Bachelorarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemdarlegung und Zielstellung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Physiologische und sportmotorische Grundlagen
2.1 Lernen, Bewegungsregulation und kontralateraler Lerntransfer
2.2 Motorisches Lernen
2.3 Seitigkeit und beidseitiges Üben im Sport
3 Forschungsstand
4 Forschungshypothesen
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Allgemeines methodisches Vorgehen und Studiendesign
5.2 Beschreibung der Testbewegung
5.3 Versuchsaufbau
5.4 Probanden
5.5 Spezifischer Untersuchungsablauf
5.6 Verarbeitung der Daten und statistische Verfahren
5.7 Operationale Hypothesen
5.8 Zusammenfassung
6 Ergebnisse und Auswertung
6.1 Globalanalyse
6.2 Überprüfung der Reihenfolgehypothese
6.3 Einflussfaktoren
6.4 Überprüfung der Transferhypothese
6.5 Zusammenfassung
7 Zusammenfassung, methodische Ableitungen und Ausblick
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse in Bezug auf die Forschungshypothesen
7.2 Vergleich der Ergebnisse mit einer ähnlichen Studie
7.3 Methodische Ableitungen
7.4 Zukünftige Forschungen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Reihung der Körperseiten beim Erlernen einer komplexen sportmotorischen Fertigkeit (Faustball-Kernschlag) auf den Lernerfolg und den kontralateralen Lerntransfer. Das primäre Ziel ist es, unter Berücksichtigung der Hemisphärenspezialisierung eine optimale anfängliche Trainingsseite für Aufgaben mit Präzisions- und Koordinationsanforderungen zu identifizieren.
2.1 Lernen, Bewegungsregulation und kontralateraler Lerntransfer
Der Begriff des Lernens wird in vielerlei Hinsicht definiert. Zusammengefasst könnte man sagen, dass Lernen ein Prozess ist, der das Aufnehmen, Verarbeiten und Umsetzen von Informationen umschließt. Informationen werden dabei über verschiedene Analysatoren aufgenommen (kinästhetischer, statico- dynamischer, taktiler, optischer und akustischer Analysator) und über afferente Nervenbahnen zur Verarbeitung ins Gehirn weitergeleitet, um anschließend über efferente Bahnen zu den verschiedenen Organen, z. B. zu den Muskeln, geleitet zu werden (Abb. 1). Demnach beruht das Lernen auf gesammelten Erfahrungen, die eine Verhaltensänderung des Organismus bewirken, welche ihn befähigen situationsangemessen zu reagieren und zu handeln. Um von Lernen zu sprechen, ist also ein bestimmtes Maß an Übung, im Sport würde man von Training sprechen, zum Erfahrungssammeln nötig. Die sportlichen Handlungen werden je nach Situation geplant, initiiert und schließlich ausgeführt (Abb. 2).
Hacker unterteilt diese psychischen Lernschritte in drei Regulationsebenen. Am Anfang des Lernprozesses einer sportlichen Bewegung sind diese Schritte der psychischen Regulation sehr bedeutsam und werden sehr bewusst ausgeführt (kognitiv- intellektuelle Regulationsebene). Eine Mittelstellung nimmt die perzeptiv begriffliche Ebene ein. Hat man die Bewegung automatisiert, liegt der Fokus nicht mehr auf der Bewegungsausführung. Die Prozesse laufen weitgehend unbewusst ab (kognitiv- sensomotorische Regulationsebene). Die kognitiv- intellektuelle Ebene ist demnach die Regulationsebene, die beim Lernen einer neuen Bewegung die entscheidende ist. Deshalb soll folgend die damit einhergehende Physiologie der Bewegungskontrolle etwas genauer betrachtet werden.
1 Einleitung: Darstellung der Problematik der Händigkeit im Sport und Einführung in die Forschungsfrage zur Bedeutung der Reihenfolge beim beidseitigen Training.
2 Physiologische und sportmotorische Grundlagen: Erläuterung der Prozesse motorischen Lernens sowie der neurologischen Basis der gekreuzten Motorik und der Hemisphärenspezialisierung.
3 Forschungsstand: Überblick über existierende Studien zu Reihenfolge- und Transfereffekten, insbesondere mit Fokus auf Stöckel (2009) und Maurer (2005).
4 Forschungshypothesen: Formulierung der Arbeitshypothesen bezüglich der Reihenfolge der Körperseiten beim Training und des kontralateralen Transfers.
5 Methodisches Vorgehen: Detaillierte Beschreibung des Feldexperiments, des Testaufbaus, der Probandengruppen und der statistischen Auswertungsmethoden.
6 Ergebnisse und Auswertung: Statistische Analyse der erhobenen Daten, Überprüfung der Hypothesen durch MANOVA und Interpretation der Haupteffekte.
7 Zusammenfassung, methodische Ableitungen und Ausblick: Diskussion der Ergebnisse im Kontext vorheriger Studien, praktische Empfehlungen für das Training und Impulse für zukünftige Forschungen.
Faustball, Kernschlag, kontralateraler Lerntransfer, motorisches Lernen, Präzisionsanforderung, Reihenfolgeeffekt, Seitenasymmetrie, Hemisphärenspezialisierung, beidseitiges Üben, sportmotorische Fertigkeit, Feldexperiment, Trainingsmethodik, Koordinationsanforderung, Handlungsrepertoire, Transferdesign.
Die Bachelorarbeit untersucht, ob die Reihenfolge der trainierten Körperseiten beim Erlernen einer neuen sportmotorischen Fertigkeit – am Beispiel des Faustball-Kernschlags – einen Einfluss auf den Lernerfolg und die Übertragung des Gelernten auf die andere Körperseite hat.
Zentrale Felder sind das motorische Lernen, der kontralaterale Lerntransfer (die Übertragung von einer Hand auf die andere), die Hemisphärenspezialisierung des Gehirns und die Bedeutung beidseitiger Ausbildung im Sport.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob bei einer Aufgabe, die hohe Anforderungen an Präzision, Orientierung und Koordination stellt, ein anfängliches Training mit der (nicht-dominanten) linken Körperseite zu nachhaltigeren Lernergebnissen führt als der traditionell übliche Beginn mit der rechten Hand.
Es wurde ein kontrolliertes Feldexperiment mit einem vollständig gekreuzten Transferdesign (Cross-over-Design) durchgeführt, bei dem die Leistungen der Probanden an verschiedenen Messzeitpunkten mittels multivariater Varianzanalysen (MANOVA) statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den aktuellen Forschungsstand, die Hypothesenbildung sowie die detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens und die abschließende Auswertung der experimentellen Daten.
Wichtige Begriffe sind kontralateraler Lerntransfer, Reihenfolgeeffekte, Faustball-Kernschlag, Präzisionsanforderungen und beidseitiges Üben im sportlichen Trainingsprozess.
Die vorliegende Studie erweitert die Untersuchungen von Stöckel durch eine vergrößerte Stichprobe und eine feinere Untergliederung des Zielfeldes, um die statistische Trennschärfe bezüglich der Präzisionsanforderungen bei der untersuchten Sportart Faustball zu erhöhen.
Die Arbeit empfiehlt, insbesondere im Nachwuchsbereich, bei Aufgaben mit hoher Präzisions- und Koordinationsanforderung das Training vorerst mit der nicht-dominanten Hand zu beginnen, um den Lerntransfer zu optimieren und ein variableres Handlungsrepertoire zu schaffen.
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