Diplomarbeit, 2010
122 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1 Warum eine Neuübersetzung?
2 Entstehung und Veröffentlichung des Prozess
3 Deutung und Interpretationen des Prozess
3.1 Kafka als Expressionist?
3.2 Zuordnung zum französischen Surrealismus
3.3 Der Prozess als religiöses Metaphernwerk
3.4 Ein politischer Gesellschaftskritiker?
3.5 Kafka als philosophischer Denker
3.6 Die psychologische Perspektive
3.7 Ein biographischer Hintergrund?
3.8 Sprache im Fokus
3.9 Die Interpretation als Forschungsgegenstand
3.10 Kafka heute – Multiinterpretabilität als konsensförderndes Credo?
4 Kafka in Frankreich
4.1 Facettenreichtum als Beliebtheitsmotor
4.2 Trostspender in Krisenzeiten
4.3 Kafka heute - Kafka, what else...?!
5 Die französischen Kafka-Übersetzer
5.1 Alexandre Vialatte (1901-1971)
5.2 Claude David (1913-1999)
5.3 Bernard Lortholary (*1936)
5.4 Georges-Arthur Goldschmidt (*1928)
5.5 Goldschmidt vs. Lortholary
5.6 Axel Nesme
6 Kafkas Sprache und Stil sowie die damit verbundenen Schwierigkeiten
6.1 Eigenarten und Besonderheiten von Kafkas Stil
6.1.1 Stilprägende Elemente
6.1.2 Häufige „Übersetzungsfehler“ und –schwierigkeiten
6.2 Einflüsse des Tschechischen und des Jiddischen auf Kafkas Stil
7 Analyse, Vergleich und Kritik anhand von Textauszügen
Textauszug 1
Textauszug 2
Textauszug 3
Textauszug 4
Textauszug 5
Textauszug 6
Textauszug 7
Textauszug 8
Die Arbeit untersucht die Genese, Verbreitung und Rezeption von Kafkas Werk "Der Prozess" in Frankreich. Dabei steht insbesondere der diachrone Vergleich der fünf wichtigsten französischen Übersetzungen im Fokus, um die Entwicklung übersetzungswissenschaftlicher Ansätze und sich wandelnder Lesererwartungen aufzuzeigen.
1) Warum eine Neuübersetzung?
Bevor ich in dieser Diplomarbeit verschiedene Übersetzungen von Kafkas Prozess analysiere und vergleiche, erscheint es mir sinnvoll und notwendig, kurz zu klären, aus welchen Gründen und zu welchem Zweck von manchen Werken Neuübersetzungen angefertigt werden. Warum also werden überhaupt Neuübersetzungen erarbeitet? Aus welchem Grund sollte man sich die Mühe machen, einen bereits übersetzten Text von neuem zu übersetzen?
« Activité soumise au temps – temps de la réception, durée du processus même, acceptabilité datée du produit du transfert, la traduction est un acte toujours inachevé, à refaire. Mais toutes les traductions ne vieillissent pas à la même allure, au même degré. »
Ist die Notwendigkeit einer Neuübersetzung von der Gestaltung und der Art des Originaltextes abhängig? Oder vielmehr davon, wie die ursprüngliche Übersetzung des Textes aussah? Wenn die Übersetzung der ausschlaggebende Faktor ist – spielt die Ausrichtung der „ersten“ Übersetzung – also ihr innewohnende ziel- bzw. ausgangssprachliche Orientierung – in diesem Zusammenhang eine Rolle? Und wenn ja, in welchem Ausmaß beeinflusst diese Ausrichtung die Geschwindigkeit, in der eine Übersetzung veraltet wirkt und es die Leser – meist unbewusst – nach einer Neuübersetzung verlangt?
Ganz allgemein lässt sich wohl festhalten, dass es umso früher der Neuübersetzung eines Textes bedarf, je stärker seine Übersetzung an die zielsprachlichen Konventionen ihrer jeweiligen Zeit angepasst wurde und je schneller sich die Wissenschaften entwickeln.
