Diplomarbeit, 2010
123 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Klassifizierung von Verbriefungen
2.1. Grundsätzliches
2.1.1. Begriffsdefinition
2.1.2. Grundstruktur und Beteiligte einer Verbriefung
2.1.3. Abgrenzung einer Verbriefungstransaktion zu anderen Finanzinstrumenten
2.2. Klassifizierung durch Asset-Klassen
2.2.1. Die Verbriefung von Forderungen
2.2.1.1. Überblick
2.2.1.2. Bausteine einer ABS-Transaktion
2.2.1.3. Strukturelle Anforderungen und wirtschaftliche Motive der Kernparteien einer ABS-Transaktion
2.2.1.4. Tranchierung eines Forderungspools
2.2.1.5. Credit-Enhancement-Techniken
2.2.2. Varianten von Forderungsverbriefungen
2.2.2.1. MBS – Mortgage-Backed Securities
2.2.2.2. ABS im engeren Sinne
2.2.2.3. CDO – Collateralized Debt Obligations
2.2.2.4. ABCP – Asset-Backed Commercial Papers
2.3. Formen des Risikotransfers
2.3.1. Die True-Sale Transaktion
2.3.2. Die synthetische Transaktion
3. Risiken und Probleme der Verbriefung
3.1. Risiken der Verbriefung
3.2. Probleme der Verbriefung
4. Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II)
4.1. Die Entstehung und Umsetzung von Basel II
4.2. Das Grundkonzept von Basel II
5. Die Behandlung von Verbriefungen nach dem Bankenaufsichtsrecht
5.1. Grundsystematik der aufsichtsrechtlichen Behandlung von Verbriefungen
5.2. Mindestkapitalvorschriften für Verbriefungspositionen nach der Solvabilitätsverordnung
5.2.1. Die Kriterien einer Verbriefung nach der Solvabilitätsverordnung
5.2.1.1. Die Verbriefungseigenschaft einer Position
5.2.1.2. Der Grundsatz der Akzessorietät und Partial Use
5.2.1.3. Anforderungen an die Verwendung von externen Bonitätsbeurteilungen für Verbriefungen
5.2.2. Die Eigenkapitalentlastung aus Sicht des Originators
5.2.3. Die Eigenmittelunterlegung von Adressrisiken aus Investorensicht
5.2.3.1. Überblick über aufsichtsrechtliche Anrechnungsverfahren für Verbriefungen
5.2.3.2. Der Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) für Verbriefungen
5.2.3.2.1. Ermittlung der KSA-Bemessungsgrundlage und des Positionswerts
5.2.3.2.2. KSA-Risikogewichtsermittlung mit Hilfe externer Ratings
5.2.3.2.3. Ausnahmen von der Kapitalabzugsregel für nicht geratete Verbriefungspositionen
5.2.3.3. Der auf interne Rating-Verfahren basierende Ansatz (IRBA) für Verbriefungen
5.2.3.3.1. Ermittlung der IRBA-Bemessungsgrundlage und des Positionswerts
5.2.3.3.2. Rating-Based-Approach (RBA)
5.2.3.3.3. Supervisory-Formula-Approach (SFA)
5.2.3.3.4. Internal-Assessment-Approach (IAA)
5.2.3.4. Gegenüberstellung von KSA und IRBA
5.3. Aufsichtsrechtliches Überprüfungsverfahren für Verbriefungen
5.4. Offenlegungsanforderungen bei Verbriefungen
6. Kritische Analyse bestimmter Verbriefungsarten im Kontext bankenaufsichtsrechtlicher Regelungen und zukünftiger Änderungsvorhaben
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert das Finanzinstrument der Verbriefung hinsichtlich seiner Behandlung und Bewertung unter dem derzeitigen Bankenaufsichtsrecht und untersucht kritisch geplante regulatorische Änderungen, die als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise resultieren.
2.1.1. Begriffsdefinition
Eine universale Definition des Begriffs Verbriefung existiert nicht. Vielmehr wird versucht mittels Aufgabe und Bedeutung des Finanzinstrumentes eine Beschreibung herzuleiten. Beispielsweise definiert Kothari die Verbriefung im weitesten Sinne wie folgt: „Securitization…implies every process that converts a financial relation into a transaction“.
Diese Aussage trifft die Intension einer Verbriefung – eine Wechselbeziehung auf finanzieller Ebene in etwas Handelbares umzuwandeln. Dabei beruhen diese Relationen auf Vermögensgegenständen wie Kredit-, Handelsforderungen oder Rechten. Ob in diesem Zusammenhang die Ansprüche gegenüber jemand Anderen schon bestehen oder erst zukünftig Geltung finden, spielt keine Rolle. Der für die Verbriefung im angelsächsischen Bereich verwendete Kunstbegriff Securitization leitet sich von der englischen Bezeichnung „Securities“ für Wertpapiere ab.
Klassisch versteht man unter der Verbriefung von Vermögensgegenständen – auch als Asset Securitization bezeichnet – die Umwandlung von Cash-Flow generierenden meist illiquiden Aktiva (Assets) in handelbare Wertpapiere. Denn Zahlungsansprüche, resultierend aus finanziellen Gläubiger-Schuldner-Beziehungen, stellen illiquide Buchforderungen dar. Sie lassen sich kurzfristig nur schwer in Geld umwandeln. Eine Ursache dieser erschwerten Weiterveräußerbarkeit der Kredite ist die fehlende Transparenz der Kreditverträge. Für potenzielle Käufer lassen sich ihre meist individuell vereinbarten Kreditkonditionen nur schwer offenlegen. Weiterhin ist die Übertragung einer Forderung nur durch Einigung und Abtretung (Zession) möglich.
