Masterarbeit, 2022
197 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Forschungsfragen, Ziel und Methodik der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Kinderrechte
2.1 Übereinkommen über die Rechte des Kindes (1989)
2.1.1 Leitgedanken und Aufbau der UN-KRK
2.1.2 Wesentlicher Inhalt der UN-KRK
2.1.2.1 Schutzrechte
2.1.2.2 Förderrechte
2.1.2.3 Beteiligungsrechte
2.1.2.4 Gebäude der Kinderrechte
2.1.2.5 Die zehn wichtigsten Kinderrechte
2.2 Aktueller Forschungsstand
2.2.1 Gelingensbedingungen einer nachhaltigen Verankerung von Kinderrechten in der Grundschule (2021)
2.2.2 Landesbausparkassen-Kinderbarometer (2020)
2.2.3 Kinderrechte-Index (2019)
2.2.4 UNICEF Kinderrechte-Umfrage (2019)
2.2.5 World Vision Kinderstudie (2018)
2.3 Historische Perspektive
2.3.1 Geschichte der Kindheit
2.3.1.1 Kindsein
2.3.1.2 Kindheit im Wandel
2.3.2 Bedeutende Persönlichkeiten im Lichte der UN-KRK
2.3.2.1 Ellen Key (1849–1926)
2.3.2.2 Eglantyne Jebb (1876–1928)
2.3.2.3 Janusz Korczak (1878/1879–1942)
2.3.3 Geschichte der Menschenrechte
2.3.3.1 Entwicklungslinien ab dem 17. Jahrhundert
2.3.3.2 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)
2.3.3.3 Erste umfassende Menschenrechtsverträge: Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte und Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (1966)
2.3.3.4 Behindertenrechtskonvention (2006)
2.3.4 Geschichte der Kinderrechte
2.3.4.1 Die drei Grundrechte des Kindes nach Korczak (1919)
2.3.4.2 Genfer Erklärung (1924)
2.3.4.3 Erklärung der Rechte des Kindes (1959)
2.3.4.4 Übereinkommen über die Rechte des Kindes (1989)
2.4 Rechtliche Perspektive
2.4.1 Begriff und Funktion des Rechts
2.4.2 Begriff und Struktur der Demokratie
2.4.3 System der Rechtsquellen
2.4.3.1 Völkerrecht
2.4.3.2 Europarecht
2.4.3.3 Verfassungsrecht
2.5 Gesellschaftspolitische Perspektive
2.5.1 Gegenwärtige Rechte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland
2.5.1.1 Rechte der Kinder im Völkerrecht
2.5.1.2 Rechte der Kinder im Europarecht
2.5.1.3 Rechte der Kinder im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
2.5.1.4 Rechte der Kinder in den Landesverfassungen
2.5.2 Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz
2.5.2.1 Inhalte des damaligen Koalitionsvertrages
2.5.2.2 Erwartungen der expliziten Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz
2.5.2.3 Bedeutung der UN-KRK für das Vorhaben
2.5.2.4 Folgen einer Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz
3 Demokratiepädagogik, Kinderrechte und Schule
3.1 Profil der Schule
3.1.1 Leitziele
3.1.2 Schulkonzept
3.2 Bildung und Demokratie
3.2.1 Demokratiepädagogik
3.2.1.1 Partizipation
3.2.1.2 Resilienz und Selbstwirksamkeit
3.2.2 Demokratische Schulentwicklung
3.2.2.1 Teilnahme am Programm „Demokratie lernen und leben“ (2002–2007)
3.2.2.2 Teilnahme am Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (seit 2007)
3.2.3 Klassenrat als demokratisches Gremium
3.2.3.1 Merkmale und Elemente des Klassenrates
3.2.3.2 Inklusiver Mehrwert des Klassenrates
3.2.3.3 Einblicke in den Klassenrat
3.2.4 Schüler*innenparlament als demokratisches Gremium
3.2.4.1 Merkmale und Elemente des Schüler*innenparlaments
3.2.4.2 Inklusiver Mehrwert des Schüler*innenparlaments
3.2.4.3 Einblicke in das Schüler*innenparlament
3.2.5 Umgang mit Streitigkeiten und Konflikten
3.2.5.1 Begriffsklärung „Streit“ und „Konflikt“
3.2.5.2 Konfliktbearbeitung
3.2.5.3 Umsetzung der konstruktiven Konfliktbearbeitung
3.3 Bildung und Kinderrechte
3.3.1 Kinderrechtsbasierte Bildung
3.3.2 Kindergerechte Schulentwicklung
3.3.2.1 Teilnahme am Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte (seit 2010)
3.3.2.2 Kriterien für die Umsetzung der UN-KRK an Schulen
3.3.3 Verankerung der Kinderrechte im Schulcurriculum
4 Empirische Untersuchung
4.1 Qualitative Teilstudie
4.1.1 Auswahl und Beschreibung der Methode: Expert*inneninterview
4.1.2 Auswertungsmethode
4.1.3 Interviewleitfaden
4.1.3.1 Fragetypen
