Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Identität
2.2 Alterität
3. Informationen zum Genre, den Erzählmerkmalen und Entstehungsbedinungen
3.1 „Tschick“
3.2 „Bilder deiner großen Liebe“
3.3 Sprachliche und erzählerische Besonderheiten beider Romane
4. Identität und Alterität in „Tschick“ und „Bilder deiner großen Liebe“
4.1 Geteiltes Stigma der einsamen Außenseiter
4.1.1 Maik Klingenberg
4.1.2 Andrej Tschichatschow
4.1.3 Isa Schmidt
4.2 Alltagsflucht und Alteritätserfahrungen in fremden Umgebungen
4.3 Zwischen Identitäts- und Alteritätserfahrungen: Über die Thematisierung von Fragen über den Sinn des Lebens und die Endlichkeit des Seins
4.4 Freundschaft und Sexualität als identitätsstiftende Merkmale
4.5 Erkenn- und antizipierbare Identiätsveränderungen der Protagonisten
4.5.1 Maik Klingenberg
4.5.2 Andrej Tschichatschow
4.5.3 Isa Schmidt
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Identitätsbildungsprozesse und Alteritätserfahrungen der Protagonisten in Wolfgang Herrndorfs Romanen „Tschick“ und „Bilder deiner großen Liebe“. Ziel ist es, narratologische und identitätstheoretische Aspekte zu analysieren, insbesondere wie die Figuren mit ihrem Status als Außenseiter umgehen und wie sich ihre Identität durch Erfahrungen von Fremdheit wandelt.
4.1.1 Maik Klingenberg
Maik findet weder in seiner Familie noch unter Gleichaltrigen Rückhalt. Er ist die meiste Zeit allein und wächst sozial isoliert auf. Sein einziger Freund, erzählt er, ist nach der gemeinsamen Grundschulzeit aus Berlin weggezogen und da er – so gesteht er sich selbst ein – „nicht wahnsinnig gut im Kennenlernen“114 ist, findet er seitdem keinen Anschluss mehr.
Seine familiäre Situation lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Ehe seiner Eltern steht in den Brüchen, ständig streiten sie sich und letztlich lebt jeder sein eigenes Leben. Zeitweise plagen Maik Schuldgefühle hinsichtlich der Situation seiner Eltern: Er befürchtet, dass er für die Eheprobleme seiner Eltern verantwortlich sei. Aus der Retrospektive betrachtet, erkennt Maik letztlich seine Unschuld an der Situation. 115 Seine Schuldgefühle lassen sich, so wird dem Leser im Laufe des Romans deutlich, vorwiegend auf Maiks negatives Selbstkonzept zurückführen. Sein negatives Selbstkonzept mag direkt mit dem autoritären Erziehungsstil seines Vaters zusammenhängen. Trotz des materiellen Wohlstandes116 der Familie Klingenberg, fehlt es Maik an liebevoller Zuneigung und einfühlsamer Erziehung durch seine Eltern. Resümierend lässt sich feststellen, dass Maik durch die Probleme in seinem Elternhaus, die ihn fortlaufend belasten, in seiner Entwicklung eingeschränkt wird.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Identität und Alterität ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie das Erkenntnisinteresse der Arbeit.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Identität und Alterität auf Basis soziologischer und literaturwissenschaftlicher Theorien, insbesondere von Erving Goffman und Heiner Keupp.
3. Informationen zum Genre, den Erzählmerkmalen und Entstehungsbedinungen: Das Kapitel bietet eine gattungstypologische Einordnung der beiden Romane „Tschick“ und „Bilder deiner großen Liebe“ und beleuchtet ihre Besonderheiten.
4. Identität und Alterität in „Tschick“ und „Bilder deiner großen Liebe“: Der Hauptteil untersucht die Stigmata und Alteritätserfahrungen der Protagonisten sowie deren Einfluss auf die Identitätsbildung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Hauptergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Identitätskonzepte im Licht der Romane und der Lebenssituation des Autors.
Identität, Alterität, Wolfgang Herrndorf, Adoleszenz, Stigma, Außenseiter, Road Novel, Identitätsbildung, Fremdheit, Selbstkonzept, Adoleszenzroman, Erving Goffman, Patchwork-Identität, Erzählerische Unzuverlässigkeit
Die Arbeit analysiert Identitätsbildungsprozesse sowie Erfahrungen von Alterität und Fremdheit in den Romanen „Tschick“ und „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf.
Im Zentrum stehen die Themen Einsamkeit, soziale Ausgrenzung, das Erwachsenwerden in der Adoleszenz, sowie die Reflexion über Vergänglichkeit und Tod.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Protagonisten Maik, Andrej und Isa in einer für sie fremden Welt bewegen und wie ihre Begegnungen und Erlebnisse ihre Identitätsentwicklung beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich primär auf kulturwissenschaftliche und soziologische Identitätstheorien, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Analysen der erzählerischen Darstellung und Unzuverlässigkeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Stigmata der Protagonisten, Alteritätserfahrungen auf Reisen, die Auseinandersetzung mit Lebenssinn und Tod sowie die Analyse identitätsstiftender Aspekte wie Freundschaft und Sexualität.
Die wichtigsten Schlagworte sind Identität, Alterität, Adoleszenz, Stigmatisierung, Außenseitertum undRoad Novel.
Im Gegensatz zu Maik und Andrej, die durch ihre Reise positive Impulse für ihre Identität erfahren, begegnet Isa auf ihrer Flucht überwiegend existenziellen Abgründen und einer Todesnähe, die sich oft nicht in eine positive Deutung auflösen lässt.
Horst Fricke verkörpert als Kriegsveteran eine Konfrontation mit der Vergangenheit und der Endlichkeit des Seins, deren nihilistischer Lebensrat („Carpe diem“) die Protagonisten maßgeblich in ihrer Sichtweise auf das Leben und die Zukunft beeinflusst.
Die Arbeit verknüpft die Romane mit Herrndorfs Internettagebuch „Arbeit und Struktur“, um Parallelen zwischen dem sterbenskranken Autor und Isas existentieller Verlorenheit aufzuzeigen.
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