Diplomarbeit, 2007
140 Seiten, Note: 1,7
1. Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen im Ruhrgebiet – Zukunftsfeld mit Forschungsbedarf
1.1 Ausgangslage und Stand der Forschung
1.2 Forschungsinteresse und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methodik der Arbeit
2. Rahmenbedingungen kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Zwischennutzung
2.1.2 Raumpioniere
2.1.3 Kulturwirtschaft
2.1.4 Brache
2.2 Brachen und kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen
2.2.1 Kriterien der Flächen- und Raumauswahl der Raumpioniere
2.2.2 Brachentypen und ihre Verwendbarkeit für Zwischennutzungen
2.2.3 Gegenseitiger Einfluss von Brache und Zwischennutzung
2.3 Akteure kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
2.3.1 Raumpioniere
2.3.2 Eigentümer
2.3.3 Immobilienwirtschaft
2.3.4 Lokalpolitik
2.3.5 Schlüsselagenten
2.3.6 Medien
2.4 Rechtliche und organisatorische Aspekte kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
2.4.1 Formelle und informelle Steuerungsmöglichkeiten von Zwischennutzungen
2.4.2 Bau- und nutzungsrechtliche Aspekte
2.4.3 Netzwerke und Cluster
2.5 Zwischenfazit: Raumpioniere und kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen auf städtischen Brachflächen
3. Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen und Stadtentwicklung
3.1 Zwischennutzungstypen in der Stadt
3.2 Besondere Eignung von Kulturwirtschaft als Zwischennutzung
3.2.1 Besondere Räume und Kulturwirtschaft
3.2.2 Kulturelle Innovationen entstehen in der Nische
3.2.3 Inszenierung von Übergängen in der Stadtnutzung
3.3 Bedeutung kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen in der Stadt
3.3.1 Image/Identifikation
3.3.2 Kreative Milieus
3.3.3 Öffentliche Räume
3.3.4 Tourismus
3.3.5 Standortfaktor
3.3.6 Arbeitsmarkteffekt
3.4 Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen als Motor für Stadtentwicklung
3.4.1 Chancen kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
3.4.2 Risiken kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
3.4.3 Relevanz kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen in wachsenden Räumen
3.5 Zwischenfazit: Wertschöpfungsketten kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
4. Das Ruhrgebiet und kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen
4.1 Das Ruhrgebiet
4.1.1 Aufstieg und Rückzug der Montanindustrie
4.1.2 Verzögerung des Strukturwandels im Ruhrgebiet
4.2 Brachflächen als Chance für kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen im Ruhrgebiet
4.2.1 Brachflächen im Ruhrgebiet
4.2.2 Verwendbarkeit der Brachflächen für kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen
4.2.3 Akteure und Interessen im Umgang mit Brachen im Ruhrgebiet
4.2.4 Einstellung der Akteure zu kulturwirtschaftlichen Zwischennutzungen
4.3 Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen im Ruhrgebiet
4.3.1 Erfahrungen mit kulturwirtschaftlichen (Zwischen-)Nutzungen
4.3.2 Finanzierungsnischen
4.4 Zwischenfazit: Potenziale und Defizite des Ruhrgebiets für kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen
5. Internationale Erfahrungen mit kulturwirtschaftlichen Zwischennutzungen
5.1 Basel „nt*/Areal“
5.2 Amsterdam „Kinetisch Noord“
5.3 Berlin „RAW-tempel – bahnbrechend anders“
5.4 Kopenhagen „Christiania“
5.5 Zwischenfazit: Zusammenfassung und Bilanz der nationalen und internationalen Beispiele
6. Schlussfolgerung: Strategie und Taktik in der Stadtentwicklung
7. Handlungsoptionen für den strategischen Einsatz kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen
7.1 Handlungsoptionen der Kommunen
7.2 Handlungsoptionen des Regionalverbandes Ruhr
7.3 Handlungsoptionen der Eigentümer
7.4 Handlungsoptionen der Raumpioniere
8. Fazit: Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen – Eine Strategie für das Ruhrgebiet?
Die Arbeit untersucht das Potenzial kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen als strategisches Instrument zur Stadtentwicklung im Ruhrgebiet, um leerstehende altindustrielle Areale zu reaktivieren, kreative Impulse zu setzen und eine nachhaltige Aufwertung urbaner Räume zu fördern.
3.2.1 Besondere Räume und Kulturwirtschaft
Bei den für temporäre Nutzungen relevanten Räumen handelt es sich um Gebäude und Flächen, die von anderen Nutzungen verlassen worden sind und gegenwärtig keinem Nutzungsdruck unterliegen. Häufig stellen sie sich als die Problemstandorte in einer Stadt dar, weil sie sich nur sehr schwer einer stadtplanerisch befriedigenden Nutzung zuführen lassen. Im Ruhrgebiet sind dies insbesondere industriell geprägte und mit Geschichte besetzte Orte, die in sich einen kulturellen Wert darstellen. Sie üben gerade aufgrund ihrer Ambivalenz zwischen Kulturgut und Alteisen, Ästhetischem und Abstoßendem, Makel und Denkmal für Nutzungen mit kulturwirtschaftlichem Bezug eine große Faszination aus (vgl. Zlonicky 1991: 1270). Die physische Hülle der Brache stellt für kulturwirtschaftlich orientierte Raumpioniere Inspiration und Herausforderung zugleich dar. Sie setzen ihre kreativen und innovativen Ideen in ökonomisch nicht mehr verwertbaren Räumen um und tradieren der Geschichte des Ortes, indem sie diese in ihr Konzept miteinbeziehen. Die oft innenstadtnahe Lage der Brachen erweist sich als Standortgunst für kulturbezogene Übergangsnutzungen, die auf Laufkundschaft angewiesen sind. Auf diese Weise stellen sich kulturwirtschaftliche Nutzungen auch als Interimslösung als Chance für die Reaktivierung von Problemstandorten dar (vgl. Bradtke und Löwer 1999: 280).
