Bachelorarbeit, 2024
45 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Methodisches Gerüst
2.1. Reisen im Mittelalter
2.1.1. Reisebedingungen im späten Mittelalter
2.1.2. Pilgerfahrt als besondere Reiseform
2.1.3. Jerusalem als Reiseziel mittelalterlicher Pilger*innen
2.2. Interkultureller Kontakt im Mittelalter
2.3. Narrativierung des Reisens
2.3.1. Der Reisebericht als literarische Gattung und historische Quelle
2.3.2. Erfahrungs- und Toposwissen
2.3.3. Alteritätskonstruktionen
3. Die Reiseberichte Bernhards und Konrads
3.1. Kritische Quellenanalyse
3.2. Darstellungen von Identität und Alterität
3.2.1. Darstellung der religiös ‚Fremden‘
3.2.2. Darstellung der christlichen ‚Fremden‘
3.2.3. Darstellung ‚fremder‘ Umwelt
3.2.4. Die eigene Identität
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Alterität und Identität von Pilger*innen im späten Mittelalter wahrgenommen, konstruiert und dargestellt wurden. Anhand einer vergleichenden Analyse der Reiseberichte von Bernhard von Breydenbach und Konrad Grünemberg wird der Frage nachgegangen, wie individuelle Motive, soziale Hintergründe und kulturelle Wissensbestände die Wahrnehmung von Fremdheit beeinflussten.
3.2.1. Darstellung der religiös ‚Fremden‘
Für christliche Pilger*innen war unzweifelhaft die Begegnung mit dem Islam und muslimischen Gläubigen eine der wesentlichsten Fremdheitserfahrungen während einer Pilgerfahrt nach Jerusalem. Auch Bernhard und Konrad nehmen diese Religion und deren Angehörige während ihrer Reisen wahr und widmen Textstellen ihrer Darstellung.
Bereits vor der Abfahrt äußert Bernhard Sorge vor der Gewalttätigkeit bei Begegnungen mit muslimischen Personen. Daher ist es für ihn unabdingbar, mit dem Reeder einen Vertrag abzuschließen, durch welchen dieser „sie beschützen und verteidigen [muss], damit sie nicht von den Heiden oder jemanden anderem um einen Kopf kürzer gemacht werden.“ Diese Erwartungshaltung sieht Bernhard bei ersten Aufeinandertreffen seiner Reisegruppe bestätigt, als einige Ruderer, die nicht auf die offizielle Erlaubnis von Land warten wollten, bei einem Ausflug von Einheimischen in Palästina heftig geschlagen werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der spätmittelalterlichen Reiseliteratur ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit sowie die Bedeutung der Reiseberichte als kulturelle Zeugnisse.
2. Methodisches Gerüst: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Reisewesens, Pilgerns und des Kulturkontakts im Mittelalter sowie die Systematisierung der untersuchten Quellengattungen erläutert.
3. Die Reiseberichte Bernhards und Konrads: Hier erfolgt die kritische quellenanalytische Betrachtung der beiden gewählten Berichte unter Berücksichtigung der unterschiedlichen persönlichen Hintergründe der Autoren sowie die Analyse ihrer Darstellungen von Identität und Alterität.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der vergleichenden Analyse zusammen und betont, dass die Wahrnehmung des Fremden maßgeblich durch die individuellen Intentionen und den sozialen Status der Reisenden mitgeprägt wurde.
Mittelalter, Pilgerreise, Reisebericht, Bernhard von Breydenbach, Konrad Grünemberg, Alterität, Identität, Interkultureller Kontakt, Jerusalem, Toposwissen, Erfahrungswissen, Kulturkontakt, Spätmittelalter, Christentum, Islam.
Die Bachelorarbeit analysiert die Pilgerberichte von Bernhard von Breydenbach und Konrad Grünemberg aus dem 15. Jahrhundert, um die Konstruktion und Darstellung von Identität und Fremdheit im spätmittelalterlichen Reisekontext zu untersuchen.
Die Arbeit fokussiert auf die Darstellung des Fremden (Alterität), die Rolle der eigenen christlichen Identität sowie auf die Bedeutung von traditionellem Wissen (Topoi) versus persönlicher Erfahrung im Kontext spätmittelalterlicher Pilgerfahrten.
Das Ziel ist es, durch einen vergleichenden historischen Ansatz herauszuarbeiten, wie sich die Wahrnehmung muslimisch geprägter Fremdheit sowie die Selbstidentifikation der Reisenden in Abhängigkeit von ihren jeweiligen persönlichen und sozialen Hintergründen unterschieden.
Es wird eine vergleichende Quellenanalyse durchgeführt, die die Berichte in ihren historischen und literarischen Kontext einbettet und dabei moderne Konzepte der Alteritäts- und Identitätskonstruktion auf das spätmittelalterliche Material anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des mittelalterlichen Reisewesens, eine biografische und quellenkritische Einordnung der beiden Autoren sowie eine detaillierte Analyse ihrer Darstellungen von religiösen und christlichen „Fremden“, der Umwelt und der eigenen Identität.
Wesentliche Begriffe sind Pilgerreise, Alterität, Identitätskonstruktion, Toposwissen, Interkultureller Kontakt und die spezifischen Autoren Bernhard von Breydenbach und Konrad Grünemberg.
Während Bernhard primär den religiösen Heilsgewinn und die Bewahrung christlicher Traditionen betonte, zeigte Konrad in seinem Bericht ein deutlich stärkeres Interesse an der persönlichen Erfahrung, am Kennenlernen des Fremden und an der detailreichen Dokumentation soziokultureller Beobachtungen.
Bernhards Werk diente nicht nur dem Bericht, sondern auch der politischen Agitation. Er nutzte seinen Text, um religiöse Identitätskonstruktionen zu schärfen und implizit Forderungen nach einem Kreuzzug und der Sicherung der christlichen Präsenz im Osten zu untermauern.
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