Diplomarbeit, 2009
60 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Bewertungskriterien des Budgetverfahrens
3. Deskriptiver Überblick
3.1 Beteiligte Institutionen
3.1.1 Der Europäische Rat
3.1.2 Der Rat der Europäischen Union
3.1.3 Das Europäische Parlament
3.1.4 Die Europäische Kommission
3.2 Aufstellung des Haushaltes
3.3 Konfliktpotential der beteiligten Organe und Institutionen
3.4 Historische Entwicklung des Haushaltsverfahrens
3.4 Spieltheoretische Betrachtung
4. Herausforderungen des Budgetverfahrens
4.1 Allgemeine Probleme
4.1.1 Ausgabenseite
4.1.2 Einnahmeseite
4.1.3 Machtverteilung als Einflussfaktor auf das Budgetverfahren
4.1.4 Zusammenfassung der allgemeinen Problematik
4.2 Mehrjähriger Planungsprozess
4.3 Reformvorschläge
5. Vertrag von Lissabon
5.1 Veränderungen im Budgetverfahren
5.2 Das Mitentscheidungsverfahren (Kodezisionsverfahren)
6. Fazit / Abschließende Bemerkungen
Die Arbeit untersucht den Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens vor dem Hintergrund institutioneller Interessenkonflikte, Legitimitätsfragen und Effizienzanforderungen. Dabei steht die Analyse der Machtverteilung zwischen Rat und Parlament sowie die Wirkung des Budgetprozesses im Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und supranationaler Integration im Zentrum der Forschungsfrage.
3.4 Spieltheoretische Betrachtung
Solange das Budgetverfahren ohne die Interinstitutionelle Vereinbarung auskommen musste, war der Budgetprozess geprägt von gegenseitiger Blockade der Institutionen. Erst die Interinstitutionelle Vereinbarung hat den Beteiligten eine schnellere Einigung ermöglicht. Die informellen Gespräche sind jedoch nicht offizieller Bestandteil des Verfahrens nach dem EG-Vertrag (Artikel 272) und haben daher freiwilligen Charakter. Inwieweit die gesetzmäßige Ausgestaltung des Haushaltsverfahrens die Probleme fördert oder sogar auslöst, untersucht Luisa Giuriato in einer spieltheoretischen Analyse (Giuriato, 2009), die hier kurz zusammengefasst werden soll.
Zur Vereinfachung wird angenommen, dass sich die beteiligten Institutionen wie eine Person bzw. ein Spieler verhalten. Details der Entscheidungsfindung innerhalb der Institutionen werden nicht berücksichtigt. Das Ziel des Europäischen Parlamentes (sowie der Kommission) mit starkem Zentralisierungsinteresse ist die Ausdehnung seines Einflusses, insbesondere durch mehr Verantwortung, über größere Budgets. Dagegen ist der Rat bestrebt, die Ausgaben auf dem befindlichen Niveau und in ihrer Struktur zu erhalten.
Abbildung 2 stellt den Budgetprozess in extensiver Form als Spielbaum dar. Aus der Verhandlung um die Höhe der verschiedenen Kostenarten ergibt sich ein dreistufiges Teilspiel für die obligatorischen und ein vierstufiges Teilspiel für die nicht-obligatorischen Ausgaben. Annahmegemäß entspricht das erste Angebot der Spieler ihren gewünschten Positionen. Der Rat möchte x1CE und x1NCE, das Parlament x2CE und x2NCE durchsetzen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Integrationsprozess der EU und die damit einhergehenden Spannungsfelder zwischen nationaler Souveränität und dem Wunsch nach einer effizienten, legitimierten Budgetpolitik.
2. Bewertungskriterien des Budgetverfahrens: Dieses Kapitel erläutert die EU als Prinzipal-Agenten-Modell und diskutiert die normativen Kriterien wie Legitimität, Effizienz und Gerechtigkeit im Kontext der europäischen Entscheidungsfindung.
3. Deskriptiver Überblick: Der Abschnitt liefert eine formale Beschreibung der beteiligten Institutionen, des Budgetaufstellungsprozesses und der historischen Entwicklung des Verfahrens inklusive einer spieltheoretischen Einordnung.
4. Herausforderungen des Budgetverfahrens: Hier werden zentrale Probleme wie das Common-Pool-Problem, die Nettozahlerdebatte und die Machtverteilung als Einflussfaktoren auf die Budgetallokation sowie der mehrjährige Planungsprozess analysiert.
5. Vertrag von Lissabon: Dieses Kapitel untersucht die institutionellen und verfahrenstechnischen Anpassungen durch den Vertrag von Lissabon, insbesondere die Einführung des Mitentscheidungsverfahrens im Haushalt.
6. Fazit / Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Reformfähigkeit des EU-Haushaltssystems angesichts der komplexen Interessenlagen.
Budgetverfahren, Europäische Union, Haushaltsdisziplin, Legitimität, Effizienz, Spieltheorie, Institutionelle Interessen, Finanzielle Vorausschau, Interinstitutionelle Vereinbarung, Vertrag von Lissabon, Nettozahler, Mitentscheidungsverfahren, Common-Pool-Problem, Reformbedarf, Haushaltspolitik.
Die Arbeit analysiert den Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens, wobei der Fokus auf den strukturellen Problemen und den daraus resultierenden politischen Konflikten liegt.
Die zentralen Akteure sind das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union (Ministerrat) und die Europäische Kommission, deren wechselseitige Machtdynamiken untersucht werden.
Die Arbeit fragt danach, wie das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit effizienter, zentralisierter Haushaltsentscheidungen und dem Erhalt nationaler Souveränität gelöst werden kann.
Neben einer institutionenökonomischen Analyse nutzt der Autor spieltheoretische Ansätze, um die nicht-kooperativen Verhaltensweisen der Beteiligten im Budgetprozess abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des aktuellen Budgetverfahrens, eine Problemanalyse (z.B. Nettozahlerdebatte, Common-Pool-Problematik) und eine Bewertung der Reformen durch den Vertrag von Lissabon.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Budgetprozess, Legitimitätsdefizit, Machtverteilung und fiskalpolitische Koordination geprägt.
Der Sapir-Report dient als Beispiel für einen umfassenden Umbau der Ausgabenstruktur hin zu mehr Wachstumsorientierung, stößt jedoch in der Praxis auf den Widerstand bestehender politischer Interessen.
Der Vertrag führt das Mitentscheidungsverfahren (Kodezision) für den Haushalt ein und stärkt so formal den Einfluss des Europäischen Parlaments gegenüber dem bisherigen System.
Es erklärt die Ineffizienz, da die Akteure (Mitgliedstaaten) ein Interesse daran haben, ihre eigenen nationalen oder regionalen Projekte zu finanzieren, während die Kosten dafür von allen Steuerzahlern der Union getragen werden.
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