Masterarbeit, 2022
56 Seiten, Note: 5.85 (schweiz)
2 Einleitung
3 Kleingruppenunterricht Bregenz – eine Videostudie
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Gruppe I
3.3 Gruppe II
3.4 Gruppendynamik
3.4.1 Gruppe I
3.4.2 Gruppe II
4 JeKits
5 Lernverhalten in der Gruppe
5.1 Differenziert Lehren
5.1.1 Ausschliesslicher Plenumsbezug
5.1.2 Sequenzieller Einzelunterricht
5.1.3 Wechsel zwischen Plenum und Einzelbetreuung
5.1.4 Binnendifferenzierung
5.2 Sozialformen und deren Anwendungsmöglichkeiten
5.3 Kooperatives Lernen
5.4 Leistungsbereitschaft
5.4.1 Matthäus-Effekt
5.5 Lernen durch Fehler
5.5.1 Verschärfung der Fehlersituation
6 Leistung und Leistungsdifferenz
6.1 Didaktisch-methodischer Umgang mit Heterogenität
6.2 Leistungsbewertung
6.3 Leistungsbezogene Exposition
6.3.1 Individuelle Adressierung
6.3.2 Einfordern individueller Adressierung
6.3.3 Exposition der Leistungsdifferenz
6.3.4 Varianten der Isolierung
7 Methodik im instrumentalen Gruppenunterricht
7.1 Zielführung
7.2 Individuell Fördern
7.3 Stundenplanung
7.3.1 «Learning by Doing»
7.3.2 Ohne Worte
7.3.3 Ohne Instrument
7.3.4 Ohne Noten
7.3.5 Unterrichtsplanung und Dramaturgie
8 Unterrichtsinhalte – gesammelte Ideen
8.1 Gehörbildung
8.1.1 Lange und kurze Töne
8.1.2 Tondauer und Klangvorstellung
8.1.3 Tonleiter
8.1.4 Ton-Band
8.1.5 Intervalle
8.1.6 Intervalle würfeln
8.1.7 Ich packe meinen Koffer
8.1.8 Lautstärke
8.1.9 Tonschlange
8.2 Rhythmus
8.2.1 Körper und Rhythmus
8.2.2 Varianten der Bewegungsarten
8.2.3 Tempo
8.2.4 Rhythmuswörter
8.3 Improvisation
8.3.1 Geräuschpartitur
8.3.2 Nachspielen
8.3.3 Gefühle ausdrücken
8.3.4 Schlangenbeschwörung
8.4 Körper und Atmung
8.4.1 Rücken an Rücken
8.4.2 Sterne einsammeln
8.4.3 Fliegender Ball
8.4.4 Ballrennen
9 Prozesse im Kleingruppenunterricht Bregenz - Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen von Leistungsdifferenzen im instrumentalen Gruppenunterricht in niveaugemischten Gruppen. Der Fokus liegt dabei auf der Beobachtung von Gruppendynamiken und Lernprozessen anhand einer empirischen Videostudie sowie der Ableitung von didaktisch-methodischen Ansätzen zur bestmöglichen Förderung heterogener Gruppen.
5.1.1 Ausschliesslicher Plenumsbezug
Alles wird in der Gruppe gemacht, gespielt, besprochen, kritisiert und gelernt. Die Lehrperson wendet sich mit Anweisungen oder Feedback ausschliesslich an die gesamte Gruppe. (Kranefeld 2016)
Beispiel I
Lehrperson (LP): Das machen wir gleich nochmal. Mögt ihr noch […]?
Jana: Ok, wir machen G
Miriam: Ok
LP: Eins – zwei – drei - vier
Zusammen [spielen], Nadine [spricht die Notennamen]
LP: Super. Die Miriam ist sehr sehr gut mit dem Rhythmus. [zu Jana] Du hinkst ein bisschen hinterher
Jana: Ja ^^’
LP: Merkst du das?
Jana: Ja.
LP: Sind wir dir zu schnell?
Jana: Ja.
LP: Sollen wir ein bisschen langsamer?
Jana: M-hm
LP: Machen wirs ein kleines bisschen langsamer. Eins – zwei – drei - vier
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung der Heterogenität in Instrumentalgruppen und stellt das Ziel der Arbeit, den Umgang mit Leistungsdifferenz zur Stärkung der Motivation, dar.
Kleingruppenunterricht Bregenz – eine Videostudie: Dieses Kapitel stellt die Rahmenbedingungen und die untersuchten Gruppen der Videostudie vor, die im Herbst 2021 an einer Musikschule durchgeführt wurde.
