Bachelorarbeit, 2009
39 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Reading Literacy – Lesekompetenz
2.1 Empirische Grundlegung
2.2 Kompetenzbegriff
2.3 Kognitionstheoretisches Modell von Textverständnis
2.4 Resümee
3 Textgattung: Sachtexte
3.1 Einordnung: Sachtext – literarischer Text
3.2 Probleme beim Sachtextverständnis
3.3 Resümee
4 Praxis: Leseförderung
4.1 Lesestrategien
4.2 „Die Textdetektive“ – exemplarische Darstellung
5 Kritische Auseinandersetzung
5.1 Leseförderung für unterdurchschnittlich schwache Schüler
5.2 Workshop statt Lebensinhalt
5.3 Freude am Lesen
6 Ansätze eines Förderungskonzepts
6.1 Rahmenbedingungen
6.2 Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit
6.2.1 Förderung auf Ebene der hierarchieniedrigen Prozesse
6.2.2 Förderung auf Ebene der hierarchiehohen Prozesse
6.3 Langzeitförderung
6.4 Resümee & Anwendungsbeispiel
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Steigerung der Lesekompetenz in der Unterstufe der Sekundarstufe I. Ausgehend von PISA-Ergebnissen und theoretischen kognitionstheoretischen Modellen wird analysiert, warum Sachtexte für Schüler besondere Herausforderungen darstellen, und es werden Förderansätze entwickelt, die über kurzfristige Trainingskonzepte hinausgehen.
3.2 Probleme beim Sachtextverständnis
Literarische Texte, die für SuS der Unterstufe der Sekundarstufe I publiziert werden, befinden sich in aller Regel nah an der Erfahrungs- und Empfindungswelt der Zielgruppe. Durch identifikatorische Elemente und ein plausibles Erzählkonstrukt bindet sich die Erzählung in die soziale Lebenspraxis der SuS ein. Bei Lehrtexten ist das anders. Diese „abstrahieren […] stark von solchen lebensweltlichen Konzepten der Schüler(innen), eben um ihnen neue Konzepte, also neues Wissen über situationsferne Felder zu vermitteln“ [Hervorhebungen vom Verfasser]. 52 Hier wird das Problem deutlich: Ist der Text nicht in die Alltagswelt der Schüler kontextuiert und enthält ferner selbst nur das nötigste Fachvokabular, schlägt sich dies durchaus übergreifend auf die Motivation nieder, da es scheint, als ob der Text nur zum reinen Selbstzweck bearbeitet wird. Selbst wenn die Bearbeitung nicht zum Selbstzweck geschieht, muss der eigentliche Zweck dem Schüler vermittelt werden.
Literarischen Texten gelingt dies, indem Strukturen aufgebaut werden, die Identifikation und Problemlösungsansätze für die wirkliche Welt schaffen und vor allem Spannung zum Weiterlesen aufbauen. Für Sachtexte ist das natürlich deutlich schwieriger, wenn nicht unmöglich umzusetzen.
Weiterhin ist es sowohl für geübte, als auch für ungeübte Leser schwieriger, Texte, die Fremdwörter beinhalten, zu lesen und zu verstehen. Bei literarischen Texten, die Fachvokabular enthalten, gelingt es auch ungeübten Lesern oft, den Inhalt zu verstehen, obwohl sie nicht jedes Wort verstehen. Selbst wenn dadurch eine inhaltliche Ebene verloren geht, wird häufig noch der Gesamtzusammenhang verstanden. Sachtexte hingegen sind – gerade wenn der Fachterminus nicht erklärt wird – nur mit Mühe gehaltvoll durchzulesen, weil umständlich Begrifflichkeiten nachgeschlagen oder erfragt werden müssen. Durch die Pause im Lesefluss ist dann auch oft der Prozess der Inferenzbildung (Bildung einer Schlussfolgerung) so geschwächt, dass der betreffende Abschnitt erneut gelesen werden muss.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Lesekompetenz in multimedialen Zeiten und stellt die Forschungsfrage nach effektiven Lösungsstrategien für die Schule.
2 Reading Literacy – Lesekompetenz: Dieses Kapitel legt die empirische Basis durch PISA dar, definiert Lesekompetenz und erläutert das kognitionstheoretische Modell des Textverständnisses.
3 Textgattung: Sachtexte: Es wird analysiert, warum Sachtexte aufgrund ihrer sprachlichen Gestaltung und notwendigen Vorwissensstrukturen kognitiv anspruchsvoller als literarische Texte sind.
4 Praxis: Leseförderung: Das Kapitel führt in das Konzept der Lesestrategien ein und präsentiert das Programm „Die Textdetektive“ als exemplarischen Förderungsansatz.
5 Kritische Auseinandersetzung: Hier wird das Konzept der „Textdetektive“ hinterfragt, insbesondere in Bezug auf die Förderung schwacher Schüler, die langfristige Anwendung und den Aspekt der Lesefreude.
6 Ansätze eines Förderungskonzepts: Es werden eigene Vorschläge zur Leseförderung skizziert, die Rahmenbedingungen, kognitive Leistungsfähigkeit und langfristige Ansätze integrieren.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit individueller Förderung und kooperativer Arbeit im Kollegium für eine erfolgreiche Lesekompetenzentwicklung.
Lesekompetenz, Leseförderung, Sachtexte, PISA, Lesestrategien, Kognition, Textverständnis, Lesefluss, Lehrtexte, Kooperatives Lernen, Schulpraxis, Lesesozialisation, Motivation, Anschlusskommunikation, Mentale Modelle.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Möglichkeiten zur systematischen Leseförderung in der Unterstufe der Sekundarstufe I, um Schülern den Umgang mit Sachtexten zu erleichtern.
Im Fokus stehen die kognitiven Voraussetzungen des Lesens, die Differenz zwischen Sachtexten und literarischen Texten sowie die praktische Anwendung von Lesestrategien im Unterricht.
Das Ziel ist die Entwicklung eines Förderungskonzepts, das auf theoretischen Erkenntnissen basiert und Nachteile bestehender Konzepte überwindet, um nachhaltig die Lesekompetenz der Schüler zu steigern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung basierend auf PISA-Studien und kognitionstheoretischen Modellen, kombiniert mit einer kritischen Analyse eines bestehenden Förderkonzepts.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Lesekompetenz, die Abgrenzung von Sachtexten, die Evaluation des „Textdetektive“-Programms und die Skizzierung eigener Förderungsansätze.
Wesentliche Begriffe sind Lesekompetenz, Leseförderung, Sachtexte, Kognition, Lesestrategien, Kooperatives Lernen und Schulpraxis.
Sachtexte abstrahieren stärker von der Alltagswelt, verwenden verdichtete Fachsprache und erfordern spezielles domänenspezifisches Vorwissen, um das mentale Modell des Textinhaltes korrekt aufzubauen.
Sie gilt als eine der elementaren Funktionen der Schule, da erst durch den Austausch über das Gelesene die Reflexion und Integration von Textinhalten in das mentale Modell des Schülers erfolgt.
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