Bachelorarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2,0
A. Einleitung
I. Zum Begriff der Interpretation
II. Gegenstand der Untersuchung
III. Überblick über die Entstehung des Romans
B. Inhaltszusammenfassung
C. Interpretationsansätze
I. textorientierte Ansätze
1. Charakterisierung der Figuren
a. generelle Aspekte zur Charakterisierung
b. Figurenkonfiguration
c. Charakterisierung der drei ausgewählten Figuren
aa. Johanna Bonitzki
bb. Renate Sandmann
cc. Wieland
2. Aufbau und Erzähltechnik
3. Raumanalyse
4. Zeitanalyse
a. Erzählzeit
b. erzählte Zeit
5. Analyse der Handlung anhand von Höhepunkten und Leitmotiven
a. Höhepunkt
b. Leitmotiv
6. Zusammenfassung für textorientierte Ansätze
II. Autororientierter Ansatz
1. Zum Autor
2. Die generelle Arbeitstechnik autororientierter Ansätze
3. Autororientierte Forschungsansätze
a. Gadamer
aa. Die Zeit als Kriterium für die Wahl des Ansatzes
bb. Gadamers Theorie
cc. Anwendung des Ansatzes auf den Roman
b. Der Freudsche Ansatz
aa. Psychoanalyse
bb. Freuds Theorien
cc. Anwendung auf den Roman
c. Bedeutung der Interpretationen
4. Zusammenfassung für die autororientierten Ansätze
III. Werktranszendierende Ansätze
1. Rezeptionsästhetik
2. Der Ansatz Isers
a. Leerstellen
b. Impliziter Leser
c. Das Ziel einer rezeptionsästhetischen Interpretation
d. der Wirkungstheoretische Ansatz am Beispiel des Roman
3. Zusammenfassung für die werktranszendierenden Ansätze
D. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Tanja Dückers' Roman „Himmelskörper“ unter Anwendung unterschiedlicher literaturwissenschaftlicher Interpretationsansätze, um aufzuzeigen, wie vielfältige methodische Perspektiven zu unterschiedlichen Deutungen desselben Textes führen können. Ziel ist es, die Komplexität des Romans und die Bedeutung der jeweiligen Schwerpunktsetzung (Autor, Text, Leser) für die literaturwissenschaftliche Analyse zu veranschaulichen.
cc. Charakterisierung der drei ausgewählten Figuren
Jo habe ich gewählt, weil ich sie als Schlüsselfigur für das Familiengeheimnis betrachte und damit für einen zentralen Aspekt im Roman. Sie hat beide Kriege erlebt und muss sich nun der Enkelgeneration stellen. Sie setzt sich gegen ihren Mann durch und ist, wenn es um das Thema „Krieg“ geht, dominant. Renate war im Zweiten Weltkrieg noch ein Kind, ist aber Schuldnerin des Familiengeheimnisses. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie zum Thema Krieg noch etwas sagen darf, was vermutlich aus der Denunziation der Nachbarn resultiert. Obwohl die Figur als sehr ruhig beschrieben wird, ist auch sie im Roman dominant, weshalb ich sie für die Interpretation gewählt habe. Wieland hingegen gehört aufgrund seines Alters eigentlich zur Enkelgeneration. Allerdings wird er durch seine Eltern mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, weshalb er im Grunde zur Nachfolgegeneration gehört. Im Gegensatz zu Freia hat er nur wenig Geschichtsbewusstsein und entzieht sich diesem Thema. Die Figur ist jedoch genau aus diesem Grund interessant, denn Wieland ist Freias erster Freund und begleitet sie durch eine Phase wachsenden Geschichtsinteresses.
A. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene interpretatorische Zugänge am Beispiel von Tanja Dückers' Roman aufzuzeigen und deren methodische Grundlagen zu hinterfragen.
B. Inhaltszusammenfassung: Bietet einen Überblick über die Handlung des Romans, insbesondere die Familiengeschichte der Zwillinge Freia und Paul und das zentrale Geheimnis der Großeltern.
C. Interpretationsansätze: Der umfangreiche Hauptteil, der textorientierte, autororientierte und werktranszendierende Methoden an konkreten Textstellen des Romans demonstriert.
D. Zusammenfassung: Resümiert die Erkenntnisse über die Bedeutung der Schwerpunktsetzung bei der Interpretation und bestätigt die Deutungsvielfalt, die der Roman zulässt.
Tanja Dückers, Himmelskörper, Literaturwissenschaft, Interpretationsansätze, Werkimmanente Interpretation, Gadamer, Freud, Rezeptionsästhetik, Wolfgang Iser, Familiengeheimnis, Zweiter Weltkrieg, Literaturtheorie, Methodenpluralismus, Erzähltechnik, Leerstellen.
Die Arbeit analysiert Tanja Dückers' Roman „Himmelskörper“ mit verschiedenen literaturwissenschaftlichen Methoden, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche theoretische Ansätze den Text erschließen.
Zentrale Themen sind die Aufarbeitung von Familiengeschichte und NS-Vergangenheit, die Rolle der Enkelgeneration, das Motiv der Wolkenforschung sowie die theoretische Fundierung literarischer Interpretation.
Das Ziel ist es, die Methodenvielfalt der Literaturwissenschaft auf einen konkreten Gegenwartstext anzuwenden und zu zeigen, dass ein Text verschiedene Deutungsansätze ermöglicht.
Es werden textorientierte (werkimmanente Analyse), autororientierte (biographisch/psychologisch nach Gadamer und Freud) und werktranszendierende (rezeptionsästhetische) Ansätze genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: eine textzentrierte Analyse (Figuren, Raum, Zeit), eine autorzentrierte Interpretation und eine rezeptionsästhetische Untersuchung mittels Isers Konzept der Leerstellen.
Wichtige Begriffe sind Interpretationsansätze, Methodenpluralismus, Familiengeheimnis, Rezeptionsästhetik, hermeneutischer Zirkel und das Motiv der „Cirrus Perlucidus“.
Das Geheimnis um die Flucht aus Gotenhafen wirkt als Katalysator für die Suche der Protagonistin und führt zur Konfrontation mit der NS-Vergangenheit der Großeltern, was für die gesamte Interpretation entscheidend ist.
Die Arbeit stellt fest, dass der Titel „Himmelskörper“ einen logischen Bruch darstellt, da es inhaltlich um Wolken und Familiengeschichte geht; die Autorin nutzt den Titel bewusst, um Erwartungen zu steuern oder zu irritieren.
Dieses Motiv dient als Metapher für die Suche nach Wahrheit und Kohärenz; es verbindet die wissenschaftliche Leidenschaft der Ich-Erzählerin mit der persönlichen Aufarbeitung der Familiengeschichte.
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