4.1.3.2 Anfertigung des Interviewleitfadens
4.1.4 Durchführung
4.2 Quantitative Teilstudie
4.2.1 Auswahl und Beschreibung der Methode: Online-Befragung
4.2.2 Auswertungsmethode
4.2.3 Fragebogendesign
4.2.3.1 Brainstorming
4.2.3.2 Layout und Funktionalität
4.2.3.3 Forschungsethik und Datenschutz
4.2.3.4 Technische Überprüfung und Pretest
4.2.4 Durchführung
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Qualitative Teilstudie
5.1.1 Umgang miteinander
5.1.2 Relevanz der Thematik „Kinderrechte“
5.1.3 Mehraufwand und Herausforderungen
5.1.4 Öffentlichkeitsarbeit
5.1.5 Umsetzung der UN-KRK
5.1.6 Wirksamkeit der Umsetzung
5.1.7 Aussicht
5.2 Quantitative Teilstudie
5.2.1 Individuelle Bezüge zum Thema „Kinderrechte“
5.2.2 Umgang miteinander
5.2.3 Rund um den Unterricht
5.2.4 Regeln und Mitgestaltung
6 Diskussion der Ergebnisse
6.1 Qualitative Teilstudie
6.2 Quantitative Teilstudie
7 Fazit und Ausblick
8 Literaturverzeichnis
Die Masterarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Kinderrechten innerhalb der schulischen Bildung an einer Grundschule. Im Fokus steht die Forschungsfrage, wie die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) als inhaltliche und strukturelle Leitperspektive im Schulalltag implementiert werden kann und wie diese Maßnahmen von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommen, reflektiert und in ihrem Bildungsverhalten umgesetzt werden.
1 Einleitung
Es ist ein Freitag, der 13., der in die deutsche Geschichte eingeht: Nach einem Treffen der Kultusministerkonferenz entschieden sich alle Bundesländer dazu, Schulen und Kitas aufgrund der COVID-19-Pandemie vorerst zu schließen. Anstatt sich auf den gewohnten Weg in die Schule zu begeben, blieben rund 11 Millionen Schüler*innen Zuhause (vgl. Statistisches Bundesamt, 2021). Nie zuvor waren Eltern und Kinder unmittelbarer von der Schulpolitik der Landesregierungen betroffen.
Diese drastische Veränderung wirkte sich in vielen Bereichen auf den Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen aus: Dadurch, dass Spielplätze gesperrt wurden und strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen galten, wurden soziale Kontakte verhindert. Auch das Sozialleben in der Schule fiel den COVID-19-Regelungen zum Opfer, da auf Distanzunterricht umgestellt wurde. Dadurch waren die Schüler*innen an ihre Familien und die Räumlichkeiten ihres Zuhauses gebunden. Das Miteinander war durch die räumliche Enge in nahezu allen Familien angespannt, was das Risiko häuslicher Gewalt gegen Minderjährige erhöhte. Ein Problem, das auch schon vor COVID-19 bestand, betrifft den Bildungsstand und das Einkommen der Eltern, die sich maßgeblich auf die Leistungen der Kinder auswirken. In Zeiten der Pandemie hat sich dieser Zustand verschlechtert, da viele Schüler*innen keinen Zugang zu Medien hatten und im schlimmsten Fall, pädagogisch gesehen, abgehängt wurden. Ein weiterer Effekt des Distanzlernens war, dass die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder extrem beschränkt waren. Die Bedürfnisse der Heranwachsenden wurden in politischen Diskussionen nicht berücksichtigt. Dies bestätigt auch die bundesweite Studie der Stiftungs-Universität Hildesheim und der Universität Frankfurt zu den Erfahrungen und Perspektiven von Kindern während der COVID-19-Maßnahmen (vgl. Andresen et al., 2020), in der sich die Befragten darüber beklagten, auf ihre Rolle als Schüler*innen reduziert worden zu sein, denen vor allem Unterrichtsinhalte vermittelt werden sollen. Ihre Sorgen und Nöte wurden nicht wahrgenommen. Die Studie zeigt, dass Heranwachsende als eigenständige Subjekte behandelt werden und denen Angebote zur Verfügung gestellt werden müssen, in denen sie sich als Mensch ganzheitlich ernst genommen fühlen können.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den schulischen Alltag von Kindern und begründet die Notwendigkeit, Kinderrechte als Leitperspektive in der Grundschulbildung zu verankern.
