Bachelorarbeit, 2023
52 Seiten, Note: 2.1
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Behinderung
2.1.1 Medizinisches Modell von Behinderung
2.1.2 Soziales Modell von Behinderung
2.1.3 Kulturelles Modell von Behinderung
2.1.4 Menschenrechtliches Modell von Behinderung
2.2 Geflüchtete
2.3 Intersektionalität
2.4 Erstaufnahmeeinrichtung
2.5 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.5.1 UN-Behindertenrechtskonvention
2.5.2 EU-Aufnahmerichtlinie
2.5.3 Asylbewerberleistungsgesetz
2.5.4 Aufenthaltsgesetz
3. Systematisierung der Barrieren
4. Methodisches Vorgehen: Scoping Review
5. Ergebnisse
5.1.1 Barriere 1: Indentifizierung von Behinderung
5.1.2 Barriere 2: Art der Unterbringung
5.1.3 Barriere 3: Medizinische Versorgung
5.1.4 Barriere 4: Sozialrechtliche Leistungen
5.1.5 Barriere 4: Kommunikation, Sprache und Informationsweitergabe
5.1.6 Barriere 5: Sensibilisierung von Mitarbeiter*innen
5.1.7 Barriere 5: Gewalt und Diskriminierung
5.1.8 Barriere 6: Kulturelle Öffnung und Unterstützungssystem
6. Limitation der Barrieren
7. Praxisbezogene Umsetzung von Maßnahmen aus der Literatur
8. Handlungsempfehlungen aus der Literatur
9. Diskussion
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, mittels eines Scoping Reviews die Barrieren zu identifizieren, mit denen Geflüchtete mit Behinderungen innerhalb von Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland konfrontiert sind. Dabei wird untersucht, wie strukturelle, rechtliche und soziale Faktoren die Teilhabe dieser vulnerablen Personengruppe einschränken, um abschließend Handlungsstrategien zur Verbesserung der Versorgungssituation abzuleiten.
2.1.1 Medizinisches Modell von Behinderung
Der Begriff Behinderung wurde vom 18. Jahrhundert bis Ende der 70er Jahre ausschließlich aus der Perspektive des medizinischen Modells betrachtet und als objektive, negative Abweichung von der Norm beschrieben. Darüber hinaus wird Behinderung im medizinischen Modell als persönliche Tragödie betrachtet, die auf medizinische Ursachen wie Verletzungen oder Krankheiten zurückzuführen sind, die potenziell durch medizinische Intervention behandelt oder geheilt werden können. Nach Egen (2020) konzentriert sich das medizinische Modell auf die Linderung von Beschwerden, insbesondere wenn eine Heilung nicht möglich ist. Die Gesellschaft assoziiert Behinderung mit Leiden und aus der damaligen Sicht wurde dies nicht toleriert. Ziel ist es, so Egen (2020), das individuelle Leiden zu reduzieren, indem das Individuum durch medizinisch-therapeutische Behandlungsmethoden oder pädagogische Förderung an die gesellschaftlichen Normen angepasst wurde (vgl. Egen, 2020, S. 23 ff.). Nach Hirschberg (2022) führte diese Sichtweise zu einer Kritik an den gesellschaftlichen Erwartungen und Normen, die die Funktionsfähigkeit eines Individuums bestimmen, um darauf aufbauend eine Behandlung einzuleiten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik mangelnder Identifizierung von Behinderungen bei der Erstregistrierung und definiert die Forschungsfrage des Scoping Reviews im Kontext der UN-BRK.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffsmodelle von Behinderung, charakterisiert die Zielgruppe der Geflüchteten und definiert den intersektionalen Ansatz sowie den rechtlichen Kontext.
3. Systematisierung der Barrieren: Hier erfolgt eine systematische Auflistung von Barrieren, wie fehlende Identifizierung, Unterbringungsmängel und mangelnde Sensibilisierung, die für die weitere Analyse grundlegend sind.
4. Methodisches Vorgehen: Scoping Review: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Literaturrecherche, die verwendeten Datenbanken sowie die definierten Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienselektion.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren eine detaillierte Aufschlüsselung der identifizierten Barrieren in den Bereichen Identifizierung, Unterbringung, Versorgung, Recht, Kommunikation und Sensibilisierung.
6. Limitation der Barrieren: Dieses Kapitel ordnet die erkannten Barrieren nach ihrer Relevanz und verdeutlicht die Notwendigkeit einer priorisierten Herangehensweise zur Verbesserung der Lebensbedingungen.
7. Praxisbezogene Umsetzung von Maßnahmen aus der Literatur: Hier werden bereits existierende Praxisbeispiele aus verschiedenen Bundesländern vorgestellt, die als Lösungsansätze für Barrieren dienen können.
8. Handlungsempfehlungen aus der Literatur: Dieses Kapitel leitet aus der Literatur konkrete politische und soziale Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Teilhabe von Geflüchteten mit Behinderungen ab.
9. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Forschungsergebnisse im Kontext der administrativen Strukturen, des Föderalismus und der Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit.
10. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und resümiert den weiterhin bestehenden Forschungs- und Handlungsbedarf an der Schnittstelle von Flucht und Behinderung.
Geflüchtete, Flüchtlinge, Gesundheit, disability, Behinderung, Beeinträchtigung, Erstaufnahmeeinrichtung, Unterkunft, Barriere, Herausforderung, Intersektionalität, Inklusion, Teilhabe, UN-BRK, Sozialarbeit.
Die Arbeit untersucht die Barrieren, mit denen Geflüchtete mit Behinderungen in deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen konfrontiert sind, und analysiert deren Auswirkungen auf die Teilhabemöglichkeiten dieser Personengruppe.
Die zentralen Themen umfassen die Definitionen von Behinderung, die rechtliche Situation von Geflüchteten, den intersektionalen Ansatz sowie die Identifizierung spezifischer Hürden im Bereich Unterbringung, Gesundheit und Kommunikation.
Das Ziel ist die Erstellung eines Scoping Reviews, das den aktuellen Forschungsstand systematisiert, Barrieren aufzeigt und daraus fundierte Handlungsstrategien für die soziale Arbeit ableitet.
Es wurde die Methode des Scoping Reviews angewendet, um relevante Literatur und Forschungsergebnisse strukturiert zu identifizieren und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die methodische Erfassung der Daten sowie die detaillierte Analyse spezifischer Barrieren, wie etwa der mangelnden Identifizierung von Behinderungen oder Defizite in der medizinischen Versorgung.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Intersektionalität, Erstaufnahmeeinrichtung, vulnerables Personen, Barrierefreiheit und Versorgungsdefizite beschreiben.
Das Beispiel verdeutlicht, dass eine fehlende Frühidentifizierung von Behinderungen direkt zu einer mangelhaften medizinischen Versorgung und zur Verschlimmerung von gesundheitlichen Folgeschäden führt.
Der Föderalismus führt zu unterschiedlichen rechtlichen Umsetzungen und Bauordnungen in den 16 Bundesländern, was eine bundesweit einheitliche Standardisierung der Barrierefreiheit erheblich erschwert.
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