Examensarbeit, 2009
95 Seiten
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung und -abgrenzung
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Vorgehen
2 Grundlagen
3 Identität
3.1 Identitätsbegriff nach George H. Mead – Identität als Synthese von Individuation und Integration
3.2 Identitätsbegriff nach Klaus Hurrelmann – das Mitglied-Werden in der Gesellschaft
3.3 Identitätstheorie nach Erik H. Erikson : Entwicklung als Weg zur Identität
3.4 Resümee der Identitätstheorien
3.5 Abgrenzung von Identität und Intimität
4 Geheimnis
4.1 Definition nach Georg Simmel
4.2 Geheimnisse und Privatheit
4.2.1 Der Privatheitsbegriff
4.2.2 Zusammenhang und Abgrenzung der Begrifflichkeiten
4.3 Merkmale und Arten von Geheimnissen
4.4 Geheimnisinhalte
4.5 Entwicklung und Bedeutung von Geheimnissen bei Kindern
4.5.1 Interview-Studie von Flitner und Valtin (1991)
4.5.2 Geheime Orte
4.5.3 Geheimnisse und Innerlichkeit
4.6 Geheimnisse und (Not-) Lügen
4.6.1 Kindliche Geheimnisse und Petzereien
4.7 Geheimhaltung und Privatsphäre im Jugendalter
4.8 Geheimhaltungsstrategien im Jugendtagebuch
4.9 Körpersprache des Geheimnisträgers
5 Identität und Geheimnisse
5.1 Einordnung von Geheimnissen in Identitätskonzepte
5.2 Kinder brauchen Phantasiewelten
5.3 Die Bedeutung von Familiengeheimnissen
5.4 Der elterliche Umgang mit kindlichen Geheimnissen
6 Fazit und Ausblick
6.1 Erreichte Ergebnisse
6.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Geheimnissen für den Identitätsfindungsprozess bei Kindern. Es wird analysiert, inwiefern Geheimnisse die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen, wie Kinder sie in verschiedenen Entwicklungsstufen nutzen und wie Eltern angemessen mit kindlichen Geheimnissen umgehen können.
4.1 Definition nach Georg Simmel
Ein Geheimnis, so Simmel, „ist eine der größten geistigen Errungenschaften der Menschheit.“
Georg Simmel (1858-1919), ein deutscher Philosoph und Soziologe, hat sich intensiv mit der Bedeutung von Geheimnissen und Geheimhaltung auseinandergesetzt. Im Folgenden werden wichtige Thesen aufgegriffen und erläutert, sodass die Bedeutung der Begrifflichkeit zum Ausdruck kommt.
Simmel war derjenige, der erstmals 1908 dem Geheimnis mit seiner Schrift „Das Geheimnis und die geheimen Gesellschaften“ Bedeutung zusprach.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Geheimnisse als zentralen Bestandteil der menschlichen Innerlichkeit und Identitätsentwicklung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten "Identität" und "Geheimnis" definiert und voneinander abgegrenzt.
3 Identität: Dieses Kapitel widmet sich den Identitätstheorien von George H. Mead, Klaus Hurrelmann und Erik H. Erikson, um die Grundlage für die Identitätsfindung zu klären.
4 Geheimnis: Hier werden Definitionen, Arten und Merkmale von Geheimnissen beleuchtet, einschließlich der Entwicklung bei Kindern und der Rolle von Körpersprache.
5 Identität und Geheimnisse: Das fünfte Kapitel führt die bisherigen Erkenntnisse zusammen und untersucht die spezifische Einordnung von Geheimnissen in Identitätskonzepte sowie den elterlichen Umgang damit.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Relevanz der Privatsphäre in der modernen Internetgesellschaft.
Identität, Identitätsfindung, Geheimnis, Geheimhaltung, Innerlichkeit, Privatheit, Privatsphäre, Kindheit, Jugendalter, Sozialisation, Kommunikation, Körpersprache, Familiengeheimnisse, Persönlichkeitsentwicklung, Autonomie.
Die Arbeit untersucht die psychologische und sozialisationstheoretische Bedeutung von Geheimnissen bei Kindern und deren Rolle beim Aufbau der eigenen Identität.
Im Fokus stehen die Identitätstheorien, die Definition von Geheimnissen, der elterliche Umgang mit kindlicher Privatsphäre sowie die Funktion von Geheimnissen im sozialen Kontext von Kindern und Jugendlichen.
Das Ziel ist es, zu bestimmen, wie Geheimnisse den Identitätsbildungsprozess von Kindern unterstützen und wie Eltern diesen Prozess durch Respektierung der Privatsphäre fördern können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die vorhandene Literatur aus der Pädagogik, Psychologie und Soziologie zusammenführt und analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Identitätstheorien, die tiefgehende Analyse von Geheimnissen sowie die Zusammenführung beider Bereiche hinsichtlich der kindlichen Entwicklung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identität, Geheimnis, Privatheit, Innerlichkeit, Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung definiert.
Sie dienen als Rückzugsorte und ermöglichen Kindern, sich einen eigenen Raum abzustrecken, in dem sie ungestört vor elterlicher Kontrolle experimentieren und ihre eigene Autonomie erproben können.
Jugendliche nutzen verstärkt Medien wie Tagebücher und bilden eigene Geheimsprachen, um sich von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen und die eigene Individualität zu stärken.
Mimik und Gestik verraten oft, dass ein Kind oder ein Jugendlicher ein Geheimnis hat, selbst wenn der genaue Inhalt noch verborgen bleibt; Eltern können diese nonverbalen Signale meist gut deuten.
Sie können einerseits den Familienzusammenhalt stützen, andererseits aber bei regelwidriger Geheimhaltung zu einer belastenden, lügenbehafteten Atmosphäre führen, die das Vertrauen untergräbt.
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