JeKits: Hier wird das JeKits-Programm als Beispiel für ein Musikschul-Kooperationsprojekt mit Grundschulen und dessen pädagogischer Grundhaltung beschrieben.
Lernverhalten in der Gruppe: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Inszenierungsmuster, Sozialformen und Lernstrategien wie differenziertes Lehren, kooperatives Lernen und den Umgang mit dem Matthäus-Effekt.
Leistung und Leistungsdifferenz: Hier werden didaktische Strategien im Umgang mit Heterogenität sowie Kriterien der Leistungsbewertung und die Prozesse der expositionellen Markierung von Leistungsunterschieden analysiert.
Methodik im instrumentalen Gruppenunterricht: Dieses Kapitel bietet Ansätze für die Zielführung, individuelle Förderung und die konkrete Stundenplanung basierend auf Prinzipien wie „Learning by Doing“.
Unterrichtsinhalte – gesammelte Ideen: Hier werden praktische Musikübungs-Ideen für Gehörbildung, Rhythmik, Improvisation und Körperarbeit vorgestellt, die sich für den heterogenen Gruppenunterricht eignen.
Prozesse im Kleingruppenunterricht Bregenz - Fazit: Das Fazit fasst die Beobachtungen aus der Videostudie zusammen und reflektiert die Einflüsse von Motivation und Leistungsbereitschaft auf den individuellen Lernfortschritt.
Instrumentaler Gruppenunterricht, Heterogenität, Leistungsdifferenz, Gruppendynamik, Musikpädagogik, Binnendifferenzierung, Videostudie, Individuelle Förderung, Leistungsmotivation, Sozialformen, Matthäus-Effekt, Fehlerkultur, Leistungsbewertung, JeKits, Instrumentalspiel
Die Arbeit untersucht, wie Leistungsunterschiede in instrumentalen Gruppen so gehandhabt werden können, dass sie nicht zur Demotivation führen, sondern als Chance für gemeinsames Lernen und individuelles Vorankommen dienen.
Die Arbeit fokussiert auf Gruppendynamik, verschiedene Lehrmethoden (Plenum vs. Einzelbetreuung), den Einfluss von sozialem Vergleich (Matthäus-Effekt) sowie die praktische Gestaltung von Unterrichtseinheiten in heterogenen Gruppen.
Ziel ist es zu ergründen, wie im instrumentalen Gruppenunterricht trotz unterschiedlicher Voraussetzungen ein sinnerfüllter, motivierender Lernprozess gestaltet werden kann, der Schüler voneinander und miteinander lernen lässt.
Die Autorin nutzt eine qualitative Videostudie, um reale Unterrichtsprozesse in Kleingruppen eines Kooperationsprojekts zwischen Musikschule und Volksschule zu analysieren und mit musikpädagogischer Theorie zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Reflexionen zu Differenzierung und Sozialformen, die Analyse von Leistungsexposition (das Sichtbarmachen von Unterschieden) sowie eine umfangreiche Sammlung praxiserprobter Unterrichtsideen für den Flötenunterricht.
Es handelt sich um eine praxisnahe musikpädagogische Abschlussarbeit im Bereich Instrumentalvermittlung, die sich an Lehrkräfte richtet, die in heterogenen Kleingruppen unterrichten.
Die Arbeit zeigt Ansätze wie den Rollentausch (Schüler übernehmen Assistenzaufgaben) oder die Zuweisung von Extraaufgaben in der Binnendifferenzierung, um Unterforderung zu vermeiden und das soziale Gefüge zu stärken.
Die Autorin beobachtet, dass leistungsstärkere Schüler oft profitieren und Fortschritte machen, während leistungsschwächere Schüler bei zu grosser Differenz zur Resignation neigen, wenn der Leistungsabstand innerhalb der Gruppe zu gross wird.
Die Arbeit unterstreicht, dass eine positive Fehlerkultur – etwa durch das gemeinsame Beobachten und Vergleichen statt durch blosse Korrektur – das Lernen voneinander fördert und die Kompetenz aller Gruppenmitglieder steigert.
Die Pandemie unterbrach die Videostudie, ermöglichte jedoch eine Beobachtung der Auswirkungen von längeren Unterrichtspausen: Insbesondere motivierte Schüler, die Einzelunterrichtsangebote annahmen, vergrösserten den Leistungsabstand zu Mitschülern deutlich.
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