Bachelorarbeit, 2010
119 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 SCHULSOZIALARBEIT – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1 AUFGABEN DER SCHULSOZIALARBEIT
2.2 ZIELE DER SCHULSOZIALARBEIT
2.3 JUGENDSOZIALARBEIT AN SCHULEN IN BAYERN – EIN ÜBERBLICK
3 MEDIATION – EIN ÜBERBLICK
3.1 MEDIATION ALLGEMEIN
3.2 MEDIATION IN DER SCHULE
3.3 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MEDIATION UND STREITSCHLICHTERPROGRAMMEN
3.4 STREITSCHLICHTERPROGRAMME – EIN ÜBERBLICK
3.5 BESCHREIBUNG EINER SCHÜLER-STREITSCHLICHTER-AUSBILDUNG NACH HIERDEIS UND GREßIRER (2005)
3.6 AUFGABEN DER SCHÜLER-STREITSCHLICHTER
3.7 ZIELE VON STREITSCHLICHTUNG
3.8 GRENZEN DES SCHÜLER-STREITSCHLICHTER-PROGRAMMS
3.9 ZUSAMMENFASSUNG DES FORSCHUNGSSTANDS ZUM THEMA STREITSCHLICHTERPROGRAMME AN SCHULEN IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM
3.10 KURZDARSTELLUNG WICHTIGER ERGEBNISSE DER EVALUATIONSSTUDIE ZUR WIRKSAMKEIT VON SCHÜLER STREITSCHLICHTER-PROGRAMMEN AN SCHULEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN
3.11 FORMEN VON GEWALT
4 BETEILIGTE SCHULEN AN DER UNTERSUCHUNG
4.1 EICHENDORFF-VOLKSSCHULE VEITSHÖCHHEIM (HAUPTSCHULE)
4.2 KONRAD-VON-QUERFURT-VOLKSSCHULE KARLSTADT (HAUPTSCHULE)
4.3 VOLKSSSCHULE HÖCHBERG (GRUND- UND HAUPTSCHULE)
4.4 ANTON-KLIEGL-VOLKSSCHULE BAD KISSINGEN (HAUPTSCHULE)
5 KONZEPTION UND DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG
5.1 ALLGEMEINES ZUR KONZEPTION UND DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG
5.2 DIE WAHL DES FORSCHUNGSPROBLEMS
5.3 HYPOTHESENBILDUNG
5.3.1 Erste Hypothese
5.3.2 Zweite Hypothese
5.3.3 Dritte Hypothese
5.4 KONZEPTSPEZIFIKATION/BEGRIFFSKLÄRUNG
5.5 KONZEPTION DER FRAGEBÖGEN
5.5.1 Konzeption des Fragebogens für LehrerInnen
5.5.2 Konzeption des Fragebogens für die Schulleitung
5.5.3 Konzeption des Fragebogens für die Schulsozialarbeit
5.6 FORSCHUNGSDESIGN
5.7 AUSWAHL DER SCHULEN
5.8 DIE DATENERHEBUNG
5.9 DIE DATENANALYSE
5.9.1 Darstellung der Daten für die Hypothesen
5.9.2 Weitere ausgewählte Ergebnisse der Befragung
5.10 DIE ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG
6 FAZIT UND SCHLUSSFOLGERUNG
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Schüler-Streitschlichter-Programmen an vier ausgewählten unterfränkischen Hauptschulen. Ziel ist es, durch eine deskriptive Untersuchung mittels Fragebögen an Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulsozialarbeiter herauszufinden, ob diese Programme zur Gewaltreduzierung, zur Verringerung von Disziplinarmaßnahmen sowie zur Verbesserung des Schulklimas beitragen.
3.1 Mediation allgemein
Jamie Walker beschreibt Mediation wie folgt:
„Mediation ist die Vermittlung in Konfliktfällen durch unparteiische Dritte. Anders als bei der herkömmlichen Schlichtung hilft die Mediatorin den Konfliktparteien – die aufgrund gestörter Kommunikation nicht (mehr) in der Lage sind, direkt bzw. ohne Hilfe von außen miteinander zu verhandeln -, eine selbstbestimmte Lösung für ihr gemeinsames Problem zu finden“ (Walker 2001, S.14).
