Magisterarbeit, 2009
163 Seiten
0. Einleitung
1. Phänomen Transsexualität
1.1. Geschichtliche Entwicklung
1.2. Begriffliche Entwicklung
1.3. Begriffserklärung
1.4. Begriffserklärung aus Sicht von Transsexuellen
1.5. Formen von Transsexualität
1.6. Ursachen von Transsexualität
1.7. Verlauf von Transsexualität
1.8. Behandlung
1.8.1. Diagnostik
1.8.2. Alltagstest
1.8.3. Hormonbehandlung
1.8.4. Geschlechtsangleichende Operation
1.8.5. Nachbetreuung
1.9. Psychotherapie
1.10. Das Transsexuellengesetz und die daraus resultierenden Standards für die Begutachtung
2. Identität und Sozialisation
2.1. Der Sozialisationsbegriff
2.2. Die Geschlechtsidentität
2.3. Geschlechtsspezifische Sozialisation
2.3.1. Psychoanalytische Aspekte
2.3.2. Der biologische Ansatz
2.3.3. Der kognitive Ansatz
2.3.4. Die Sozialkognitive Lerntheorie
2.3.5. Geschlechtsspezifische Sozialisation als Konstruktionsprozess
3. Interviewstudie
3.1. Fragestellung der Untersuchung und Forschungsansatz
3.2. Forschungsmethode
3.3. Vorgehensweise und Problematik bei der Auswertung der gewonnenen Daten
3.4. Vorstellung des Fragebogens
3.5. Darstellung und Ergebnisse
3.5.1. Kindheit
3.5.2. Adoleszenz und Erwachsenenalter
4. Schlussbemerkung
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
I. Interview 1: Luke
II. Interview 2: John
III. Interview 3: Jay
IV. Interview 4: Jim
V. Interview 5: Theo
VI. Interview 6: Tim
VII. Interview 7: Lea
VIII. Interview 8: Mia
VIV. Interview 9: Anna
X. Interview 10: Lara
XI. Interview 11: Ina
XII. Interview 12: Mara
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Transsexualität und Sozialisationsprozessen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie sozialisieren sich Transsexuelle in einer Gesellschaft, die überwiegend von einem binären Geschlechtermodell ausgeht? Ziel ist es, durch theoretische Analysen und eine qualitative Interviewstudie Einblicke in die Kindheit, Jugend und das Erwachsenenalter betroffener Personen zu gewinnen.
1.1. Geschichtliche Entwicklung
Das Phänomen „Transsexualität“ ist keine Erscheinung unserer modernen Gesellschaft. Im Gegenteil, sie war zu allen Zeiten und in verschiedenen Kulturen mehr oder weniger relevant. Schon aus der Antike sind uns Menschen, welche die Geschlechtsrolle wechselten, bekannt. Die Geschlechtsumwandlung galt zu der Zeit als ein Mysterium, dem Respekt und Hochachtung entgegengebracht wurde. „In der griechischen Mythologie wird zum Beispiel von dem blinden Seher Teiresias erzählt, der sich als junger Mann wie durch ein Wunder in eine Frau verwandelte und später wieder in einen Mann. So machte er die sexuellen Erfahrungen des Mannes und der Frau, was ihm zu hohem Ansehen verhalf.“ (Haeberle, E.J.: Transsexualität. In: B. Kamprad und W. Schiffels (Hrsg.): Im falschen Körper. Alles über Transsexualität. Zürich 1991. S. 12-16.)
Auch der Mythos über die Geburt der Göttin Aphrodite weist auf einen transsexuellen Hintergrund hin: nach den Schriften Hesiods um 700 v. Christus wurde Uranus (Gott des Himmels) zum Tyrann, der Gaia (Göttin der Erde) und ihre gemeinsamen Kinder umbringen wollte. Gaia schuf eine Sichel mit welcher ihr Sohn Kronos seinen Vater entmannte und die abgeschnittenen Geschlechtsteile ins Meer warf. Aus diesem Meer entstieg Aphrodite in vollkommener Weiblichkeit. (Stalla 2006: 14)
Im römischen Reich änderte sich der Umgang mit transgender Individuen. In Kunst und Philosophie verherrlichte man das Prinzip, dass Menschen die bei ihrer Geburt von der traditionellen Geschlechterteilung in Mädchen und Jungen abwichen, ein fatales Omen wären. Diese so genannten „monstra“ wurden daraufhin in einem Reinigungszeremoniell getötet. In der abendländischen Kultur galt es als oberste Priorität die zwei traditionellen Geschlechter aufrecht zu erhalten. Auf der Grundlage, dass sich das Geschlecht eines Menschen aus der körperlichen Erscheinung bzw. aus den Genitalien ermitteln ließe, wurde im 6. Jhd. ein Gesetz erlassen das im Falle einer genitalen Uneindeutigkeit bei der Geburt eine Zuordnung nach überwiegenden Merkmalen beschloss.
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, stellt ein Fallbeispiel vor und erläutert die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
1. Phänomen Transsexualität: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung, die medizinische Klassifikation (ICD-10/DSM-IV), Ursachenhypothesen sowie die verschiedenen Behandlungsphasen und das Transsexuellengesetz.
2. Identität und Sozialisation: Es werden die theoretischen Grundlagen der allgemeinen Sozialisation sowie die Entstehung der Geschlechtsidentität aus verschiedenen psychologischen und soziologischen Blickwinkeln diskutiert.
3. Interviewstudie: Hier wird das qualitative Vorgehen bei der Befragung transsexueller Personen erläutert, der Fragebogen vorgestellt und die Ergebnisse zu Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter analysiert.
4. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Bedeutung individueller Lebensgeschichten und fordert eine offenere gesellschaftliche Haltung gegenüber geschlechtlicher Vielfalt.
Transsexualität, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Transidentität, Coming-Out, Geschlechtsangleichung, Transsexuellengesetz, Alltagstest, Psychoanalyse, Konstruktivismus, Geschlechterrolle, Sozialisationsprozess, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Transsexualität und den damit verbundenen Sozialisationsprozessen, insbesondere unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Normen.
Die zentralen Felder sind die medizinischen/rechtlichen Aspekte der Transsexualität, die theoretische Sozialisationsforschung und die empirische Auswertung von Fragebögen transsexueller Personen.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie sich transsexuelle Menschen sozialisieren, wenn die Gesellschaft von einer rigiden Zweigeschlechtlichkeit ausgeht.
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode gewählt, bei der transsexuelle Personen durch einen schriftlichen Fragebogen zu ihrem Leben befragt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Identität und Sozialisation sowie in die detaillierte Darstellung und Auswertung der Interviewergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Transsexualität, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Coming-Out, Geschlechtsangleichung und das Transsexuellengesetz.
Viele der Befragten berichteten von Verdrängungsmechanismen, Tagträumereien und dem Versuch, sich den Erwartungen der Umwelt anzupassen, um nicht aus dem sozialen Gefüge zu fallen.
Das TSG wird als rechtlicher Rahmen diskutiert, der zwar Vornamens- und Personenstandsänderungen ermöglicht, aber auch Hürden durch Gutachten und starre Vorgaben schafft.
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