Die Verbindung aus ungewöhnlichen Orten und kulturbezogener Aktivität beeinflusst Zwischennutzungsprojekte nicht nur inhaltlich; es entsteht eine spezifische Atmosphäre, die sowohl medien- als auch publikumswirksam ist. Bradtke und Löwer untersuchen in ihrer Dissertation „Brachflächenreaktivierung durch kulturelle Nutzungen“ sieben kulturelle Projekte auf Brachflächen und stellten fest, dass die Projekte größere mediale Beachtung fanden, als klassische Kulturprojekte (vgl. Bradtke und Löwer 1999: 312ff). Der Schwerpunkt der Berichterstattung wurde dabei überwiegend auf die „spezifische Verknüpfung von besonderem Ort und kulturellen Inhalten“ (ebd.: 312; Hervorhebung im Original) gelegt. Dadurch wird der Bekanntheitsgrad der Projekte erhöht und die Aufmerksamkeit der Kulturkonsumenten gefördert.
1. Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen im Ruhrgebiet – Zukunftsfeld mit Forschungsbedarf: Einführung in das Thema der Zwischennutzung als neue Raumnutzungskategorie und Skizzierung des Forschungsbedarfs im Kontext der Krisenregion Ruhrgebiet.
2. Rahmenbedingungen kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen: Klärung zentraler Begrifflichkeiten, Analyse der Akteure (Raumpioniere, Eigentümer, Politik) und Erläuterung rechtlicher sowie organisatorischer Rahmenbedingungen.
3. Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen und Stadtentwicklung: Untersuchung der verschiedenen Zwischennutzungstypen und der Bedeutung der Kulturwirtschaft für Stadterneuerung, Imagebildung und Standortentwicklung.
4. Das Ruhrgebiet und kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen: Analyse der spezifischen Situation im Ruhrgebiet, der Herausforderungen bei der Brachflächenentwicklung und Darstellung erster Erfahrungen mit temporären Projekten.
5. Internationale Erfahrungen mit kulturwirtschaftlichen Zwischennutzungen: Vorstellung und Auswertung von Fallbeispielen aus Basel, Amsterdam, Berlin und Kopenhagen zur Gewinnung strategischer Erkenntnisse.
6. Schlussfolgerung: Strategie und Taktik in der Stadtentwicklung: Zusammenfassende Einschätzung der Rolle temporärer Nutzungen als taktisches Instrument innerhalb der Stadtentwicklung.
7. Handlungsoptionen für den strategischen Einsatz kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen: Detaillierte Empfehlungen und Handlungsspielräume für Kommunen, den Regionalverband Ruhr, Eigentümer und Raumpioniere.
8. Fazit: Kulturwirtschaftliche Zwischennutzungen – Eine Strategie für das Ruhrgebiet?: Reflektion der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Eignung dieses Ansatzes als langfristige Strategie.
Zwischennutzung, Ruhrgebiet, Kulturwirtschaft, Raumpioniere, Brachflächen, Stadtentwicklung, temporäre Nutzung, Stadterneuerung, Standortfaktor, Kreative Milieus, Immobilienwirtschaft, Innovationspotenzial, Planungspraxis, Baurecht auf Zeit, Soziokulturelle Projekte
Die Arbeit analysiert das Potenzial kulturwirtschaftlicher Zwischennutzungen auf brachliegenden altindustriellen Flächen als Impulsgeber für die Stadtentwicklung im Ruhrgebiet.
Die wichtigsten Akteure sind die sogenannten Raumpioniere als Initiatoren, die Eigentümer der Brachflächen, die lokale Politik/Planung, die Immobilienwirtschaft, Schlüsselagenten und die Medien.
Das Ziel ist es, Akteure für die positiven Impulse temporärer Nutzungen zu sensibilisieren und Handlungsoptionen für einen strategischen Umgang mit diesem Instrument aufzuzeigen.
Die Arbeit folgt dem Ansatz der qualitativ-empirischen Sozialforschung, basierend auf Literaturrecherche, Experteninterviews und der Auswertung internationaler Fallbeispiele mittels der Methode des „theoretical sampling“.
Es werden theoretische Grundlagen zu Zwischennutzungen definiert, Rahmenbedingungen und Akteursinteressen geklärt, internationale Erfahrungen ausgewertet und spezifische Handlungsoptionen für das Ruhrgebiet abgeleitet.
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Zwischennutzung, Raumpioniere, Brachflächenmanagement, Kulturwirtschaft, Stadtumbau und kreative Stadtentwicklung im spezifischen Kontext der Montanregion Ruhrgebiet.
Internationale Beispiele wie in Amsterdam oder Berlin dienen als Lernmodelle, um zu verstehen, wie temporäre Nutzungen erfolgreich in die Stadtentwicklung integriert werden können und welche Konfliktpotenziale dabei entstehen.
„Land for Free“ fungiert als Leitprojekt der Kulturhauptstadt 2010 und dient dazu, Zwischennutzungen als offizielles Instrument der Region stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit und der planerischen Diskussion zu rücken.
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