Bachelorarbeit, 2024
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Migrationsformen
2.1.1 Arbeitsmigration
2.1.2 Familiennachzug
2.2 Integration
2.3 Assimilation
2.3 Rassismus, Alltagsrassismus und institutioneller Rassismus
3 Historische Entwicklung der türkischen Gastarbeiterschaft in Deutschland
3.1 Ursprung der türkischen Auswanderung
3.1.1 Die Anwerbung von Arbeiter/innen aus der Türkei
3.1.2 Lebensgeschichtliche Erinnerung einer türkischen Migrantin
3.2 Der Anwerbestopp (1973) und dessen Folgen
4 Der Brandanschlag von Solingen 1993
4.1 Anstieg rechtsradikaler Gewalt in den 80-er Jahren
4.2 Der Brandanschlag
4.2.1 Hintergründe und Motive der Täter
4.2.2 Opfer-Täter/innen-Umkehr
5 Theoretische Grundlagen
5.1 Die Intersektionalitätstheorie nach Kimberlé Crenshaw
5.2 Assimilation und Integration nach Hartmut Esser
6 Theoretischer Bezug
6.1 Benachteiligung anhand der Intersektionalität
6.1.1 Geschlechtsspezifische Benachteiligung
6.1.2 Soziales Milieu
6.1.3 Religion
6.2 Benachteiligung anhand der sozialen Integration nach Esser
7 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, wie die Erfahrungen der historischen Gastarbeiterbewegung die aktuelle soziale Integration deutsch-türkischer Migrantinnen und Migranten maßgeblich beeinflusst haben. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse langfristiger gesellschaftlicher Folgen und struktureller Diskriminierung, wobei der rechtsextreme Brandanschlag von Solingen 1993 als zentrales Fallbeispiel dient, um Integrationsdynamiken zu verdeutlichen.
Die Anwerbung von Arbeiter/innen aus der Türkei
Zwischen 1961 und 1973 wurde die als organisierte Anwerbung bekannte Maßnahme durchgeführt, die am 30. Oktober 1961 zur Unterzeichnung des Anwerbeabkommens mit der Türkei führte. Das Grundgesetz der türkischen Republik hinsichtlich der Reisefreiheit wurde geändert, was bedeutete, dass die Bürger ohne jegliche Einschränkungen ein- und ausreisen durften. Dies resultierte in der Konsequenz, dass türkische Arbeitnehmer grundsätzlich die Möglichkeit hatten, eine Beschäftigung im Ausland aufzunehmen (vgl. Sezer 2001: 235). „Eine Einwanderungswelle aus der Türkei sollte in jedem Fall vermieden werden“ (ebd.: 236), obwohl Deutschland die Anwerbung ausländischer, beziehungsweise türkischer Arbeitskräfte als einzige Möglichkeit sah, das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Hinsichtlich der Forschungsfrage ist zunächst noch wichtig zu erwähnen, „dass die Bundesrepublik bereits damals den muslimischen Türken nur widerwillig Einlass gewähren wollte“ (Hunn 2005: 32). Das primäre Interesse galt der Anwerbung spanischer Gastarbeiter, da diese in ihrer Sprache, ihren Sitten und Gewohnheiten den bereits seit Jahren in Deutschland arbeitenden Italienern ähnelten (vgl. ebd.: 101f.), obwohl laut der Zeitung Die Zeit (1968) „die Zahl der Italiener und Spanier, die als ‚Gastarbeiter‘ nach Deutschland gehen wollen, eher rückläufig ist“ (Die Zeit 1968 zitiert nach Hunn 2005: 207). Nach Eduard Keintzel (1961) ergreifen Türk/innen nicht von sich aus die Initiative, sie seien es gewohnt „von strenger, harter Hand geführt [zu werden]“ (Hunn 2005: 101) und kennen bei Betrug keine moralischen Bedenken (vgl. Keintzel 1961 zitiert nach Hunn 2005: 102f.). Dieser Bericht, in dem Keintzel von seinen stereotypisierten Gedanken und Erwartungen von türkischstämmigen Menschen schreibt, stößt „bei dem Türkei-Sachverständigen der Bundesanstalt für Arbeit, Heinrich Dreyer, der immerhin drei Jahre in der Türkei verbracht hatte“ (Hunn 2005: 103) auf Kritik und hinterfragt damit den negativen Umgang mit türkischen Arbeitnehmer/innen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zu den Auswirkungen der Gastarbeitererfahrungen auf die heutige soziale Integration und definiert den Brandanschlag von Solingen als zentralen Analysepunkt.