Werden diese „traditionellen“ Bankkredite aber durch Kreditforderungen, „die mit handelbaren Wertpapieren unterlegt sind“, abgelöst, können diese einem breiteren, auch internationalen Publikum angeboten werden; ihre Shiftability erhöht sich. Die verbrieften Kreditforderungen können nun von Kapitalsammelstellen oder Nichtbanken erworben werden. Teilweise wurde schon von einer Substitution der herkömmlichen (Hausbank-)Kredite durch Verbriefungen gesprochen. So assoziiert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) mit der Verbriefung die Entwicklung von Märkten für handelbare Kreditsubstitute, mit Hilfe derer durch direkte Kreditbeziehungen zwischen Investoren und Kapitalnachfragern die Kreditinstitute und ihre Transformationsfunktionen umgangen werden. Dieser Vorgang einer Ersetzung bankvermittelter, indirekter Finanzierung durch eine direkte, marktvermittelte Beziehung zwischen Anleger und Unternehmen wird als Disintermediation bezeichnet.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die globale Finanzmarktkrise als Auslöser für die kritische Auseinandersetzung mit dem Instrument der Verbriefung und setzt den Rahmen für die Analyse der bankenaufsichtsrechtlichen Bewertung.
2. Klassifizierung von Verbriefungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundstruktur einer Verbriefung, identifiziert die beteiligten Parteien und differenziert zwischen verschiedenen Asset-Klassen und Formen des Risikotransfers.
3. Risiken und Probleme der Verbriefung: Hier werden die spezifischen Gefahren bei Verbriefungstransaktionen wie Basis-, Struktur-, Verhaltens- und Rechtsrisiken sowie die allgemeine Problematik der "Originate-to-Distribute"-Strategie analysiert.
4. Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II): Das Kapitel bietet einen historischen Abriss zur Entstehung des internationalen Bankenaufsichtsrechts und legt das Grundkonzept von Basel II dar.
5. Die Behandlung von Verbriefungen nach dem Bankenaufsichtsrecht: Im Zentrum steht die Analyse der Solvabilitätsverordnung, der verschiedenen Anrechnungsverfahren (KSA, IRBA, SFA, IAA) sowie der Anforderungen an Offenlegung und Risikomanagement.
6. Kritische Analyse bestimmter Verbriefungsarten im Kontext bankenaufsichtsrechtlicher Regelungen und zukünftiger Änderungsvorhaben: Dieses Kapitel untersucht insbesondere die Problematik der Wiederverbriefungen (Resecuritizations) und bewertet geplante regulatorische Verschärfungen kritisch.
7. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die zukünftige Rolle von Verbriefungen im Kapitalmarkt unter Berücksichtigung neuer Qualitätsstandards prognostiziert.
Verbriefung, Asset Securitization, Basel II, Bankenaufsichtsrecht, Solvabilitätsverordnung, KSA, IRBA, Kreditrisiko, Risikotransfer, Zweckgesellschaft, SPV, Ratingagenturen, Liquiditätsfazilitäten, Resecuritization, Eigenkapitalanforderungen
Die Arbeit untersucht die regulatorische Behandlung und Bewertung des Finanzinstruments der Verbriefung vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der internationalen Finanzmarktkrise.
Die zentralen Themen umfassen die Struktur von Verbriefungen, deren Risikoprofile, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen gemäß Basel II und Solvabilitätsverordnung sowie die kritische Analyse zukünftiger regulatorischer Anpassungen.
Das Ziel ist die Analyse der aktuellen aufsichtsrechtlichen Behandlung von Verbriefungen und die Bewertung geplanter rechtlicher Änderungen, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse, die bankenaufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen und theoretische Konzepte zur Verbriefung detailliert aufarbeitet.
Der Hauptteil behandelt die Klassifizierung von Verbriefungsstrukturen, die Identifikation von Risiken und Problemen, die detaillierte Darstellung der aufsichtsrechtlichen Verfahren zur Eigenkapitalunterlegung und die Offenlegungspflichten für Institute.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verbriefung, Basel II, Solvabilitätsverordnung, Risikotransfer, Eigenkapitalanforderungen und Ratingmethodik charakterisiert.
ABCP-Programme sind aufgrund ihrer revolvierenden Struktur und der Fristeninkongruenz zwischen Forderungen und emittierten Papieren eine Sonderform, die spezifische Liquiditätsfazilitäten zur Absicherung erfordert.
Das 3-Säulen-Konzept ist entscheidend, da es neben quantitativen Mindestkapitalanforderungen (Säule 1) auch qualitative Überprüfungsverfahren (Säule 2) und Offenlegungspflichten (Säule 3) umfasst, um die Risiken von Verbriefungen umfassend zu steuern.
Resecuritizations gelten als hochkomplex und intransparent und werden als wesentlicher Faktor für den Vertrauensverlust der Investoren in Verbriefungen während der Finanzmarktkrise angesehen, weshalb sie nun regulatorisch strenger behandelt werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

