Masterarbeit, 2023
127 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1. Der Beutelsbacher Konsens
2.1.1.Die Entstehung und der Hintergrund
2.1.2.Die Grundprinzipien und Kerngedanken
2.1.2.1.Das Überwältigungsverbot
2.1.2.2.Das Kontroversitätsgebot und Sensibilität
2.1.2.3.Die Schüler*innenorientierung
2.1.3.Die Grenzen des Beutelsbacher Konsenses
2.1.4.Die Anwendungsbereiche und die Bedeutung für den Sozialkundeunterricht
2.2. Die kritische Bildungstheorie und kontroversitätsbasiertes Lernen
2.2.1.Der geschichtliche Hintergrund
2.2.2.Die Konzepte
2.2.3.Die Bedeutung für die Förderung von kritischem Denken und Urteilen
2.2.4.Die Verbindung zum Beutelsbacher Konsens
2.3. Die kontroversen politischen und gesellschaftlichen Debatten über den Ukraine-Krieg und deren Bedeutung für den Sozialkundeunterricht
2.3.1.Die politischen und gesellschaftlichen Debatten über den Ukraine-Krieg
2.3.2.Die Kontroversität und ihre Relevanz für den Sozialkundeunterricht
2.3.3.Die Herausforderungen und Chancen bei der Vermittlung im Unterricht
2.4. Die Anwendung des Beutelsbacher Konsenses im Sozialkundeunterricht am Beispiel des Ukraine-Krieges
2.4.1.Die Rolle der Lehrkraft im Sozialkundeunterricht
2.4.2.Die Methoden und Praktiken zur Umsetzung des Beutelsbacher Konsenses
2.4.3.Die Relevanz des Beutelsbacher Konsenses im Kontext des Ukraine-Krieges
2.4.4.Die Herausforderungen und Chancen bei der Anwendung im Unterricht
2.5. Die Zukunftsperspektiven des Beutelsbacher Konsenses
3. Empirischer Teil
3.1. Schlussfolgerungen aus dem Theorieteil
3.2.Die Forschungsfrage und Hypothesen
3.3.Das Forschungsdesign
3.3.1.Die Methodik
3.3.2.Die Konzipierung des Leitfadeninterviews
3.3.3.Die qualitative Inhaltsanalyse
3.4. Die Forschungsergebnisse
3.4.1.Die Kategorienhorizonte
3.4.2.Die Ergebnisse
3.5. Die Auswertung der Forschungsergebnisse
3.5.1.Hypothese H0.1/H1.1
3.5.2.Hypothese H0.2/H1.2
3.5.3.Hypothese H0.3/H1.3
3.5.4.Hypothese H0.4/H1.4
3.6. Schlussfolgerungen aus dem empirischen Teil
4. Schluss
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie Lehrkräfte im Sozialkundeunterricht das Kontroversitätsgebot des Beutelsbacher Konsenses einsetzen, um kritisches Denken und Urteilen beim Thema Russland-Ukraine-Krieg zu fördern, und analysiert die dabei auftretenden Herausforderungen und Chancen aus der Perspektive der Fachdidaktik und Lehrkräfte.
2.4.1. Die Rolle der Lehrkraft im Sozialkundeunterricht
In Deutschland findet sich eine große Übereinstimmung bei den grundlegenden Zielen des Sozialkundeunterrichts in der Schule. Solche Ziele sind beispielsweise: das Interesse an Politik zu wecken, die Voraussetzungen für eine selbstständige politische Analyse und Urteilsfähigkeit zu schaffen und eine Identifizierung mit den demokratischen Werten zu ermöglichen, welche unverzichtbare Grundlage menschenwürdigen Zusammenlebens sind (vgl. Ackermann et al. 2010: 11). Ob diese Ziele zu realisieren sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Jedoch maßgeblich von den betreffenden Lehrer*innen und davon, ob es ihnen gelingt, in einer reflektierten Weise, zusammenhängende Antworten auf zentrale Entscheidungsfragen zu geben (vgl. ebd.).
