Diplomarbeit, 2008
60 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Motivation
1.2 Aufbau der Diplomarbeit
2 Analyse
2.1 Workflow-Anwendung
2.1.1 Workflow
2.1.2 Architektur
2.2 Systemüberwachung
2.2.1 Überwachungsablauf
2.2.2 Architektur
3 Konzeption und Entwurf des Expertensystems
3.1 Abstrakte Architektur
3.2 Basisschnittstelle
3.3 Systemkern
3.3.1 Wissensbasis
3.3.2 Steuerungssystem
3.3.2.1 Inferenzkomponente
3.3.2.2 Erklärungskomponente
3.3.3 Diagnostische Auswertung
3.4 Regeleditor
3.5 Ansätze zur Optimierung
3.5.1 Temporale Inferenz
3.5.2 Automatische Schwellwertbestimmung
4 Prototypisierung
4.1 Wissensbasis
4.2 Inferenzkomponente
4.2.1 Kontrollsystem
4.2.2 Regelinterpreter
4.3 Diagnostische Auswertung
4.4 Regeleditor
4.4.1 Regeleingabe
4.4.2 Transfer zur Datenbank
4.4.3 Auslesen der Faktentabelle
4.4.4 Eingabe potentieller Diagnosen
5 Bewertung
6 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Diplomarbeit ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Expertensystems zur automatisierten Diagnose von Störungen in komplexen IT-Workflow-Anwendungen. Dabei soll das System über eine rein hardwareorientierte Überwachung hinausgehen, Störungsursachen bewerten und dem Anwendungsbetreuer fundierte Therapievorschläge zur Behebung der Probleme unterbreiten.
1 Einführung
Das „Robotermärchen“ des polnischen Philosphen Stanislaw Lem befasst sich mit den Themen Wissen und Information. Der Autor erzählt die Geschichte der Raumfahrer Klapaucius und Trurl, die von einem Räuber gefangen genommen werden. Dem Räuber steht der Sinn nicht nach Gold und Silber, sondern nach den Schätzen des Wissens. Die Astronauten konstruieren für ihn eine Maschine, die am laufenden Band Informationen generiert und auswirft. Schließlich lässt der Räuber die Beiden laufen und beginnt, die generierten Informationen zu lesen. So erfährt er zum Beispiel, dass die Tochter des Königs Petricius aus Laubaudien Garbunda hieß, und er erfährt die Anzahl der Elektronenhüllen eines Termionoliumatoms. Schließlich stellt der Räuber jedoch fest, dass ihm die Informationen nichts nützen. Er kann für sich aus den Informationen keinen positiven Vorteil ableiten.
Umgangssprachlich werden die Begriffe „Wissen“ und „Information“ oftmals gleichwertig behandelt. Doch die philosophische Geschichte zeigt, dass zwischen den Begriffen „Wissen“ und „Information“ durchaus ein Unterschied besteht. In der Ausdrucksweise der mathematischen Informationstheorie wird der Begriff „Information“ als das Neue an einer Nachricht definiert. Der Begriff „Wissen“ hingegen kennzeichnet die praktische Anwendbarkeit bzw. den Nutzen der Information.
Der philosophischen Geschichte kann auch entnommen werden, dass es in einer bestimmten Situation nicht einfach ist, an die Informationen zu gelangen, die gerade von Bedeutung sind. Der Zugriff auf Informationen erscheint manchmal weniger problematisch, als die Abgrenzung des Relevanten. Solch eine Abgrenzung kann ggf. lange dauern und teuer sein.
1 Einführung: Diese Einleitung motiviert die Notwendigkeit eines Expertensystems zur Anwendungsdiagnose, da herkömmliche Überwachungslösungen zu hardwarefixiert sind, und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Analyse: In diesem Kapitel wird eine komplexe Workflow-Anwendung sowie die bestehende Systemüberwachung durch Nagios systematisch analysiert, um Problembereiche zu identifizieren.
3 Konzeption und Entwurf des Expertensystems: Hier wird die theoretische Basis des Expertensystems erarbeitet, einschließlich der Architektur, der Wissensbasis, des Steuerungssystems und Ansätzen zur Optimierung.
4 Prototypisierung: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Validierung der theoretischen Konzepte durch die Implementierung von Komponenten in einer SQL-Datenbank und die Entwicklung eines Regeleditors in Java.
5 Bewertung: Der Prototyp wird anhand einer Stärken-Schwächen-Analyse in einem Netto-Diagramm evaluiert, wobei die Umsetzbarkeit und Leistungsfähigkeit diskutiert werden.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle Weiterentwicklungen, wie etwa die Implementierung von Performanztests.
Expertensystem, Anwendungsdiagnose, Workflow-Anwendung, Systemüberwachung, Nagios, Wissensbasis, Inferenzkomponente, Prototyping, Datenbank, SQL, Neuronale Netze, Störungsursache, Therapievorschlag, Regeleditor, IT-Management.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption und Prototypisierung eines Expertensystems, das dabei unterstützt, Störungen in komplexen IT-Anwendungen automatisch zu diagnostizieren und Therapievorschläge zu generieren.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Künstliche Intelligenz (Expertensysteme), System-Monitoring in der IT-Infrastruktur, relationale Datenbankmodellierung und Software-Entwicklung.
Ziel ist es, eine ganzheitliche maschinelle Überwachung zu schaffen, die über die reine Erfassung technischer Ereignisse hinausgeht und durch eine intelligente Wissensbasis konkrete Ursachen für Störungen im Anwendungsbetrieb benennen kann.
Es werden wissensbasierte Methoden, funktionale Modellierung, aussagenlogische Verknüpfungen und Ansätze aus der Graphentheorie (Und-Oder-Bäume) sowie probabilistische Diagnosebewertungen angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse einer bestehenden Workflow-Anwendung, die konzeptionelle Herleitung der Expertensystem-Architektur und die praktische prototypische Umsetzung der Komponenten in SQL und Java.
Wesentliche Begriffe sind Expertensystem, Inferenz, Wissensbasis, Systemüberwachung, Diagnoseprozess und Regeleditor.
Während Nagios auf die Überwachung technischer Hardwareereignisse fokussiert ist, zielt dieses System darauf ab, die fachliche Ebene von Anwendungen zu diagnostizieren, Störungsursachen abzuleiten und Lösungsvorschläge für den Betreuer zu unterbreiten.
Die Implementierung in eine Datenbank erfolgt primär zur Einsparung von Entwicklungszeit und zur Nutzung der nativen Trigger- und Prozedurfunktionalitäten für die Inferenzschritte des Systems.
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