Bachelorarbeit, 2023
29 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Quellenanalyse
3. Das Ende der Bürgerkriege und der Beginn des Prinzipats
4. Die Rolle der rechtlichen Amtsgewalten im Prinzipat
5. Augustus‘ Selbstdarstellung und Legitimation seiner Herrschaft
6. Augustus‘ Nachfolgekandidaten
6.1 Marcellus und Agrippa
6.2 Gaius und Lucius Caesar
6.3 Tiberius
7. Tiberius‘ Legitimation und Inszenierung seines Amtsantritts
8. Schlussbetrachtung
9. Anhang
Diese Bachelorarbeit untersucht die komplexe Fragestellung, wie es Augustus gelang, den Prinzipat als ein auf persönlicher auctoritas beruhendes Herrschaftssystem an einen Nachfolger zu übertragen, ohne dabei den Anschein einer bei den Römern verhassten Erbmonarchie zu erwecken.
Augustus‘ Selbstdarstellung und Legitimation seiner Herrschaft
Obgleich Augustus als unangefochtener Sieger aus den Bürgerkriegen hervorging und zweifellos über die militärischen Mittel verfügte, seine Alleinherrschaft auch mit Gewalt durchzusetzen, versuchte er von Anfang an einen diplomatischen Konsens mit der senatorischen Oberschicht zu erzielen. Anders als sein Adoptivvater Julius Caesar ging er dabei äußerst behutsam vor und vermied es, seine Stellung wie die eines Königs erscheinen zu lassen.
Aus diesem Grund war Augustus sehr an einer positiven Darstellung seiner selbst gelegen, ebenso an einer hinreichenden Legitimation seiner herausgehobenen Position im Staat. Dass der Senat und das Volk von Rom Senat Augustus‘ Alleinherrschaft bedenkenlos akzeptierten oder gar ausnahmslos bejubelten, wie Velleius Paterculus glaubhaft machen möchte, darf als zweifelhaft gelten. Dagegen spricht nicht zuletzt die Zahl der politischen Intrigen und Umsturzversuche, wie etwa die Verschwörung des Caepio oder die des Lucius Paullus. Selbst 8 n. Chr., 35 Jahre nach Errichtung des Prinzipats, sah sich Augustus noch einer Opposition im Senat gegenüber. Der erste princeps befand sich kontinuierlich in einem Ringen um Legitimation.
Als Ausdruck dieses Legitimationsbedürfnisses können die Res gestae angesehen werden. In diesem Tatenbericht fasst Augustus ein Jahr vor seinem Tod zusammen, wie er sich und seine Handlungen auch schon in den Jahrzehnten zuvor dargestellt haben dürfte. Zu Beginn der Res gestae führt er in beschönigter Form die Verdienste auf, die er für den Staat während des Bürgerkriegs errungen hatte. In Res gestae 5 und 6 betont Augustus, dass er die Diktatur, die ihm von Volk und Senat wiederholt angetragen worden war, stets abgelehnt hatte. Damit wollte er sich gezielt des Vorwurfs erwehren, er habe als Alleinherrscher regiert. Anschließend folgen Augustus Taten und seine empfangenen Ehrungen während der Prinzipatszeit. Den krönenden Abschluss des Tatenberichts bilden Res gestae 34 und 35, welche die wichtigsten Elemente der augusteischen Selbstdarstellung zusammenfassen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des Übergangs von der römischen Republik zum Prinzipat unter Augustus und definiert die Forschungsfrage nach den Mechanismen der Nachfolge.
2. Quellenanalyse: Dies Kapitel bewertet die zeitgenössischen Geschichtsschreiber Tacitus, Sueton, Cassius Dio und Velleius Paterculus sowie die Res gestae im Hinblick auf ihre Aussagekraft und Voreingenommenheit.
3. Das Ende der Bürgerkriege und der Beginn des Prinzipats: Hier wird der Weg Octavians nach der Schlacht bei Actium zur Konsolidierung seiner Alleinherrschaft und zur Schaffung der augusteischen Ordnung nachgezeichnet.
4. Die Rolle der rechtlichen Amtsgewalten im Prinzipat: Dieses Kapitel arbeitet das imperium proconsulare und die tribunicia potestas als die zentralen rechtlichen Machtsäulen des Princeps heraus.
5. Augustus‘ Selbstdarstellung und Legitimation seiner Herrschaft: Der Fokus liegt hier auf dem Konzept der auctoritas und der geschickten Nutzung von Medien wie Münzen zur Legitimationssicherung.
6. Augustus‘ Nachfolgekandidaten: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Strategien Augustus' bei Marcellus, Agrippa, Gaius und Lucius Caesar sowie Tiberius zur Sicherung der Erbfolge.
7. Tiberius‘ Legitimation und Inszenierung seines Amtsantritts: Die Arbeit untersucht, wie Tiberius nach dem Tod des Augustus den Übergang trotz anfänglicher Unsicherheiten inszenierte und als Princeps bestätigt wurde.
8. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst das Fazit zusammen, dass die gelungene Vererbung des Prinzipats Augustus eine seiner bedeutendsten Leistungen darstellt.
Prinzipat, Augustus, Tiberius, Nachfolge, Legitimation, auctoritas, imperium proconsulare, tribunicia potestas, römische Republik, Kaisertum, Res gestae, Münzprägung, Senat, Monarchie, Erbfolge
Die Arbeit untersucht den historischen Prozess der Etablierung einer Nachfolgeregelung für das augusteische Herrschaftssystem, den so genannten Prinzipat.
Im Zentrum stehen die Machtgrundlagen des Augustus, die diplomatische Legitimationsstrategie gegenüber dem Senat und das komplexe Vorgehen bei der Vorbereitung unterschiedlicher Nachfolgekandidaten.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie es Augustus gelang, eine informelle Monarchie so zu legitimieren und deren Weiterführung auf Tiberius zu arrangieren, dass sie als staatliche Notwendigkeit und nicht als verhasste Erbmonarchie wahrgenommen wurde.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse antiker zeitgenössischer Historiker (wie Tacitus und Sueton) sowie primärquellenbezogene Untersuchungen (Res gestae, numismatische Zeugnisse) unter Einbeziehung moderner Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rechtlicher und symbolischer Machtmittel, die detaillierte Analyse der einzelnen Nachfolgeaspiranten (Marcellus, Agrippa, Gaius und Lucius Caesar, Tiberius) sowie die spezifische Inszenierung des Machtwechsels nach Augustus' Tod.
Kernbegriffe sind Prinzipat, auctoritas, Nachfolge, Legitimationsstrategie und die spezifischen römischen Rechtsbezeichnungen wie imperium proconsulare und tribunicia potestas.
Im Gegensatz zu juristischen Vollmachten konnte auctoritas (Ansehen/Prestige) nicht per Senatsbeschluss übertragen werden. Sie musste individuell durch Taten, Charisma und die Zustimmung der Zeitgenossen erworben werden, weshalb der Nachfolger diese Qualität selbst aufbauen musste.
Münzen dienten unter Augustus als wichtiges Medium der Erinnerungspolitik, das durch bildliche Darstellung zukünftiger Erben deren Bekanntheit im Reich förderte und dem Prinzipat gleichzeitig einen pseudo-republikanischen Anstrich gab.
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