2 Begriffsbestimmungen: Hier werden essentielle Fachbegriffe wie Migration, Integration, Assimilation und verschiedene Rassismusformen definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die Analyse zu schaffen.
3 Historische Entwicklung der türkischen Gastarbeiterschaft in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die Ursprünge der Anwerbepolitik, die Lebensrealitäten der ersten Generation und die tiefgreifenden Folgen des Anwerbestopps ab 1973.
4 Der Brandanschlag von Solingen 1993: Eine detaillierte Untersuchung der Atmosphäre der 80er-Jahre, der Hintergründe des Anschlags, der Täterprofile und der medialen sowie politischen Täter-Opfer-Umkehr.
5 Theoretische Grundlagen: Vorstellung der theoretischen Konzepte von Kimberlé Crenshaw (Intersektionalität) und Hartmut Esser (Sozial- und Systemintegration) als analytisches Fundament.
6 Theoretischer Bezug: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die Themen Geschlecht, Milieu und Religion, um die spezifischen Benachteiligungsmechanismen der türkischen Community zu beleuchten.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit rassismuskritischer Ansätze für eine nachhaltige Integrationspolitik in Deutschland.
Gastarbeiterschaft, Soziale Integration, Brandanschlag Solingen 1993, Intersektionalität, Rassismus, Migration, Assimilation, Diskriminierung, Türkeistämmige Migrant/innen, Politische Partizipation, Rechtsextremismus, Identitätsbildung, Migrationsgeschichte, Institutioneller Rassismus, Akkulturationsstress
Die Arbeit untersucht, wie die Erfahrungen der früheren türkischen Gastarbeiter die soziale Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland bis heute prägen, exemplarisch analysiert anhand der Folgen des Brandanschlags von Solingen 1993.
Das Ziel ist es, die dynamischen Zusammenhänge zwischen historisch bedingten Diskriminierungserfahrungen und aktuellen Integrationshürden unter Verwendung intersektionaler und soziologischer Theorien aufzuzeigen.
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung der Anwerbepolitik, die gesellschaftliche Wahrnehmung türkischstämmiger Gruppen, die Auswirkungen rechtsextremer Anschläge sowie die Konzepte von Rassismus und Segregation ab.
Die Autorin kombiniert eine historische Analyse mit der theoretischen Anwendung von Intersektionalität nach Crenshaw und Integrationstheorien nach Esser, um eine interdisziplinäre Untersuchung der sozialen Lebensrealität zu ermöglichen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Anwerbephase, die Entstehung rechtsextremer Gewaltstrukturen in den 80er und 90er Jahren und nutzt die theoretischen Rahmenwerke zur Erklärung spezifischer Benachteiligungen in Bildung, am Arbeitsmarkt und im täglichen Leben.
Die Kernbegriffe umfassen Gastarbeiterschaft, Soziale Integration, Solingen 1993, Intersektionalität, Rassismus, Migration, Assimilation und institutionelle Diskriminierung.
Die Schule dient als Fallbeispiel, um zu untersuchen, wie rechtsextreme Institutionen zur Radikalisierung von Tätern beitragen konnten und welche Rolle staatliche Vertrauensleute (V-Männer) in diesem Zusammenhang spielten.
Die Analyse verdeutlicht, wie durch eine selektive oder vorurteilsbehaftete Berichterstattung Opfer rassistischer Gewalt in der öffentlichen Wahrnehmung zu Tätern umgedeutet wurden, was strukturelle rassistische Tendenzen innerhalb der Gesellschaft widerspiegelt.
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