Diplomarbeit, 2023
46 Seiten, Note: sehr gut
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Erwartungen
3.1 Ziele und Erwartungen an die Musik
3.2 Die Entscheidung zum Instrumentalspiel
4 Grenzen und Lernwiderstände
4.1 Einschränkungen und Ursachen
4.2 Herausforderungen
5 Die Rolle der Leistung
6 Musikalisches Lernen
6.1 Lernverhalten
6.2 Musikalisches Lernen in der Lebensspanne
6.3 Üben als Erwachsener
6.4 Zeit zum Üben
6.5 Herausforderungen
6.6 Anforderungen musikpädagogischer Arbeit mit Erwachsenen
7 Unterrichtsformen und Rahmenbedingungen
7.1 Planung und Durchführung des Unterrichts mit Erwachsenen
7.2 Methoden und Inhalte
8 Laura
9 Erfahrungen mit Anfängern im Instrumentalunterricht – Interviews
10 Fazit
Die Arbeit untersucht die spezifischen Voraussetzungen, Motivationen und Herausforderungen erwachsener Anfänger im Instrumentalunterricht, um daraus didaktische Ansätze abzuleiten, die über die klassische, auf Kinder ausgerichtete Methodik hinausgehen.
6.2 Musikalisches Lernen in der Lebensspanne
«Der Begriff musikalisches Lernen in der Lebensspanne beschreibt eine Perspektive auf einen vom Subjekt intentional gesteuerten Lernvorgang, bei dem musikalische und musikbezogene Erfahrungen, die sich im Laufe eines ganzen Lebens im Subjekt ansammeln, in bestimmten Situationen wieder ans Tageslicht kommen. Damit erhalten sowohl die Situation, die das Subjekt einen neuen Lernvorgang initiieren lässt, als auch die Zeit, in der eine musikalische oder musikbezogene Erfahrung ‘brach’ und unverarbeitet in einem Subjekt liegt, für das Lernen eine Bedeutung. Ausserdem ist der Begriff musikalisches Lernen in der Lebensspanne weder funktional auf ein bestimmtes Lernziel hin ausgerichtet, noch an eine auf eine bestimmte Institution begrenzte Sichtweise gebunden.»17
Lernen ist immer in einen allgemeinen Lebenszusammenhang eingebettet. Dabei spielt die Lernbiografie eine tragende Rolle, in der neues Wissen mit bereits vorhandenem Wissen verglichen, ausgewählt und eventuell uminterpretiert wird. Je älter der Mensch, umso stärker resultiert Wissen aus früherem Wissen. Somit ist das Erwachsenenlernen vor allem ein Anschlusslernen, aufgrund dessen die Lernunterschiede mit dem Alter stark zunehmen können. Es ist der Prozess, Neues in das Kontinuum der persönlichen Erfahrungen zu integrieren. Dabei ist es wichtig für die erwachsene Instrumentaldidaktik den Lernenden als Partner zu betrachten, der in seinem Lernprozess begleitet werden möchte. Musikalisches Lernen findet auf Umwegen statt, enthält unterschiedliche Phasen der Intensität und ist nicht immer zielgerichtet. Zudem muss dieser Prozess des Lernens als Eigenleistung des Individuums verstanden werden. Der erwachsene Lernende benötigt professionelle Unterstützung bei vielen Entscheidungen im laufenden Lernprozess. Der Lehrende ist, entgegengesetzt zu seinem traditionellen pädagogischen Selbstbild, somit weniger ein Vermittler von Wissen als vielmehr ein Lernberater oder -begleiter. Es ist letzten Endes eine Beziehung zwischen zwei Erwachsenen im instrumentalen Lernprozess, bei dem es nicht mehr, wie bei Kindern oder Jugendlichen, um Erziehung geht.
1 Vorwort: Einleitung in die Diplomarbeit und Begründung der Relevanz musikalischen Unterrichts für eine alternde Gesellschaft.
2 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zum Instrumentalunterricht mit erwachsenen Neuanfängern und Erläuterung der Interview-Methodik.
3 Erwartungen: Analyse der intrinsischen Motivation Erwachsener und der Diskrepanz zwischen ihren Zielen und den traditionellen Unterrichtsstrukturen.
4 Grenzen und Lernwiderstände: Auseinandersetzung mit psychologischen und physischen Hindernissen, die das Lernen im Erwachsenenalter beeinflussen können.
5 Die Rolle der Leistung: Untersuchung der Bedeutung von Leistungsdruck und der Notwendigkeit, sich beim Lernen an persönlichen Zielen statt an externen Maßstäben zu orientieren.
6 Musikalisches Lernen: Diskussion des Lernverhaltens, der Lebensspanne-Perspektive und der spezifischen Anforderungen an die Rolle des Lehrenden als Berater.
7 Unterrichtsformen und Rahmenbedingungen: Analyse der organisatorischen Aspekte, der Planung von Unterrichtseinheiten und der Notwendigkeit für Flexibilität.
8 Laura: Einzelfallstudie einer erwachsenen Querflötenschülerin, welche die theoretischen Erkenntnisse praktisch illustriert.
9 Erfahrungen mit Anfängern im Instrumentalunterricht – Interviews: Präsentation und Auswertung von Experteninterviews mit Lehrpersonen zu Methoden und Praxiserfahrungen.
10 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse und didaktische Empfehlungen für den Unterricht von Erwachsenen.
Erwachsenenbildung, Instrumentalunterricht, Musikalische Früherziehung, Lernbiografie, Intrinsische Motivation, Didaktik, Lebenslanges Lernen, Musikpädagogik, Schüler-Lehrer-Beziehung, Neuanfänger, Musikalisches Lernen, Selbstverwirklichung, Übestrategien, Unterrichtsmethoden
Die Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Anforderungen und Rahmenbedingungen beim Unterrichten von Erwachsenen im instrumentalen Anfängerunterricht.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur Kinder- und Jugendpädagogik, die Erforschung von Motivation, die Bedeutung biographischer Einflüsse sowie die Rolle des Lehrenden als Begleiter.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für erwachsene Neuanfänger zu entwickeln, um didaktische Ansätze zu finden, die den individuellen Lebenszusammenhängen dieses Klientels gerecht werden.
Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit existierender Fachliteratur basiert die Arbeit auf einer qualitativen Erhebung, in Form von Interviews mit praktizierenden Instrumentallehrpersonen aus der Schweiz.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Erwachsenenpädagogik sowie in die praktische Auswertung von Interviews bezüglich Unterrichtsmethoden, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.
Wichtige Begriffe sind Erwachsenenbildung, Instrumentaldidaktik, Lebenslanges Lernen, intrinsische Motivation und die biographisch bedingte Lernbiografie des Schülers.
Die Fallstudie von Laura dient dazu, die theoretischen Erkenntnisse anhand eines realen Praxisbeispiels zu veranschaulichen und die spezifische Schüler-Lehrer-Interaktion bei Erwachsenen zu dokumentieren.
Der Unterricht muss stärker an der individuellen Biografie und den Zielen des Erwachsenen ausgerichtet sein, wobei die Kommunikation auf Augenhöhe eine zentralere Rolle spielt als die Erziehungskomponente in der Kinderpädagogik.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

