Bachelorarbeit, 2009
28 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Erlebnispädagogik im Schulsport
2.1 „Lernen durch Kopf, Herz und Hand“ – Die historische Entwicklung der Erlebnispädagogik von Rousseau bis Hahn
2.2 „Das Erlebnis als pädagogisches Mittel“ – Der erlebnisorientierte Schulsport
3. Die Ausprägung sozialen Lernens im Sportunterricht
3.1 Was ist soziales Lernen?
3.2 Die Bedeutung des sozialen Lernens für den Schulalltag
4. Legitimation des erlebnispädagogischen Schulsportkonzeptes durch den brandenburgischen Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I im Fach Sport
5. Abschnittsplanung und Stundenentwurf für die Förderung des sozialen Lernens unter Einbeziehung des erlebnispädagogischen Schulsportkonzeptes in der siebten Jahrgangsstufe
5.1 Abschnittsplanung
5.2 Stundenentwurf
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisorientierten Unterrichtsleitfadens für einen erlebnispädagogischen Schulsport im Indoorbereich, der primär das soziale Lernen in Schulklassen fördern soll. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch handlungsorientierte Sportaktivitäten und Reflexionsphasen die Sozialkompetenz und das Klassengefüge insbesondere bei neu zusammengesetzten Klassen gestärkt werden können.
2.1 „Lernen durch Kopf, Herz und Hand“ – Die historische Entwicklung der Erlebnispädagogik von Rousseau bis Hahn
Vergleichbar mit der Philosophie oder Psychologie haben sich im Laufe der Zeit auch viele Wissenschaftler mit der Pädagogik auseinander gesetzt. Doch weder Jean-Jacques Rousseau, David Henry Thoreau oder John Dewey, die besonders in der deutschsprachigen Literatur erwähnt werden, haben den Begriff der Erlebnispädagogik formuliert. Aus der Fülle an neuen Erkenntnissen, die Kurt Hahn am Anfang des 20. Jahrhundert aufgriff prägte er den Begriff der Erlebnistherapie (Heckmair & Michl, 1998). Auf Grund dieser Leistung, dem Zusammentragen und Ordnen von Informationen, die für die erlebnis- und handlungsorientierte Pädagogik sehr wichtig sind, gilt Hahn als „Sammler reformpädagogischer Wurzeln“, jedoch nicht als Gründer der Erlebnispädagogik.
Die ersten für diese Erziehungsmethode sehr wichtigen Ansätze schuf Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778) vor über 250 Jahren. Lernen von der Natur und nicht durch die Wissenschaft. Dies ist die Philosophie eines der bedeutendsten Aufklärer, welcher die Einfachheit predigte. Schon als junger Mann reiste er viel umher. Sich selbst zu erkennen lag für ihn in der Erkenntnis der Welt. So ist es wenig verwundernswert, dass nach seiner Ansicht die Sprache der Natur noch bedeutungsvoller ist, als alle Vernunft. Den berühmten Ausspruch René Descartes: „Ich denke, also bin ich“ formte er zu: „Ich erlebe, also bin ich“ um. Mit diesem naturgebundenen Denken, weg von der Wissenschaft, stand er im direkten Konflikt zu den Philosophen, Intellektuellen und Wissenschaftlern dieser Epoche, wie u. a. Voltaire. All diese Ideen des politischen und pädagogischen Denkens erscheinen 1762 in seinen Hauptwerken „Contrat social“ (Der Gesellschaftsvertrag) und „Émile“ (Emil), welches ein umfassendes Konzept der Einzelerziehung darstellte (Fischer & Ziegenspeck, 2000).
1. Einleitung: Beschreibt den Bedarf an erlebnispädagogischen Angeboten aufgrund zunehmender Urbanisierung und Mediennutzung bei Kindern sowie die Zielsetzung eines Unterrichtsleitfadens zur Förderung des sozialen Lernens.
2. Die Erlebnispädagogik im Schulsport: Erläutert die historischen Ursprünge der Erlebnispädagogik von Rousseau bis Hahn und überträgt das Konzept des erlebnisorientierten Schulsports auf aktuelle pädagogische Anforderungen.
3. Die Ausprägung sozialen Lernens im Sportunterricht: Definiert den Begriff des sozialen Lernens und beleuchtet dessen essentielle Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und den Zusammenhalt im Schulalltag.
4. Legitimation des erlebnispädagogischen Schulsportkonzeptes durch den brandenburgischen Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I im Fach Sport: Rechtfertigt die Anwendung des Konzepts durch die Übereinstimmung mit fachbezogenen Kompetenzen und pädagogischen Perspektiven des aktuellen Lehrplans.
5. Abschnittsplanung und Stundenentwurf für die Förderung des sozialen Lernens unter Einbeziehung des erlebnispädagogischen Schulsportkonzeptes in der siebten Jahrgangsstufe: Bietet ein konkretes Umsetzungsszenario mit Übungsreihen und einem detaillierten Stundenbild zur praktischen Anwendung.
6. Fazit: Resümiert das Konzept als wirkungsvolles Instrument für den Klassenaufbau und betont die Notwendigkeit von Reflexionsphasen im Unterricht.
Erlebnispädagogik, Schulsport, Soziales Lernen, Sozialkompetenz, Kurt Hahn, Jean-Jacques Rousseau, Handlungsorientierung, Reflexion, Teamfähigkeit, Unterrichtsleitfaden, Rahmenlehrplan, Sportunterricht, Persönlichkeitsentwicklung, Erlebnissport, Kooperationsspiele.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration erlebnispädagogischer Methoden in den Sportunterricht, um soziale Kompetenzen und das Gemeinschaftsgefühl von Schülerinnen und Schülern gezielt zu fördern.
Die Arbeit verknüpft historische Grundlagen der Erlebnispädagogik mit moderner Sportdidaktik, rechtlichen Vorgaben aus dem Rahmenlehrplan und konkreten praktischen Unterrichtsentwürfen.
Das Ziel ist die Erstellung eines Unterrichtsleitfadens, der zeigt, wie Sportlehrkräfte durch induktive Lehrmethoden das soziale Miteinander in heterogenen Schulklassen verbessern können.
Der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Literatur und pädagogischen Fachgeschichte sowie die Entwicklung eines didaktischen Modells und dessen konkrete Umsetzung in Form eines Stundenentwurfs.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Erlebnispädagogik, die Erläuterung des sozialen Lernens, die Legitimation des Konzepts durch den Rahmenlehrplan sowie die detaillierte Planung für eine siebte Klasse.
Wichtige Begriffe sind Erlebnispädagogik, Soziales Lernen, Handlungsorientierung, Teamfähigkeit, Kooperation und Sportdidaktik.
Der Autor sieht in der heutigen Mediennutzung (Computer, TV) eine Gefahr für die natürliche Erlebnis- und Bewegungsfähigkeit, der der Sportunterricht durch echte, handlungsorientierte Erfahrungen entgegenwirken sollte.
Reflexion ist das entscheidende Glied, um Erlebnisse in Erfahrungen umzuwandeln und diese nachhaltig für das soziale Leben der Schüler nutzbar zu machen.
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