Vorwort: Der Autor erläutert die Beweggründe für die Untersuchung der französischen Übersetzungen von "Der Prozess" und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
1 Warum eine Neuübersetzung?: Es wird theoretisch geklärt, welche Faktoren eine Neuübersetzung notwendig machen, wie etwa der Wandel zielsprachlicher Konventionen oder das Altern der Ausgangsübersetzung.
2 Entstehung und Veröffentlichung des Prozess: Dieser Teil widmet sich der Entstehungsgeschichte, Kafkas Arbeitsweise und seinem Wunsch, das Werk zu vernichten, sowie der Rolle von Max Brod bei der Veröffentlichung.
3 Deutung und Interpretationen des Prozess: Das Kapitel bietet einen Querschnitt der verschiedenen Deutungsansätze, von Kafka als Expressionist bis hin zur psychologischen Perspektive.
4 Kafka in Frankreich: Hier wird die spezifische Rezeption Kafkas in Frankreich analysiert, inklusive des Einflusses des Surrealismus und der Rolle des "Hermeneutischen Freiraums".
5 Die französischen Kafka-Übersetzer: Die Arbeit stellt die fünf zentralen Übersetzer (Vialatte, David, Lortholary, Goldschmidt, Nesme) und ihre individuellen Übersetzungsansätze vor.
6 Kafkas Sprache und Stil sowie die damit verbundenen Schwierigkeiten: Es werden die sprachlichen Besonderheiten und stilprägenden Elemente sowie häufige Übersetzungsprobleme bei Kafka analysiert.
7 Analyse, Vergleich und Kritik anhand von Textauszügen: Anhand von acht konkreten Textstellen werden die unterschiedlichen Übersetzungsstrategien im direkten Vergleich kritisch gegenübergestellt.
Franz Kafka, Der Prozess, literarische Übersetzung, Übersetzungsvergleich, Kafka-Rezeption, Frankreich, Max Brod, Alexandre Vialatte, Claude David, Bernard Lortholary, Georges-Arthur Goldschmidt, Axel Nesme, Übersetzungstheorie, Texttreue.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rezeption von Franz Kafkas Roman "Der Prozess" in Frankreich, insbesondere mit den verschiedenen französischen Übersetzungen, die im Laufe der Zeit entstanden sind.
Zentral sind die Entstehungsgeschichte des Romans, die unterschiedlichen Interpretationsansätze, die französische Kafka-Rezeption sowie die Analyse spezifischer stilistischer Herausforderungen beim Übersetzen von Kafka.
Ziel ist es, die Entwicklung der französischen Kafka-Übersetzungen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich die Strategien der Übersetzer über Jahrzehnte hinweg verändert haben.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der übersetzungswissenschaftlichen Hintergründe erfolgt ein praktischer Vergleich anhand von acht ausgewählten Textauszügen, an denen die Unterschiede der Übersetzer detailliert nachgewiesen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Analyse der Werk-Deutungen, ein Kapitel über die französische Kafka-Szene, eine Vorstellung der fünf wichtigsten Übersetzer sowie eine detaillierte sprachstilistische Untersuchung.
Neben Kafkas Werk und Person stehen Begriffe wie literarische Übersetzung, Diachroner Vergleich, Rezeptionsgeschichte, Übersetzungsstrategien und Texttreue im Mittelpunkt.
Max Brod wird intensiv behandelt, da er als Nachlassverwalter maßgeblich für die Veröffentlichung und die erste "Deutung" von "Der Prozess" verantwortlich war, was in der Forschung bis heute kontrovers diskutiert wird.
Die Autorin untersucht die individuellen Herangehensweisen – von der frühen, freieren Übersetzung durch Vialatte bis hin zu moderneren, texttreueren Ansätzen –, ohne dabei ein einzelnes Werk als "perfekt" zu bewerten, sondern die methodischen Unterschiede hervorzuheben.
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