Diplomarbeit, 2003
91 Seiten, Note: 1,0
A Einleitung
1. Erkenntnisinteresse der Arbeit
2. Abgrenzung des Themas
B Allgemeine Grundlegung
1. Der sozialisations- und handlungstheoretische Ansatz als Ausgangspunkt in der Jugendforschung
1.1 Acht Maxime zur Beschreibung der Adoleszenz
1.2 Anwendung des sozialisations- und handlungstheoretischen Ansatzes auf die Entwicklung des Selbstwertgefühls
2. Der Begriff der Jugend: Kriterien zur Abgrenzung und Definition
2.1 Psychologische Kriterien
2.1.1 Entwicklungsaufgaben Jugendlicher
2.2 Soziologische Kriterien
2.3 Definition von „Jugend“
3. Was ist das Selbstwertgefühl?
3.1 Zum fehlenden Erklärungsmodell Selbstwertgefühl
3.2 Definition und Abgrenzung zu anderen Begriffen
3.2.1 Der Begriff „Selbstwertgefühl“
3.3 Selbstwertgefühl und Identität
3.3.1 Das Selbstwertgefühl als emotionale Komponente des Identitätserlebens: Karl Haußer
3.3.1.1 Identität als situative Erfahrung
3.3.1.2 Identität als übersituative Erfahrung
4. Das Selbstwertgefühl als Produkt sozialer Prozesse
4.1 Quellen des Selbstwertgefühls
4.1.1 Informationen aus der Selbstwahrnehmung
4.1.2 Informationen aus sozialen Rückmeldungen
4.1.3 Informationen aus sozialen Vergleichen
5. Die Entwicklung des Selbstwertgefühls
5.1 Ergebnisse aus der Säugling- und Kleinkindforschung
5.1.1 Erste Erscheinungsformen des Selbstwertgefühls
5.1.2 Ontogenese selbstbewertender Emotionen nach Heckhausen
5.1.3 Voraussetzungen für ein gutes Selbstwertgefühl
5.2 Das Selbstwertgefühl während der Adoleszenz
5.2.1 Veränderung des Selbstwertgefühls
5.2.1.1 Zunahme des Selbstwertgefühls?
5.2.2 Stabilität des Selbstwertgefühls
5.2.3 Geschlechtsunterschiede
5.2.4 Fazit
6. Die Relevanz des Selbstwertgefühls im menschlichen Verhalten und Erleben
6.1 Das Selbstwertgefühl als komplexes Regulationssystem
6.1.1 Die Theorie der Selbstwertkonsistenz
6.1.2 Die Theorie der Selbstwerterhöhung
6.1.3 Der Versuch einer Lösung
6.2 Fazit
C Jugendliche im Kontext von Familie, Schule und Peer-Group
1. Die Bedeutung der Familie während der Adoleszenz
1.1 Das Eltern-Kind-Verhältnis im Jugendalter
1.2 Handlungsanforderungen an die Familie
1.3 Selbstwertrelevante Faktoren
1.3.1 Eine positive emotionale Beziehung
1.3.2 Unterstützung durch die Eltern
1.3.3 Erziehung zur Selbstständigkeit und Autonomie
1.3.4 Das Kommunikationsverhalten
1.4 Zum Verhältnis von Eltern und Peer-Group
1.5 Fazit
2. Die Bedeutung der Peer-Group während der Adoleszenz
2.1 Die Konstruktion und Funktion von Peerbeziehungen
2.2 Selbstwertfördernde Faktoren
2.2.1 Eingebundensein in Gleichaltrigengruppen
2.2.2 Freundschaften
2.2.2.1 Auswirkung von Streit und Konflikten
2.3 Selbstwertbeeinträchtigende Faktoren
2.3.1 Peer-Ablehnung
2.3.2 Peer-Viktimisierung
2.3.3 Ausgrenzung
2.3.4 Persönliche Merkmale
2.3.5 Deprivation
2.4 Fazit
3. Die Bedeutung der Schule während der Adoleszenz
3.1 Das schulische Leistungssystem und psychosoziale Risiken
3.2 Das Bedürfnissystem und der schulische Lernprozess
3.3 Die Auswirkung von Leitungsbewertung auf das Selbstwertgefühl
3.4 Die Rolle der Eltern, Lehrer und Mitschüler
3.4.1 Elterliche Wertschätzung und Anerkennung schulischer Tüchtigkeit
3.4.2 Lehrer-Schüler-Beziehung
3.4.3 Schüler-Schüler-Beziehung
3.5 Fazit
D Resümee
Die Diplomarbeit untersucht das Selbstwertgefühl Jugendlicher als ein Produkt komplexer sozialer Prozesse. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die positiven sowie negativen Einflussfaktoren zu identifizieren und zu beschreiben, die durch die zentralen Sozialisationsinstanzen Familie, Schule und Peer-Group auf die Persönlichkeitsentwicklung und den Selbstwert von Jugendlichen ausgeübt werden.
