Diplomarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 1,3
Einführung
1 Grundlagen
1.1 Argumentation der Sicherheit von Software
1.2 Sicherheitsnormen
1.2.1 Entwicklung der Norm IEC 61508
1.2.2 ISO-Norm 26262
1.2.3 Norm DO-178B
1.3 Beschreibung der Ansätze im Umfeld der funktionalen Sicherheit
1.3.1 FMEA - Fehlermöglichkeiten- und Einflussanalyse
1.3.2 FMECA - Fehler-Möglichkeits- und kritische Einfluss-Analyse
1.3.3 FTA - Fehlerbaumanalyse
1.3.4 ETA - Ereignisbaumanalyse
1.4 Grundlegende Methodiken
1.4.1 BBN
1.4.2 GSN
1.5 Begriffsdefinitionen
2 Evaluation von Bewertungsmodellen
2.1 Definition der Bewertungskriterien
2.2 Bewertung der Ansätze
2.2.1 Bewertung des SERENE Modells
2.2.2 Bewertung des Modells von Gran
2.2.3 Bewertung des Modells von Brito und May
2.2.4 Bewertung des Modells von Kelly
2.2.5 Bewertung des Modells von Weaver
2.3 Zusammenfassende Darstellung der Modelle
3 Best Practices
3.1 Ausführung der Best Practices
3.1.1 Struktur und Eigenschaften
3.1.2 Befüllen der Wahrscheinlichkeitstabellen
3.1.3 Zielabhängige und zielunabhängige Modellierung
3.1.4 Definierte Vorgehensweise bei der Modellerstellung
3.1.5 Modularer Aufbau eines Netzes
3.2 Diskussion der Best Practices
4 Resümee
4.1 Zusammenfassung
4.2 Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist die Evaluation wesentlicher Ansätze zur Bewertung der funktionalen Sicherheit von elektronischen/elektrischen (E/E) Systemen, insbesondere unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der Automobilindustrie. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche bewährten Vorgehensweisen und Modelle herangezogen werden können, um eine ganzheitliche Bewertung und den Nachweis der Sicherheit sicherheitskritischer Softwaresysteme zu ermöglichen.
1.1 Argumentation der Sicherheit von Software
In dieser Arbeit wurde einleitend bereits aufgezeigt, dass Softwareausfälle schwerwiegende Folgen haben können und daraus geschlussfolgert, dass dies eine Beurteilung der Sicherheit von Softwaresystemen nötig macht. Sicherheit jedoch bedeutet die Abwesenheit von Risiko und dieses lässt sich bei Software im Gegensatz zu Hardware nicht messen. Von daher ist es nötig, die Argumentation für die Sicherheit anhand der Berücksichtigung festgelegter Standards zu führen, die risikomindernde Maßnahmen vorgeben.
Generell unterscheiden sich Hardware und Software in einigen Aspekten deutlich voneinander:
• Software ist im Gegensatz zu Hardware immateriell, daher können keine physikalischen Fehler auftreten.
• Im Bereich Hardware finden sich Überwachungs- und Architekturkonzepte.
• Für Hardware lassen sich Ausfallraten angeben, die als Nenngrößen für die Zuverlässigkeit eines Systems dienen.
• Bei Software werden Qualitätsmanagement- und Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Fehlervermeidung angewendet.
• Die Einhaltung von Produkt- und Prozessanforderungen wird bei Software oft durch Normen bestimmt.
Aufgrund dieser Unterschiede zwischen Hardware und Software unterscheidet sich auch die Bewertung der Sicherheit von Softwaresystemen ganz zentral von der Sicherheitsmessung bei Hardware:
Da die Ausfallrate elektronischer Systeme nicht gleichmäßig über ihre gesamte Lebensdauer verteilt ist, ist es sinnvoll die Ausfallrate in Abhängigkeit der Zeit anzugeben. Die entsprechende Funktion für technische Komponenten zeigt die in Abbildung 1 dargestellte Badewannenkurve.
