Magisterarbeit, 2009
141 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
A. Theoretische Grundlagen zu den Themen Tourismus, Partizipation und Macht
1. Tourismus
1.1. Kritik am konventionellen Tourismus und touristische Alternativen
1.1.1. Alternativtourismus von ,sanft‘ bis ,sozialverträglich‘
1.1.2. Partizipativer Tourismus: Community-based Tourism als Tourismus der nativen Bevölkerung
1.2. Tourismus und Ethnologie
2. Partizipation
2.1. Partizipation im Entwicklungskontext
2.1.1. Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit
2.1.2. Partizipation und Entwicklungsethnologie
2.2. Partizipation in den Citizenship Studies
2.2.1. Allgemeine Implikationen zum Begriff citizenship
2.2.2. Citizenship in der brasilianischen Gesellschaft
3. Macht
3.1. Probleme mit dem Machtbegriff
3.2. Vorschläge für eine sinnvolle Definition des Machtbegriffs
3.3. Ressourcen und Modalitäten der Macht
B. Einführung in die Region
1. Die Küstenregion von Ceará
1.1. Geschichte der Küstenregion von Ceará
1.2. Tourismus in der Küstenregion von Ceará
1.3. Das Fischerdorf Prainha do Canto Verde
2. Die lokale Bevölkerung
2.1. Comunidades/populações tradicionais – traditionelle Gemeinschaften/Bevölkerungsgruppen
2.2. Die Kultur der povos do mar – Völker des Meeres
C. Methodische Vorgehensweise
1. Feldforschung
1.1. Reflexion des Forschungsprozesses
1.2. Methoden
D. Feldforschung zum Community-based Tourism (CBT) im Fischerdorf Prainha do Canto Verde
1. Die Entwicklung des CBT-Projekts in Prainha do Canto Verde
2. Tourismus aus der Sicht der lokalen Bevölkerung
2.1. Vorstellungen von konventionellem Tourismus
2.2. Vorstellungen von CBT als touristische Alternative
2.3. Veränderungen durch das Tourismusprojekt
2.4. Zwischenfazit
3. Möglichkeiten und Praxis der Partizipation in Prainha do Canto Verde
3.1. Partizipation auf der Makroebene
3.2. Partizipation auf der Mikroebene
3.2.1. Interne und Externe: Partizipation am CBT-Projekt
3.2.2. Partizipation innerhalb des CBT-Projekts
3.3. Zwischenfazit
4. Machtverhältnisse in und um Prainha do Canto Verde
4.1. Machtverhältnisse auf der Makroebene
4.2. Machtverhältnisse auf der Mikroebene
4.2.1. Machtverhältnisse innerhalb des Dorfes
4.2.2. Machtverhältnisse innerhalb des CBT-Projekts
4.3. Kontinuen der Macht – eine vieldimensionale Problemanalyse
4.4. Zwischenfazit
Zusammenfassung und Ausblick
Literaturverzeichnis
Anhang
1. Glossar der verwendeten Abkürzungen und portugiesischen Begriffe
2. Interviewausschnitt
3. Fragebogen zum Thema Tourismus in Prainha do Canto Verde
4. Interviewleitfäden
4.1. Leitfaden zu den Interviews mit Mitgliedern der Tourismuskooperative
4.2. Zusatzfragen an ehemalige und aktuelle Koordinatoren
4.3. Zusatzfragen an Leute, die im Kunsthandwerk arbeiten
4.4. Leitfaden zu den Interviews mit Leuten, die nicht im Tourismus arbeiten
4.5. Leitfaden zu den Interviews mit den Lebensmittelläden
4.6. Leitfaden zu den Interviews mit TouristInnen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung und Realität partizipativer Prozesse in einem brasilianischen Community-based Tourism (CBT)-Projekt im Fischerdorf Prainha do Canto Verde. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wer innerhalb des Projekts partizipiert, welche Faktoren diese Beteiligung beeinflussen und inwieweit bestehende Machtverhältnisse die Möglichkeiten zur Mitbestimmung und Selbstbestimmung der lokalen Bevölkerung prägen.
1.1.2. Partizipativer Tourismus: Community-based Tourism als Tourismus der nativen Bevölkerung
Als Schlüsselfaktor zur erfolgreichen Umsetzung nachhaltiger Tourismusprojekte gilt heute die Partizipation der lokalen Bevölkerung. Lange Zeit hatte Partizipation in der Tourismusbranche überhaupt nicht stattgefunden. Tourismusprojekte wurden über die Köpfe der lokalen Bewohner hinweg geplant, die entweder gar nicht involviert wurden – nicht einmal als Angestellte, da es ihnen an Qualifikationen fehlte – oder als billige Arbeitskräfte zum Bau von Hotels oder zur Reinigung der Zimmer eingesetzt wurden.
In den 1960er und -70er Jahren wurden zwar die ersten touristisch orientierten EZ-Projekte implementiert, jedoch gegen Ende der 1980er Jahre bereits wieder abgesetzt, da man die negativen Auswirkungen des Tourismus in den betroffenen Ländern fürchtete und jede weitere Involviertheit daher inakzeptabel erschien (Beyer 2006: 137). Zu Beginn der 1980er Jahre forderte Krippendorf mit seinem „Konzept einer Tourismusentwicklung im Gleichgewicht“ (Krippendorf 1984: 186) unter anderem „die Kontrolle über Grund und Boden in einheimischen Händen“ (ebd.: 191), das „Einheimische und Landestypische [zu] betonen und kultivieren“ (ebd.: 195) und dass unter verbesserter Qualität der Arbeitsplätze die „Entwicklung auf einheimische Arbeitskräfte“ ausgerichtet werden solle (ebd.: 194).
