Diplomarbeit, 1995
68 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Radikalismus
2.2 Extremismus
2.3 Terrorismus
2.4 Erscheinungsbild des Rechtsextremismus
2.4.1 Neonazis
2.4.2 Skinheads
2.4.3 Hools
2.4.4 "Alte Rechte"
2.4.5 "Neue Rechte"
2.4.6 Eigene Begriffsbstimmung
3. Entwicklungspsychologie der Pubertät und Adoleszenz
3.1 Begriffsbestimmung der Pubertät und Adoleszenz
3.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
3.2.1 Identitätsentwicklung als wichtigste Entwicklungsaufgabe
3.2.2 Identitätsfindung in der Gruppe
4. Ursachen für das Entstehen rechtsradikaler Einstellungen
4.1 Politikwissenschaftliche Erklärungsansätze
4.1.1 Faschismustheoretischer Ansatz
4.1.2 "Modernisierungsopfer" - Ansatz
4.1.3 Extremismustheoretischer Ansatz
4.1.4 "Politische Kultur" - Ansatz
4.1.5 Zusammenfassung und Schlußfolgerung
4.2 Gesellschaftliche Ursachen
4.2.1 Wertewandel
4.2.2 Individualisierung
4.2.3 Politik-und Parteienverdrossenheit
4.2.4 Werte-und Orientierungskrise insbesondere bei Jugendlichen der Neuen Bundesländer
4.2.5 Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte
4.2.6 Politisches Meinungsbild der Bevölkerung der BRD
4.2.6.1 SINUS-Studie
4.2.6.2 Eigene Befragung
4.3 Individuelle Ursachen
4.3.1 Persönlichkeitsstruktur
4.3.2 Angstverarbeitung
4.3.3 Politische Sozialisation
4.4 Gruppendynamische Prozesse
4.4.1 Theorie der Subkultur
4.4.2 Theorie des Intergruppenverhaltens
5. Handlungsmöglichkeiten für die Sozialpädagogik
5.1. Präventive Arbeit
5.1.1 Politische Bildungsarbeit
5.1.2 Interkulturelle Jugendarbeit
5.1.2.1 Internationaler Jugendaustausch
5.1.2.2 Eigenes Projekt: "Cafe´der Begegnung"
5.2 Reagierende Arbeit
5.2.1 Akzeptierende Jugendarbeit
5.2.2 "Anti-Aggressivitäts-Training"
5.3 Grenzen für die Jugendarbeit
6. Abschlußgedanken
Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Entstehen rechtsradikaler Einstellungen bei Jugendlichen, wobei ein besonderer Fokus auf die Entwicklungsphasen der Pubertät und Adoleszenz sowie auf gesellschaftliche und individuelle Bedingungsfaktoren gelegt wird. Ziel ist es, sozialpädagogische Handlungsfelder aufzuzeigen, um diesem Phänomen präventiv und reagierend zu begegnen.
2.1 Radikalismus
Radikalismus läßt sich auf das lateinische Wort "radix" zurückführen. "Radix" bedeutet "die Wurzel". Es ist ein Denkansatz, welches an die Wurzel einer Sache geht. Radikale suchen tiefgründige Erklärungsmuster für Probleme in der Gesellschaft und glauben fest an die Richtigkeit und Berechtigung ihres Ideengerüstes.
Radikalismus hat einen analytischen Anspruch, es bedeutet Ursachenforschung und ein dementsprechendes Verhalten. Radikalismus kann von der eigentlichen Wortbedeutung her einen fortschrittlichen und positiven Charakter haben.
In der Philosophie bezeichnet das Wort "radikal" "Denk- und Handlungsweisen, die auf die grundlegende Umgestaltung bestehender Verhältnisse abzielen". 1)
Die zielgerichteten Handlungen von Radikalen werden innerhalb gesellschaftlich normierter Wege und Institutionen umgesetzt. Deshalb genießen Radikale auch den Schutz der Gesellschaft.2) Greenpeace setzt sich z.B. radikal für den Umweltschutz ein. Solange sie nicht gegen bestimmte Gesetze verstoßen, können sie öffentlich ihre Meinungen aufgrund der Meinungsfreiheit kundtun.
Die Anwendung von Gewalt wird abgelehnt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Präsenz rechtsradikaler Gewalttaten und Einstellungen in der Gesellschaft und stellt die Notwendigkeit sozialpädagogischer Konzepte zur Prävention und Intervention heraus.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen politischen Begrifflichkeiten wie Radikalismus, Extremismus und Rechtsextremismus, um eine fundierte Arbeitsgrundlage zu schaffen.
3. Entwicklungspsychologie der Pubertät und Adoleszenz: Der Autor untersucht die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters, insbesondere die Identitätsfindung, und deren Bedeutung für die Anfälligkeit gegenüber rechtsradikalen Gruppierungen.
4. Ursachen für das Entstehen rechtsradikaler Einstellungen: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Ursachenanalyse, die politikwissenschaftliche Ansätze mit soziologischen und psychologischen Faktoren verknüpft.
5. Handlungsmöglichkeiten für die Sozialpädagogik: Es werden konkrete Strategien für die pädagogische Arbeit vorgestellt, wobei zwischen präventiven Bildungsansätzen und akzeptierenden, reagierenden Methoden unterschieden wird.
6. Abschlußgedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine dauerhafte Bekämpfung rechtsradikaler Einstellungen über die Arbeit an der Oberfläche hinausgehen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen einbeziehen muss.
Rechtsradikalismus, Jugend, Identitätsentwicklung, Pubertät, Adoleszenz, Sozialpädagogik, Prävention, Rechtsextremismus, Wertewandel, Individualisierung, Politische Bildung, Gruppendynamik, Jugendsozialarbeit, Politische Kultur, Gewalt.
Die Arbeit untersucht die Hintergründe für die Entstehung rechtsradikaler Einstellungen bei Jugendlichen unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Entwicklungsphasen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von politischer Radikalität, der entwicklungspsychologischen Identitätsbildung im Jugendalter sowie der Analyse soziologischer und psychologischer Ursachen für rechtsradikale Orientierungen.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebenswelt Jugendlicher zu entwickeln und daraus effektive sozialpädagogische Handlungsoptionen abzuleiten, um Radikalisierungsprozessen entgegenzuwirken.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer eigenen, beispielhaften Befragung von Jugendlichen in einem Freizeitheim, um Hypothesen zur Entstehung rechter Einstellungen zu überprüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (gesellschaftlich, individuell, gruppendynamisch) und eine Darstellung praktischer Handlungsfelder für Sozialpädagogen, inklusive konkreter Projektbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Rechtsradikalismus, Identitätsentwicklung, Pubertät/Adoleszenz, Sozialpädagogik, Prävention sowie der Einfluss von Wertewandel und Individualisierung.
Die Differenzierung ist entscheidend, um zwischen einer bloßen, mitunter vorübergehenden Suche nach Orientierung in rechten Subkulturen und einer gefestigten, demokratiefeindlichen extremen Weltanschauung zu unterscheiden.
Sie dient als illustrative Ergänzung zur SINUS-Studie, um aufzuzeigen, wie Jugendliche im konkreten Alltag (hier im Osten Berlins nach der Wende) auf politische Statements reagieren, auch wenn sie keinen repräsentativen Anspruch erhebt.
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