einer veränderten Medienlandschaft in Deutschland. Ziel ist es, zu analysieren, ob der Sender dem Trend zur Marginalisierung politischer Inhalte entgegenwirkt und welche empirischen Erkenntnisse sich über dessen Rezeption gewinnen lassen.
2.1.1 Entwicklungstendenzen politischer Kommunikation
Zum einen rückt in der Berichterstattung durch die Massenmedien –gerade im Fernsehen- die symbolische Politik immer mehr in den Vordergrund. Das heißt, die Darstellungspolitik, getragen zumeist von medienwirksamen Repräsentanten, drängt die Entscheidungspolitik immer weiter zurück. Politik wird heute zunehmend intensiver und perfekter symbolisch, öffentlich zelebriert. Komplexe Sachverhalte werden in sendefähigen 30-Sekunden-Statements für die Hauptnachrichtensendungen kompensiert, große Parteitage von Parteien werden mediengerecht inszeniert. Eine sich rasant entwickelnde Medienlandschaft führt in den Institutionen des politischen Tagesgeschäfts zum Ausbau der Öffentlichkeits- und PR-Apparate. Außerdem treten der Entscheidungs- und Darstellungszusammenhang immer weiter auseinander: Auf der Vorderbühne findet –bildlich formuliert- das politische Schauspiel als inszenierte Darstellung statt. Auf den Hinterbühnen werden die wirklichen Entscheidungsprozesse abgewickelt. Was den Journalisten noch durch ihre Beziehungen zu den Politikern als Gesamteindruck des Theaters offenbar bleibt, ist dem breiten Publikum bei weitem schon nicht mehr zugänglich. Drittens wird für den Rezipienten politischer Kommunikation, um im Bild zu bleiben, auf der Vorderbühne eine Distanz zwischen Berichterstattern und Politikern postuliert, die faktisch hinter der Bühne teilweise geradezu symbiotische Züge bekommen kann. Dem möglichst exklusiven Informationsinteresse der Journalisten steht das Publizitätsinteresse des Politikers gegenüber. Somit entsteht zwischen den beiden Akteuren eine Beziehung mit dem jeweiligen Ziel, das Verhältnis möglichst im eigenen Sinne zu instrumentalisieren. Für einseitig ausgerichtete, ressourcenschwache Medienrezipienten kann dies eine zunehmende Kluft zwischen politischem Wissen und Bewußtsein bedeuten. Auf diesen Umstand wird in Kapitel 2.2. weiter eingegangen.
1 Einleitende Vorbemerkung: Einführung in die Themenfindung, den Aufbau der Arbeit sowie die methodischen Herausforderungen bei der Recherche.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Untersuchung der Rolle des Fernsehens in der politischen Kommunikation sowie der Debatte um Politisierung versus Entpolitisierung durch verschiedene Formate.
3 Phoenix – institutioneller Aspekt: Vorstellung von Phoenix als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF sowie deren strukturelle Organisation und Programmauftrag.
4 Phoenix – Datenanalyse zur Rezeption: Empirische Analyse der Zuschauerzahlen, Marktanteile und des Konsumverhaltens in Bezug auf Phoenix und andere Nachrichtenformate.
5 Zusammenfassung: Synthese der theoretischen Ergebnisse und der empirischen Daten hinsichtlich der Entwicklung der Politikberichterstattung.
6 Schlußbemerkung und Ausblick: Kritische Reflexion der Arbeit und Identifikation von Ansatzpunkten für weiterführende Forschungsarbeiten.
Phoenix, Politikberichterstattung, Fernsehen, politischer Kommunikationsprozess, duales Rundfunksystem, Einschaltquoten, Marktanteile, Medienrealität, Videomalaise, Politische Beteiligung, Informationsgesellschaft, Dokumentationskanal, Programmstruktur, Medienwirkung, Politische Kommunikation.
Die Arbeit analysiert die Rolle des Ereignis- und Dokumentationskanals "Phoenix" im deutschen Mediensystem und setzt diese in Bezug zu wissenschaftlichen Theorien über politische Kommunikation.
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des dualen Rundfunksystems auf die Politikberichterstattung, die Frage der Politisierung durch Medien und die spezifische Programmgestaltung von Phoenix.
Es soll untersucht werden, ob der Sender Phoenix der Tendenz einer zunehmenden Marginalisierung politischer Inhalte in der Fernsehlandschaft entgegenwirkt.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Bezugsrahmen, der auf kommunikationswissenschaftlicher Literatur basiert, mit einer empirischen Auswertung von GfK-Zahlen zur Programmnutzung.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen politischer Kommunikation, die institutionellen Aspekte von Phoenix sowie eine umfassende Datenanalyse zur Rezeption politischer Informationsprogramme.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie "Politisierung", "Medienrealität", "Videomalaise-Hypothese", "Programmkonvergenz" und "politische Informationssendungen".
Phoenix nimmt als Spartenkanal eine Sonderrolle ein und wird als "Kultsender der Info-Elite" wahrgenommen, der Ereignisse in Echtzeit und ungefiltert zur Verfügung stellt.
Die Untersuchung deutet an, dass die direkte 1:1-Berichterstattung zu einer Beschleunigung politischer Entscheidungsprozesse führen kann, was nicht zwingend vorteilhaft ist.
Die Einschaltquoten sind insgesamt niedrig, zeigen aber Spitzen bei bedeutenden politischen Ereignissen, was auf eine spezifische, politisch interessierte Zielgruppe schließen lässt.
Nein, die empirische Überprüfung konnte keine generelle Programmkonvergenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Hinblick auf politische Inhalte bestätigen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