Die Forderung nach Tourismus als einem entwicklungspolitischen Instrument unter aktiver Teilhabe der Menschen in den Zielländern kehrte erst Mitte der 1990er Jahre mit der Forderung nach einem nachhaltigen Tourismus zurück und stützt sich auf diverse Gründe. Einerseits wird Partizipation von den Machern touristischer Projekte genutzt, um deren Erfolg durch eine größere Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung zu sichern. In diesem Fall spielen vor allem ökonomische Aspekte eine Rolle und die Partizipation kommt mehr den TourismusunternehmerInnen zugute als der lokalen Bevölkerung. Andererseits kann die Teilnahme der nativen Bevölkerung Impulse für den Natur- und Ressourcenschutz in ihrer Region liefern, weil die Existenzgrundlage der Bewohner oft auf einer intakten Natur basiert. Schließlich wird eine partizipative Tourismusentwicklung auch aus sozialen, ethischen und politischen Gründen, zur Förderung von selbstbestimmtem Handeln und der Verbreitung demokratischer Strukturen gefordert.
A. Theoretische Grundlagen zu den Themen Tourismus, Partizipation und Macht: Dieser Teil legt das theoretische Fundament, indem er kritische Tourismusforschung, Partizipationsansätze in der Entwicklungszusammenarbeit sowie soziologische und ethnologische Machtbegriffe diskutiert.
B. Einführung in die Region: Hier werden die historische Entwicklung der Küstenregion von Ceará sowie die sozio-kulturellen Besonderheiten der traditionellen Bevölkerungsgruppen (povos do mar) in Prainha do Canto Verde erläutert.
C. Methodische Vorgehensweise: Dieses Kapitel reflektiert den Forschungsprozess der Feldforschung, die angewandten Methoden wie teilnehmende Beobachtung und leitfadengestützte Interviews sowie die eigene Rolle als Ethnologin im Feld.
D. Feldforschung zum Community-based Tourism (CBT) im Fischerdorf Prainha do Canto Verde: Der Hauptteil wertet die empirischen Daten aus, analysiert die Entwicklung des CBT-Projekts und untersucht differenziert die Möglichkeiten und Probleme der Partizipation sowie die bestehenden Machtverhältnisse vor Ort.
Community-based Tourism, Partizipation, Machtverhältnisse, Ethnologie, Prainha do Canto Verde, nachhaltige Regionalentwicklung, traditionelle Gemeinschaften, Empowerment, Citizenship Studies, Tourismuskritik, Sozialstruktur, Feldforschung, Interkulturelle Kommunikation, brasilianische Gesellschaft, Ceará.
Die Magisterarbeit untersucht ein Community-based Tourism (CBT)-Projekt im brasilianischen Fischerdorf Prainha do Canto Verde. Dabei steht im Zentrum, wie partizipative Ansätze in der Realität umgesetzt werden und welche Machtverhältnisse diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Tourismusforschung, Partizipation (insbesondere in der Entwicklungszusammenarbeit) und Machttheorie, um die Dynamiken im untersuchten Tourismusprojekt ganzheitlich zu verstehen.
Die Studie verfolgt das Ziel herauszufinden, wer innerhalb des CBT-Projekts partizipiert, durch welche Faktoren diese Beteiligung gefördert oder behindert wird und welche Rolle Machtstrukturen in diesem Zusammenhang spielen.
Die Autorin nutzt einen methodischen Mix, basierend auf der Grounded Theory. Dieser umfasst teilnehmende Beobachtung, leitfadengestützte problemzentrierte Interviews sowie eine Haushaltsbefragung im Dorf.
Der Hauptteil (Teil D) analysiert die empirisch gewonnenen Daten. Er beschreibt die Entwicklung des Projekts, die Sichtweise der lokalen Bevölkerung und untersucht detailliert die Möglichkeiten sowie die Praxis der Partizipation und Machtverhältnisse auf Makro- und Mikroebene.
Neben dem zentralen Begriff Community-based Tourism (CBT) sind Partizipation, Machtverhältnisse, Prainha do Canto Verde, Empowerment und nachhaltige Regionalentwicklung entscheidende Schlagworte.
Die Krise wird primär auf mangelnde Möglichkeiten zur Partizipation zurückgeführt. Viele Dorfbewohner fühlen sich ausgeschlossen und kritisieren, dass Entscheidungen durch eine kleine Gruppe (Vorstand der Kooperative) getroffen werden, ohne die Basis ausreichend einzubeziehen.
René wird von vielen als dominante Figur wahrgenommen, die aufgrund ihrer Bildung, Erfahrung, finanziellen Absicherung und Sprachkenntnisse eine zentrale Schlüsselrolle bei der Akquise von Projektgeldern und der Steuerung des Projekts einnimmt, was zu ambivalenter Kritik hinsichtlich seiner "Autorität" führt.
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