Wissenschaftliche Studie, 2010
43 Seiten, Note: 1,3
I. Vorwort
1) Entstehungsgeschichte der Meistersinger
2) Problematik
II. Das Kunstverständnis Richard Wagners
1) Wagners kultureller Hintergrund
2) Wagners künstlerischer Werdegang
3) Wagners künstlerische Dogmatik
4) Wagner und das „ewig Weibliche“
5) Kunst als Religionsersatz
6) Klassik vs. Moderne – Melodie vs. Klang
7) Die „unendliche Melodie“ und Wagners Leitmotive
8) Sprache, Musik und Zeichen im allgemeinen
9) Der „Wagnercode“
III. Eduard Hanslick und das Musikalisch-Schöne
1) Annahmen und Irrtümer
2) Der Hanslick-Komplex
3) Eduard Hanslicks Maximen und (Selbst-)Reflexionen
IV. Eduard Hanslick und Richard Wagner als Figuren in den Meistersingern
1) Musikalische Erkennungszeichen
2) Musikalische Schlachtfelder
a. In der Singschule
b. Nächtliche Katzenmusik
c. Katharsis auf der Festwiese
α. Beckmesser
β. Walther
V. Schlußbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen dem Komponisten Richard Wagner und seinem zeitgenössischen Kritiker Eduard Hanslick anhand von Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Ziel ist es, die künstlerischen Auseinandersetzungen der beiden Persönlichkeiten, die sich in den Figuren Hans Sachs und Sixtus Beckmesser spiegeln, aufzuarbeiten und die Bedeutung von Wagners musikästhetischen Neuerungen innerhalb des feuilletonistischen Konflikts der damaligen Zeit zu beleuchten.
a. In der Singschule
Veit Pogner, Witwer mit einer Tochter, setzt diese zum Preis für den besten Sänger, welcher auf der Festwiese am Sankt Johannistag gekürt werden soll. Walther von Stolzing hat sich vorher in der Kirche nach Evas Familienstand erkundigt, „Mein Fräulein, sagt, seid ihr schon Braut?“ und dem artigen Kind die Antwort „Euch, oder keinen!“ entlockt. Um jedoch offiziell um ihre Hand anhalten zu können, muß Walther sich für den Singwettstreit qualifizieren und, sofern sein Werben von Erfolg gekrönt sein soll, diesen auch gewinnen. Hierzu muß er zunächst Mitglied der Meistersingerzunft werden. „Ist’s mit dem Schwert nicht, /muß es gelingen, /gilt es als Meister /euch zu ersingen.“
Hans Sachsens Lehrbube David hatte den jungen Ritter zuvor auf Bitten Magdalenes, Evas Anstandsdame und Geliebte Davids, mehr schlecht als recht in die Geheimnisse der Meistersingerkunst eingeweiht. Nur widerwillig ließ sich der Ritter belehren, der offenbar überhaupt keine Ahnung von den Regeln der Zunft hat und statt dessen durchblicken läßt, als Angehöriger des ersten Standes habe er nicht nur seine Privilegien, sondern auch das Kunstverständnis und Können der alten, also echten und nicht imitierenden Minnesänger geerbt. Walther weiß so recht gar nichts von der Nürnberger Tradition. „Wer ist der Merker?“ fragt er unwirsch. „Wißt Ihr das nicht? /Wart Ihr noch nie bei ’nem Singgericht?“ empört sich David, dem er herablassend zur Antwort gibt „Noch nie, wo die Richter Handwerker.“ Einzig die „Liebe“ habe er sich auf die Fahne geschrieben und sei daher guter Dinge, die alten erfahrenen und respektierten Meister ausstechen zu können – was letztendlich auch geschieht.
Aber es hilft nichts, Walther muß sich der Zunftberatung stellen und beweisen, daß er in der Lage ist, ein eigenes Lied nach eigener Weise zu verfassen und auch vortragen zu können. Natürlich sind die Meister skeptisch. Ein Rittersmann, also ein in den Augen des emanzipierten Stadtbürgertums nutzloser Schnösel, sollte in die Zunft aufgenommen werden?
I. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Oper und führt in die Problematik der feindseligen Rezeption durch Kritiker ein.
II. Das Kunstverständnis Richard Wagners: Hier werden Wagners ästhetische Grundannahmen, seine Leitmotivtechnik und seine Rolle als Tondichter detailliert analysiert.
III. Eduard Hanslick und das Musikalisch-Schöne: Dieses Kapitel widmet sich der Musikästhetik Hanslicks und dem Konflikt zwischen ihm und Wagner.
IV. Eduard Hanslick und Richard Wagner als Figuren in den Meistersingern: Der Autor untersucht, wie die Rivalen in die Oper integriert wurden und analysiert zentrale Schlüsselszenen wie die Singschule und das Ständchen.
V. Schlußbetrachtung: Ein Resümee über das Versagen der Kritiker im Zeitgeist und die künstlerische Einordnung des Konflikts.
Richard Wagner, Eduard Hanslick, Die Meistersinger von Nürnberg, Oper, Leitmotiv, Tondichter, Kunstkritik, Hans Sachs, Sixtus Beckmesser, Musikdramatik, Ästhetik, Musikgeschichte, Singschule, Harmonik, Gesamtkunstwerk.
Die Arbeit analysiert den historischen und persönlichen Konflikt zwischen Richard Wagner und dem Musikkritiker Eduard Hanslick, unter Verwendung von Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ als Fallbeispiel.
Die zentralen Themen sind Musikästhetik, die Entwicklung des Musikdramas, die Rolle der Kritik im 19. Jahrhundert sowie die persönliche Feindschaft zwischen Wagner und Hanslick.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Wagner seine persönlichen Auseinandersetzungen mit Hanslick in seine Oper integriert hat und wie die Figuren Sachs und Beckmesser als Stellvertreter dieses realen Konflikts fungieren.
Die Arbeit nutzt eine werkbiographische und analytische Methode, die musiktheoretische Aspekte (Leitmotive) mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation der Libretti und historischen Kontextualisierungen verbindet.
Der Hauptteil befasst sich mit Wagners künstlerischem Dogma, Hanslicks Kritik am „Musikalisch-Schönen“ und detaillierten Analysen der Opernszenen, in denen die Kontrahenten aufeinandertreffen.
Wagners Musikästhetik, Leitmotivtechnik, Hanslick-Wagner-Kontroverse, Meistersinger von Nürnberg, Musikpublizistik.
Wagner stellt Beckmesser als unfähigen Kritiker dar, der pedantisch an veralteten Regeln festhält, was Wagners Sicht auf die destruktive Art der Hanslickschen Musikkritik widerspiegelt.
Sachs fungiert in der Oper als Alter Ego Wagners, das die Zunftregeln beherrscht, sie jedoch zugunsten einer progressiven, künstlerischen Freiheit weiterzuentwickeln weiß.
Der Autor versteht die „unendliche Melodie“ als revolutionäre Abkehr von der Nummernoper und als zentrales Mittel Wagners, um Musik und Dichtung in einer neuen Einheit zu verschmelzen.
Die Arbeit betont, dass Wagners Schaffen tief in den gesellschaftlichen und geistigen Krisen des 19. Jahrhunderts verwurzelt ist, was sich in der thematischen Vielfalt der Oper manifestiert.
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