Bachelorarbeit, 2009
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Konkurrierende Geschichtsbilder "Ostalgie" versus "Unrechtsstaat"
3. Anmerkungen zum Profil der Magdeburger Volksstimme und dessen Umgang mit den Leserbriefen
4. Analyse der Leserbriefe
4.1 Das Jahr 1989/90
4.2 Das Jahr 1995
4.3. Das Jahr 2000
4.4 Die heutige Situation – Ein kurzer Ausblick
5. Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.2 Offene Fragen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Leserbriefen an die Magdeburger Volksstimme, wie sich das Geschichtsbild der DDR in den Jahren 1990, 1995 und 2000 in der Wahrnehmung ehemaliger DDR-Bürger gewandelt hat und ob sich hierbei Tendenzen zur sogenannten „Ostalgie“ oder zur Charakterisierung als „Unrechtsstaat“ ablesen lassen.
1. Einleitung
In diesem Jahr wird anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls wieder heftig über die DDR-Vergangenheit debattiert. Viele Politiker sahen und sehen in der DDR nur einen Unrechtsstaat. Doch kann man das Leben in der DDR auf diesen Begriff reduzieren? Angela Merkel warnte vor der Verklärung des SED-Staates und forderte von der Linkspartei Klarstellung ihres Verhältnisses zur DDR-Vergangenheit.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der ebenfalls in der DDR groß geworden ist, sagte in einen Interview zum zu diesem Thema: „Die DDR war ein Unrechtsstaat. Sie hatte positive Seiten, aber die Diktatur des Proletariats, die Diktatur der SED und der Stasi waren etwas, was im Alltag wie auf der Weltbühne erkennbar war.“
Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundestags-vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) wollen das Thema differenziert diskutieren. Neben aller Ungerechtigkeit habe es in der DDR jedoch eine hervorragende Alltagssolidarität gegeben. Beide sind sich dennoch einig in ihren Aussagen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war.
1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Debatte um das DDR-Geschichtsbild und die Einordnung der DDR als Unrechtsstaat im Kontext politischer Aussagen.
2. Konkurrierende Geschichtsbilder "Ostalgie" versus "Unrechtsstaat": Untersuchung der Entstehung und Beeinflussung von Geschichtsbildern sowie der psychologischen Hintergründe von Nostalgie-Phänomenen.
3. Anmerkungen zum Profil der Magdeburger Volksstimme und dessen Umgang mit den Leserbriefen: Historischer Abriss der Zeitung von ihrer Gründung bis zur Transformation nach der Wende und Beschreibung der internen Leserbriefredaktion.
4. Analyse der Leserbriefe: Qualitative Auswertung von Leserbriefen aus den Jahren 1989/90, 1995, 2000 sowie ein Ausblick auf die Situation im Jahr 2009.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich des Wandels der DDR-Wahrnehmung und Reflexion über die methodischen Grenzen der Arbeit.
DDR, Geschichtsbild, Leserbriefe, Magdeburger Volksstimme, Ostalgie, Unrechtsstaat, Wiedervereinigung, SED, DDR-Vergangenheit, Transformation, Erinnerungskultur, Transformation, Sozialpolitik, Identität, DDR-Nostalgie
Die Arbeit untersucht, wie sich die Sicht der Bürger auf die DDR über drei Zeitpunkte (1990, 1995, 2000) anhand von Leserbriefen in der Magdeburger Volksstimme darstellt.
Zentrale Themen sind der Wandel der Geschichtsbilder zwischen "Ostalgie" und "Unrechtsstaat", die Bedeutung der Wiedervereinigung sowie die Rolle von Medien bei der Vermittlung von Vergangenheitsbewältigung.
Ziel ist es, herauszufinden, ob Leserbriefe als verlässliches Stimmungsbarometer dienen können, um verbreitete DDR-Geschichtsbilder in der Bevölkerung abzubilden.
Die Autorin führt eine qualitative Analyse der abgedruckten Leserbriefe durch und vergleicht diese Ergebnisse mit vorhandenen Studien, wie etwa Spiegel-Umfragen.
Der Hauptteil analysiert die Leserbriefe zeitlich differenziert für die Jahre 1989/90, 1995 und 2000 sowie einen Ausblick auf 2009, ergänzt durch theoretische Grundlagen zu Geschichtsbildern.
Die zentralen Begriffe sind DDR, Ostalgie, Unrechtsstaat, Wiedervereinigung, Erinnerungskultur und Leserbriefe.
Die Arbeit zeigt, dass die Nostalgie Mitte der 90er Jahre ihren Zenit erreichte, während spätere Leserbriefe die DDR zunehmend kritischer als Unrechtsstaat bewerten.
Die Zeitung durchlief eine Transformation, musste Vertrauen zurückgewinnen und wählte Leserbriefe nach spezifischen Kriterien aus, was die Repräsentativität der Briefe beeinflusste.
Sie dient als Erklärungsmodell für den Widerstand gegen den Begriff "Unrechtsstaat" und die damit verbundene Aufwertung der DDR-Vergangenheit bei manchen ehemaligen Bürgern.
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