Zu Beginn des Lebenszyklus eines technischen Elements führen Produktionsfehler zu einer Vielzahl an Ausfällen. Diese fallen zumeist entweder bereits beim Hersteller an oder treten - so sie den Endkunden erreichen - innerhalb der vom Gesetzgeber festgelegten Gewährleistungsfrist bzw. innerhalb der vom Hersteller gewährten Garantiezeit an. Im Anschluss an diese Frühphase ist die Ausfallrate bis auf einige wenige zufällige Ausfälle sehr gering, bevor Verschleiß und Alterung diese wieder ansteigen lassen. Die gestrichelte Linie deutet an, dass der Anstieg der Ausfallrate mit zunehmendem Alter nicht immer linear ist, sondern oftmals auf einem bestimmten Niveau konstant bleibt.
Grundlagen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Basisüberlegungen zur Softwaresicherheit dar, diskutiert Sicherheitsnormen wie IEC 61508 und führt in die relevanten Methoden (FMEA, FTA, ETA, BBN, GSN) ein.
Evaluation von Bewertungsmodellen: In diesem Kapitel werden fünf ausgewählte Bewertungsmodelle anhand eines erstellten Kriterienkatalogs analysiert, um deren Eignung für die funktionale Sicherheit im Automobilkontext zu prüfen.
Best Practices: Dieses Kapitel identifiziert bewährte Vorgehensweisen aus den evaluierten Ansätzen, insbesondere zur Strukturierung von Modellen und zur Bewältigung der Komplexität bei der Sicherheitsargumentation.
Resümee: Das Abschlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung und Weiterentwicklung der untersuchten Konzepte.
Funktionale Sicherheit, E/E-Systeme, Automobilindustrie, Softwarefehler, Sicherheitsnormen, IEC 61508, DO-178B, BBN, Bayessche Netze, GSN, Goal Structuring Notation, Sicherheitsnachweis, Risikominimierung, Modellbewertung, Best Practices.
Die Arbeit befasst sich mit der Evaluation und Entwicklung von Modellen zur Bewertung der funktionalen Sicherheit bei elektronischen und elektrischen (E/E) Systemen, mit besonderem Fokus auf den Einsatz in der Automobilindustrie.
Zentral sind der Umgang mit Sicherheitsnormen, die mathematische oder argumentative Modellierung von Sicherheit mittels BBN und GSN sowie die Analyse von Entwicklungsprozessen hinsichtlich ihrer Fehleranfälligkeit.
Das Ziel ist es, Ansätze zu evaluieren, die eine ganzheitliche Bewertung von Softwaresicherheit ermöglichen, und einen Kriterienkatalog zu entwickeln, um diese Modelle für die Anforderungen der Automobilbranche zu beurteilen.
Die Arbeit nutzt eine komparative Evaluierungsmethode, bei der bestehende Sicherheitsmodelle (wie SERENE, Brito/May, Kelly, Weaver) anhand eines spezifischen Kriterienkatalogs systematisch analysiert und miteinander verglichen werden.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellung und Bewertung der fünf ausgewählten Modelle sowie eine Analyse von Best Practices für die Strukturierung, Modellbildung und das Befüllen von Wahrscheinlichkeitstabellen in BBNs.
Die wichtigsten Schlagworte sind funktionale Sicherheit, Bayessche Netze (BBN), Goal Structuring Notation (GSN), Sicherheitsnachweis und Modellbewertung.
BBNs werden primär für eine quantitative, zielunabhängige Modellierung (Prognose/Diagnose) verwendet, während GSNs eine zielgerichtete, qualitative, baumartige Argumentationsstruktur zur Validierung von Sicherheitsanforderungen bereitstellen.
Die Branche ist durch eine hohe Anzahl softwaregestützter Komponenten und häufige Entwicklung durch externe Zulieferer geprägt, was die konsistente Bewertung und Integration dieser Sicherheitsmodelle verkompliziert.
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