4. Das Selbstwertgefühl als Produkt sozialer Prozesse
„Wenn jemand zu mir sagt, er mag mich nicht, weil ich das oder das mache, dann beeinflusst das meine Identität, weil ich mir dann überlegen muss ,warum er das sagt. Ich denke mir dann, dass vielleicht mehrere so denken, und versuche es dann zu ändern“.
(Eva, 17 nach Haußer 1995, 38)
Das Selbstwertgefühl (ebenso Selbstkonzept und Kontrollüberzeugungen) können als Ergebnis einer sozialen Interaktion verstanden werden. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen dem Selbstwertgefühl einer Person und den Reaktionen der sozialen Umwelt auf das Verhalten dieser Person (vgl. Filipp/ Frey 1988, 430). Forschungen, die sich mit der Frage nach den Quellen und Bedrohungen des Selbstwertgefühls befassen, liefern wichtige Erkenntnisse, welche die genannte These bestätigen.
A Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Bezugsrahmen, die Zielsetzung der Arbeit und die Relevanz des Themas im Kontext sozialpädagogischer Praxis dar.
B Allgemeine Grundlegung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, beleuchtet das Identitätserleben und erläutert die Entstehung des Selbstwertgefühls im Verlauf der Adoleszenz anhand entwicklungspsychologischer Modelle.
C Jugendliche im Kontext von Familie, Schule und Peer-Group: Das Hauptkapitel untersucht detailliert, wie spezifische soziale Umwelten wie die Familie, Freundeskreise und das schulische Leistungssystem den Selbstwert von Jugendlichen fördern oder gefährden.
D Resümee: Das Resümee fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die wechselseitigen Einflüsse sozialer Instanzen zusammen und bewertet die Bedeutung für die praktische Arbeit mit Jugendlichen.
Selbstwertgefühl, Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Sozialisation, Familie, Peer-Group, Schule, Selbstkonzept, Leistungsdruck, soziale Interaktion, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Entwicklungsaufgaben, psychische Gesundheit, Jugendforschung.
Die Arbeit untersucht, wie das Selbstwertgefühl Jugendlicher in der Lebensphase der Adoleszenz entsteht und durch welche sozialen Einflüsse es geprägt wird.
Die zentralen Felder sind die Rolle der Familie, der Einfluss von Gleichaltrigen (Peer-Group) sowie die Anforderungen und Rückmeldungen im schulischen Kontext.
Das Ziel besteht darin, die Faktoren zu beschreiben, die das Selbstwertgefühl von Jugendlichen sowohl positiv fördern als auch negativ beeinträchtigen können.
Die Arbeit basiert auf einem sozialisations- und handlungstheoretischen Ansatz, der durch eine Literaturanalyse relevanter psychologischer und soziologischer Forschungsergebnisse gestützt wird.
Im Hauptteil (Teil C) werden die Sozialisationsinstanzen Familie, Peer-Group und Schule systematisch analysiert, insbesondere im Hinblick auf positive Bindungen, Leistungsdruck, soziale Anerkennung und den Umgang mit Misserfolgen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Identitätsentwicklung, Selbstkonzept, soziale Rückmeldung, Selbstwertregulation und die Herausforderungen der Adoleszenz.
Da Jugendliche ihre bisherigen Sicherheiten in Frage stellen und sich in einer Phase der Umstrukturierung befinden, dient das Selbstwertgefühl als zentrale Komponente, um diese neuen Erfahrungen und sozialen Anforderungen individuell zu verarbeiten.
Die Schule dient als ständiger Bewertungskontext. Noten und Rückmeldungen von Lehrern sowie der Vergleich mit Mitschülern wirken als maßgebliche Informationen, die das Fähigkeits-Selbstkonzept und damit das allgemeine Selbstwertgefühl beeinflussen.
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