Wichtige Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Mediation sind, dass die Mediation möglichst alle Konfliktparteien mit einbezieht, die Konfliktparteien freiwillig an der Mediation teilnehmen und der Mediator neutral und all- bzw. unparteiisch ist. Der Mediator ist verantwortlich für den Verlauf des Gesprächs, nicht aber für den Inhalt (vgl. ebd., S. 14). Besonders wichtig bei der Mediation ist, dass das vorhandene Problem zwar aufgearbeitet wird, jedoch nach ausgewogenen, realistischen und fairen Lösungen für die Zukunft gesucht wird, da „eine Grundannahme der Mediation ist, dass die Beteiligten sich eher an eine Abmachung halten, die sie selbst ausgearbeitet haben“ (ebd., S. 14). Das Erarbeiten einer Lösung für den Konflikt ist daher Aufgabe der Konfliktparteien. Dem Mediator kommt lediglich die Aufgabe der Vermittlung und Gesprächsleitung zu. Das heißt, er wertet keine Lösungsvorschläge und gibt auch selbst keine Vorschläge zur Lösung des Konflikts. Mediation ist besonders dann sinnvoll, wenn die Streitparteien ein Interesse daran haben, ihre Beziehung weiter zu führen, oder ihre Beziehung weiterführen müssen. Dieses Müssen ist vor allem bei Nachbarschaftsstreiterein, ArbeitskollegInnen oder bei Kindern, welche dieselbe Schule oder Klasse besuchen, der Fall.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Arbeit, Zielsetzung sowie ein kurzer Ausblick auf die gewählte Methodik zur Datenerhebung und -auswertung.
2 SCHULSOZIALARBEIT – EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG: Definition der Schulsozialarbeit, Klärung ihrer Aufgaben und Ziele sowie eine Darstellung der spezifischen Situation der Jugendsozialarbeit an Schulen in Bayern.
3 MEDIATION – EIN ÜBERBLICK: Theoretische Grundlagen der Mediation, deren Anwendung in der Schule, der Zusammenhang mit Streitschlichterprogrammen sowie aktuelle Forschungsergebnisse und ein Exkurs zu Formen von Gewalt.
4 BETEILIGTE SCHULEN AN DER UNTERSUCHUNG: Vorstellung der vier Schulen, die an der Untersuchung teilgenommen haben, inklusive relevanter Kerndaten wie Schüler- und Lehrerkapazitäten.
5 KONZEPTION UND DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, Operationalisierung der Hypothesen und Vorstellung ausgewählter Untersuchungsergebnisse.
6 FAZIT UND SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die Zukunft der untersuchten Programme.
Schüler-Streitschlichter-Programm, Mediation, Schulsozialarbeit, Gewaltprävention, Konfliktbewältigung, Schulklima, Klassenklima, Hauptschule, Empirische Sozialforschung, Fragebogen, Peer Mediation, Konfliktlösung, Unterfranken, Disziplinarmaßnahmen, Evaluation.
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Schüler-Streitschlichter-Programmen an vier ausgewählten Hauptschulen im Regierungsbezirk Unterfranken unter besonderer Berücksichtigung der Schulsozialarbeit.
Im Zentrum stehen die Fragen nach der Gewaltreduzierung, der Verringerung von Disziplinarmaßnahmen sowie der positiven Veränderung des Schulklimas durch den Einsatz von ausgebildeten Schülern als Mediatoren.
Das primäre Ziel ist es, das Meinungsbild und die Einschätzung von Lehrkräften, Schulleitungen und Schulsozialarbeitern hinsichtlich der Effektivität und Implementierung dieser Programme empirisch zu erfassen.
Der Autor verwendet eine deskriptive Untersuchung in Form einer schriftlichen Vollerhebung mittels standardisierter Fragebögen, die an den beteiligten Schulen an Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulsozialarbeiter ausgegeben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Schulsozialarbeit und Mediation sowie den empirischen Teil, in dem die Konzeption der Untersuchung und die Auswertung der Fragebögen grafisch und deskriptiv dargestellt werden.
Die zentralen Aspekte sind Schüler-Streitschlichter-Programme, Gewaltprävention, Mediation, Schulklima und empirische Sozialforschung im schulischen Kontext.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Einbindung der Schulleitung und deren Anerkennung des Programms entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Implementierung und Verankerung im Schulprofil darstellen.
Die Untersuchung zeigt, dass die befragten Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter mehrheitlich keinen gesteigerten Bedarf für ein stärkeres Engagement der Schulsozialarbeit in diesen Programmen sehen, da die Initiative und Betreuung primär bei den Lehrkräften verortet zu sein scheint.
Die empirischen Daten zeigen ein eher ernüchterndes Ergebnis: Ein direkter, signifikanter Rückgang von Gewaltvorfällen infolge der Einführung der Programme konnte an den untersuchten Schulen im Rahmen dieser Untersuchung nicht nachgewiesen werden.
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