Trotz der allgemein übereinstimmenden Zielsetzung gilt bundesweit keine einheitliche Bezeichnung für das Schulfach der politischen Bildung: Gemeinschaftskunde, Sozialkunde, Politik und Wirtschaft sind verbreitete Ausdrücke in Deutschland. Die Planungsentscheidungen, die Lehrer*innen im Sozialkundeunterricht treffen müssen, liegen auf unterschiedlichen Ebenen und bedingen sich gegenseitig. In der Fachwissenschaft und Fachdidaktik besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass es ein fundamentales Lernziel der politischen Bildung ist, ein Verständnis für Politik zu bewirken und Schüler*innen die Einsicht in politische Zusammenhänge zu ermöglichen (vgl. Ackermann et al. 2010: 19). Welche Rolle die Lehrperson bei der Verwirklichung dieser Ziele einnimmt, wird im weiteren Verlauf geklärt. Die Realisierung der genannten Ziele setzt voraus, dass Lehrende selbst eine konkrete Vorstellung davon haben, was die Politik kennzeichnet. Es muss ein eigener Politikbegriff, der die prägenden Elemente des Politischen vereint, vorhanden sein (vgl. ebd.). Lehrer*innen benötigen einen Politikbegriff, der über den ihrer Schüler*innen hinausgeht und willkürliche Ausblendungen von politischen Wirklichkeiten vermeidet (vgl. ebd.). Der Politikbegriff sollte möglichst unverkürzt sein, die Vielzahl der Aspekte und Elemente der politischen Wirklichkeit zusammenhalten und integrieren, sie jedoch gleichzeitig auch strukturieren und systematisieren (vgl. ebd.: 21).
1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der politischen Bildung und des Beutelsbacher Konsenses in einer komplexen Welt und führt zur Forschungsfrage über den Sozialkundeunterricht zum Russland-Ukraine-Krieg hin.
2. Theorieteil: Erörtert die theoretischen Grundlagen des Beutelsbacher Konsenses, der kritischen Bildungstheorie sowie die Besonderheiten des kontroversen Ukraine-Krieges für den Unterricht.
3. Empirischer Teil: Präsentiert das Forschungsdesign, die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse und wertet die Experteninterviews mit Lehrkräften hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen aus.
4. Schluss: Fasst die Kernergebnisse zusammen, reflektiert die Paradoxie von Neutralität und Werthaltung und gibt Empfehlungen für die Lehrpraxis sowie künftige Forschung.
Beutelsbacher Konsens, Sozialkundeunterricht, Kontroversitätsgebot, Russland-Ukraine-Krieg, politische Bildung, Kritisches Denken, Urteilsbildung, Politische Mündigkeit, Lehrkraft, Indoktrinationsverbot, Fachdidaktik, Demokratiekompetenz, Werteorientierung, Medienerziehung, Qualitative Forschung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen der Anwendung des Beutelsbacher Konsenses im Politikunterricht, insbesondere im Hinblick auf das hochaktuelle und kontroverse Thema des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.
Im Zentrum stehen das Kontroversitätsgebot, das Überwältigungsverbot, die Schüler*innenorientierung, Möglichkeiten zur Förderung kritischen Denkens und Urteilens sowie die didaktische Bewältigung komplexer geopolitischer Debatten.
Die Forschungsfrage lautet, wie Lehrkräfte das Kontroversitätsgebot des Beutelsbacher Konsenses zur Förderung kritischen Denkens und Urteilens beim Thema Ukraine-Krieg einsetzen und welche Herausforderungen und Chancen sich hierbei ergeben.
Es wird eine qualitative Forschungsmethode angewandt. Konkret wurden Leitfadeninterviews mit vier Sozialkundelehrkräften an Gymnasien durchgeführt und mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil (Grundlagen des Beutelsbacher Konsenses und kritische Bildungstheorie) sowie einen empirischen Teil, in dem Hypothesen zur Umsetzung dieser Prinzipien im Unterricht aufgestellt und geprüft werden.
Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Beutelsbacher Konsens, Kontroversitätsgebot, politische Bildung, Ukraine-Krieg, Kritische Urteilsbildung und Lehrerprofessionalität definieren.
Die Arbeit verdeutlicht, dass absolute Neutralität in der politischen Bildung kaum möglich und auch nicht zielführend ist; es gilt, bei der Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gegenüber antidemokratischen Ansichten zwar Haltung zu zeigen, den Schülern aber dennoch Raum für eigene Urteilsbildung zu lassen.
Die Studie identifiziert die Medienkompetenz der Schüler*innen als kritischen Bereich, in dem Lehrkräfte Schwierigkeiten bei der Unterstützung haben, da die Fachdidaktik hierfür bisher keine hinreichenden spezifischen Konzepte bereithält.
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