Masterarbeit, 2023
206 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsstand
1.2 Zielsetzung und Fragestellung
1.3 Vorgehensweise und Methodik
2 Theoretische Grundlagen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.1 Der Gesundheitsbegriff
2.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.3 Theoretischen Ansätze und Modelle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.3.1 Modell der Salutogenese
2.3.2 Job-Demands-Resources-Modell
2.3.3 Haus der Arbeitsfähigkeit
3 Theoretische Grundlagen des alter(n)sspezifischen Arbeitens
3.1 Älterer Arbeitnehmer in Abgrenzung zum alternden Arbeitnehmer
3.2 Zentrale Theorien des Alterns
3.2.1 Disengagementtheorie
3.2.2 Aktivitätstheorie
3.2.3 Kompetenztheorie
3.3 Der Arbeitsbegriff im Kontext der Industrialisierung
3.4 Arbeit und Leistung im Kontext des Alterns
4 Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung im Sinne des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
4.1 Arbeitsaufgabe
4.2 Arbeitsorganisation
4.3 Soziale Beziehungen
4.4 Arbeitsumgebung
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Auswahl der Forschungsmethode und das Vorgehen
5.2 Qualitative Forschungsmethode
5.2.1 Halbstandardisierte Experteninterviews
5.2.2 Erstellung eines Interviewleitfadens
5.2.3 Auswahl und Rekrutierung der Interviewpartner
5.2.4 Durchführung der Interviews
5.3 Auswertung der Interviews
5.4 Ergebnisse
5.4.1 Alter(n)sspezifische Belastungen
5.4.2 Alter(n)sspezifische Arbeitsgestaltung
5.4.3 Entwicklungsmöglichkeiten des Betrieblichen Gesundheits-managements
5.4.4 Zukunftsaussichten
6 Handlungsempfehlungen für die Papierindustrie
6.1 Fallbeispiel Papierindustrie in Deutschland
6.2 Gestaltung der Arbeitsaufgabe
6.3 Gestaltung der Arbeitsorganisation
6.4 Gestaltung sozialer Beziehungen
6.5 Gestaltung der Arbeitsumgebung
6.6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für das Fallbeispiel
7 Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, wie durch Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Papierindustrie eine alter(n)sgerechte Arbeitsumgebung geschaffen werden kann, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit alternder Beschäftigter nachhaltig zu fördern. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, spezifische Handlungsempfehlungen für Papierunternehmen zu entwickeln, die den demografischen Herausforderungen proaktiv begegnen.
3.2.1 Disengagementtheorie
Die von den Soziologen Elaine Cumming und William E. Henry in den 1960er-Jahren entwickelte Disengagementtheorie des Alterns legt nahe, dass der soziale Rückzug älterer Menschen ein natürlicher Prozess ist, der mit dem Älterwerden und den damit einhergehenden physischen und psychologischen Veränderungen einhergehe. Infolge dieser Veränderungen entwickeln ältere Menschen den Wunsch, sich von einigen bisherigen Rollen und sozialen Verpflichtungen zurückzuziehen (vgl. Prezewowsky 2007: 66). Dieser Rückzug wird als eine freiwillige und natürliche Reaktion auf die zunehmenden kognitiven und gesundheitlichen Einschränkungen im Alter verstanden, die verschiedene Lebensbereiche betreffen. Indem sich ältere Menschen mehr auf sich selbst konzentrieren und von sozialen Verpflichtungen befreien, können sie ihre neue Lebenssituation besser genießen. Gleichzeitig schafft dieser Rückzug Raum für jüngere und leistungsbereite Menschen, die in den Arbeitsprozess integriert werden und somit zur Gesellschaft beitragen können (vgl. Cölle 2012: 13).
