Magisterarbeit, 2010
86 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Das Transferproblem
1.1 Begründung der Auswahl des Anwendungsbeispiels Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz
1.2 Die spezifische Transferproblematik im Präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz
1.3 Die universelle Transferproblematik
1.4 Zusammenfassung
2. Theoretische Modellierung des Wissenstransfers
2.1 Die Theorie der Geschichten und Diskurse von Siegfried J. Schmidt
2.1.1 Überwindung kognitiver Autonomie in Geschichten und Diskursen
2.1.2 Die operative Fiktion
2.1.3 Die Rolle des Zeichens beim Aufbau des Wirklichkeitsmodells
2.2 Die semiologische Sprachidee
2.3 Die Transkriptionstheorie von Ludwig Jäger
2.3.1 Skriptur: Präskript vs. Transkript
2.3.2 Intramediale und intermediale Bezugnahme
2.3.3 Adressierung und Lesbarkeit
2.3.4 Attribuierung und Inszenierung von Sinn
2.3.5 Störung und Transparenz
2.3.6 Transfer vs. Aneignung von Wissen
2.4 Zusammenfassung
3. Theoretischer Lösungsweg
3.1 Sprachspiel – Wissen – Wirklichkeit
3.2 Das Erlernen von Sprachspielen
3.3 Integration des Rezipienten in die Wissensproduktion
3.4 Kompensierung der Dispersion des Wissens
3.5 Übersicht der theoretischen Lösungsvorschläge
4. Handlungsempfehlungen für den Präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf einer konstruktivistischen Modellierung des Wissenstransfers, Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Transferarbeit im Bereich des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes abzuleiten, wobei der Fokus primär auf der Kompensierung transferhemmender Einflüsse liegt.
2.3.1 Skriptur: Präskript vs. Transkript
Wie genau vollziehen sich die Verfahren der Transkription? Bei der Transkription werden Skripturen zu neuen Skripturen transkribiert. „Skripturen“ sind symbolische Strukturen, die im Haushalt der Kulturen zirkulieren oder im kulturellen Gedächtnis gespeichert sind (Jäger 2008b: 107 ff). Darunter fallen Bilder, Partituren, Texte, aber genauso auch aufgezeichnete oder im Vollzug befindliche Performanzen der Sprache, der Musik oder der Künste. Mittels transkriptiver Verfahren entstehen z.B. die schriftliche Zusammenfassung eines Buches, das Remake eines Filmes, genauso aber auch die Verfilmung eines Buches oder die schriftliche Zusammenfassung eines Filmes. Terminologisch kann diese Original-Ableitungs-Beziehung durch die Dichotomie der Begriffe Prä- und Transkript erfasst werden. Prä- und Transkript werden alternativ zum Oberbegriff Skriptur verwendet, wenn der mediale Status der Skriptur näher bestimmt werden soll, entweder als vor oder nach dem Transkriptionsprozess liegend.
Die Begriffe verweisen daher nicht auf ontische Eigenschaften symbolischer Strukturen, sondern können nur relational verwendet werden (Jäger 2008b: 109). Transkript ist die Bezeichnung der Skriptur als Output des Prozesses, während Präskripte den Prozess-Input darstellen; durch die Transkription ist ein Transkript aus einem Präskript transkribiert worden. Wir verwenden hier die Vergangenheits-Formulierung, da eine Skriptur nur rückblickend auf den transkribierten Originalfilm als Transkript bezeichnet werden kann, während der Originalfilm den Status des Präskripts erst durch den Prozess des Transkribiert-Werdens erhalten hat.
1. Das Transferproblem: Das Kapitel führt in die Problematik ein, dass Wissen in modularisierten Gebieten mit spezifischen Sprachspielen produziert wird, was zu Transferbarrieren führt.
2. Theoretische Modellierung des Wissenstransfers: Es wird ein konstruktivistisches Instrumentarium entwickelt, das auf der Theorie von Schmidt und der Transkriptionstheorie von Jäger basiert.
3. Theoretischer Lösungsweg: Der Lösungsweg schlägt die Etablierung von Meta-Sprachspielen durch direkte Interaktion und die Integration der Praxis vor.
4. Handlungsempfehlungen für den Präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz: Dieser Teil operationalisiert die theoretischen Forderungen in konkrete Empfehlungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel resümiert die Arbeit und betont die notwendige Neukonzipierung des Verhältnisses zwischen Forschung und Praxis.
Wissenstransfer, Konstruktivismus, Transkriptionstheorie, Sprachspiel, Meta-Sprachspiel, Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz, Komplexität, Wissen, Kommunikation, Störung, Transparenz, Adressierung, Praxisintegration, Medialität, Wissensaneignung.
Die Arbeit untersucht das Transferproblem von wissenschaftlichem Wissen in die unternehmerische Praxis, spezifisch im Bereich des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes, aus einer konstruktivistischen Perspektive.
Die zentralen Felder umfassen die Modellierung von Wissenstransfer, die Theorie der Geschichten und Diskurse nach Schmidt sowie die Transkriptionstheorie nach Jäger.
Das Ziel ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen, um durch die Bildung von Meta-Sprachspielen die Transferarbeit zwischen Forschung und Praxis effizienter und effektiver zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer konstruktivistischen und sprachwissenschaftlichen Analyse von Wissenstransferprozessen und deren theoretischer Modellierung.
Der Hauptteil erarbeitet ein theoretisches Instrumentarium auf Basis der Theorie von Siegfried J. Schmidt und der Transkriptionstheorie von Ludwig Jäger, um das Transferproblem als Folge ausdifferenzierter Sprachspiele und Wissensdispersion zu analysieren.
Wissenstransfer, Konstruktivismus, Sprachspiel, Transkriptionstheorie, Meta-Sprachspiel, Wissensaneignung.
Aus streng konstruktivistischer Sicht ist ein direkter "Transfer" von Wissen unmöglich; stattdessen findet eine Wissensaneignung durch inferentielle Konstruktionsleistungen der Rezipienten statt.
Sie erklärt die Genese kultureller Semantik und zeigt auf, dass durch interaktive Bearbeitung von Störungen neue Sprachspiele und somit ein besseres Verständnis zwischen verschiedenen Wissensgebieten entstehen kann.
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