2 Grundlagen der Kinderrechte: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Basisinformationen zur UN-Kinderrechtskonvention, den aktuellen Forschungsstand und die historische Genese der Kinder- und Menschenrechte sowie rechtliche Aspekte.
3 Demokratiepädagogik, Kinderrechte und Schule: Hier wird der Zusammenhang zwischen Demokratie, Schule und Kinderrechten dargestellt, einschließlich konkreter schulpraktischer Modelle zur Förderung demokratischer Teilhabe.
4 Empirische Untersuchung: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Arbeit, bestehend aus der qualitativen Analyse von Experteninterviews und der quantitativen Auswertung einer Schülerbefragung.
5 Darstellung der Ergebnisse: Die Befunde der qualitativen und quantitativen Studien werden präsentiert und bieten Einblicke in die Wahrnehmungen und das Erleben von Kindern und Lehrkräften.
6 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert, in Bezug zu den theoretischen Ansätzen gesetzt und kritisch reflektiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse der Masterarbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die weiterführende Entwicklung der Kinderrechtethematik in der Gesellschaft.
Bildungsarbeit, Demokratie, Demokratielernen, Demokratiepädagogik, Grundschule, Kinderrechte, kinderrechtsbasierte Bildung, Partizipation, Resilienz, Selbstwirksamkeit, UN-Kinderrechtskonvention, UN-KRK, Schule, Schulentwicklung
Die Arbeit untersucht, hvordan die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) das Schulleben einer Grundschule strukturell prägen kann und welchen Einfluss eine kinderrechtsbasierte Schulkultur auf die Partizipation und das Wohlbefinden der Kinder hat.
Zentral sind die theoretische Fundierung von Kinderrechten, die Konzepte der Demokratiepädagogik in der Schule (wie Klassenrat und Schülerparlament) sowie die empirische Analyse von Gelingensbedingungen für eine solche pädagogische Praxis.
Das Hauptziel besteht darin, herauszufinden, ob und inwieweit Kinderrechte im Schulalltag operativ umsetzbar sind und welche Effekte die Umsetzung für die Schulgemeinschaft, insbesondere in Bezug auf Mitbestimmung und Verantwortungsübernahme, entfaltet.
Die Arbeit verwendet eine Mixed-Methods-Variante: qualitative Experteninterviews mit Lehrkräften sowie eine quantitative Online-Befragung unter Viertklässlerinnen und Viertklässlern.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen der Kinderrechte (inkl. Historie und Recht), gesellschaftspolitische Perspektiven sowie didaktische Konzepte einer kinderrechtsbasierten Schulentwicklung.
Kernbegriffe sind Kinderrechtsbasierte Bildung, Demokratiepädagogik, Partizipation, UN-Kinderrechtskonvention, Schulentwicklung und Selbstwirksamkeit.
Die befragten Lehrkräfte und die Schulleitung bestätigen, dass das Schulklima signifikant verbessert wird, wenn Lehrkräfte bereit sind, Verantwortung abzugeben und Kinder als eigenständige Subjekte in Entscheidungsprozesse einzubinden.
Der Klassenrat dient als zentrales partizipatives Lernarrangement, das es Kindern früh ermöglicht, Demokratie durch Handeln zu erfahren, Konflikte friedlich zu lösen und Selbstwirksamkeit in ihrer direkten Lernumgebung zu erleben.
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