Lehr und Dreher (1968) beschreiben Disengagement als vorübergehende Reaktion auf Belastungssituationen wie den Ruhestand. Nach der Anpassung an die neue Lebenssituation kann erneut soziales Engagement festgestellt werden (vgl. Lehr, Dreher 1968: 234ff.). Die Disengagementtheorie lässt sich auf kurze Lebensabschnitte mit Anpassungsbedarf anwenden, gefolgt von einer inneren Wendung und späterer Rückkehr zu äußerem Wirken. Nach Überwindung dieser Übergangsphasen steigt die Zufriedenheit, das Gefühl, gebraucht zu werden, und eine positive Stimmungslage. Die Disengagementtheorie ist daher keine Theorie des dauerhaften, zufriedenen Alterns, sondern ein Ansatzpunkt für bestimmte Lebensübergänge. (vgl. Baumgartner 2009: 76)
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die demografische Ausgangslage in der Papierindustrie, definiert die Forschungsfrage und beschreibt das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Hier werden zentrale Begriffe wie Gesundheit und BGM sowie fundierte Modelle (Salutogenese, JDR-Modell, Haus der Arbeitsfähigkeit) als theoretische Basis vorgestellt.
3 Theoretische Grundlagen des alter(n)sspezifischen Arbeitens: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Altersbegriffen, analysiert zentrale Alterstheorien und betrachtet den Arbeitsbegriff im Wandel der Industrialisierung.
4 Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung im Sinne des Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Hier wird die Gestaltung von Arbeit konkret auf die Bereiche Arbeitsaufgabe, Organisation, soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung im Kontext des BGM unterteilt.
5 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung qualitativer Experteninterviews, deren Auswertung nach der Mayring'schen Inhaltsanalyse sowie die Präsentation der Ergebnisse zu Belastungen und Gestaltungsansätzen.
6 Handlungsempfehlungen für die Papierindustrie: Auf Basis der Untersuchung werden praxisorientierte Empfehlungen für eine fiktive Papierindustrie (Fallbeispiel) abgeleitet, die konkrete Schritte in den vier Gestaltungsbereichen aufzeigen.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert den Forschungsbedarf sowie die praktische Relevanz der entwickelten Maßnahmen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, demografischer Wandel, Papierindustrie, Arbeitsgestaltung, alter(n)sgerechte Arbeit, Experteninterviews, Arbeitsorganisation, Salutogenese, Job-Demands-Resources-Modell, Haus der Arbeitsfähigkeit, Gesundheitsförderung, alternde Belegschaft, Prävention, Wissensmanagement, Arbeitsschutz.
Die Arbeit befasst sich mit der alter(n)sgerechten Arbeitsgestaltung in der Papierindustrie und untersucht, wie Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dazu beitragen können, Gesundheit und Leistungsfähigkeit einer alternden Belegschaft zu fördern.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen und die Arbeitsumgebung, betrachtet durch die Brille theoretischer BGM-Modelle und empirischer Experteninterviews.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Maßnahmen sollte die Papierindustrie aus Sicht des Betrieblichen Gesundheitsmanagements treffen, um eine alters- und alternsgerechte Arbeit zu gestalten?“
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf zehn halbstandardisierten Experteninterviews basiert, welche mittels der strukturierten Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Neben den theoretischen Grundlagen zum Altern und zum BGM werden die Ergebnisse der Experteninterviews analysiert und in konkrete, praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Papierunternehmen übersetzt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie BGM, demografischer Wandel, alternsgerechte Arbeitsgestaltung, Salutogenese, Wissensmanagement und Prävention geprägt.
Die Experten betonen, dass Führungskräfte den entscheidenden Schlüssel zur Umsetzung einer wertschätzenden Unternehmenskultur bilden, die für die Bindung älterer Mitarbeiter in altersgemischten Teams essenziell ist.
Digitale Lösungen können zwar als Unterstützung dienen (z.B. ergonomische Anpassungen), jedoch mahnen Autoren wie Experten zur Vorsicht: Die technische Affinität variiert, und der Mensch als Individuum darf bei der Gestaltung nicht durch rein technische Prozesse ersetzt werden.
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