Wissenschaftlicher Aufsatz, 2003
27 Seiten
1 ENTDECKUNGSZUSAMMENHANG
2 FORSCHUNGSSTAND
3 FRAGESTELLUNG
4 DATEN UND METHODE
5 ERGEBNISSE
5.1 Opferprävalenz von Gewalthandlungen
5.2 Täterprävalenz von Gewalthandlungen
6 DISKUSSION
Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle Debatte über Gewalt an Schulen durch empirische Daten zu ergänzen. Dabei wird untersucht, inwieweit unterschiedliche sozioökonomische städtische Umwelten die Prävalenz schulischer Gewalt beeinflussen und wie sich Opfer- sowie Täterrollen unter Berücksichtigung von Individualmerkmalen darstellen.
Merkmale des Typus „Gewalttäter“
Aktuelle Daten belegen, dass gewalttätige Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt etwas schlechtere Schüler sind, häufiger sitzen bleiben bzw. deren Versetzung eher gefährdet ist. Sie empfinden kaum Schulfreude, sehen keinen Sinn im Lernen und haben eher ein gestörtes Verhältnis zu ihren Lehrern. Sie fühlen sich oftmals ‘abgeschrieben’, weil sie z.B. das Gefühl haben, dass die Schule sich nicht genug um sie kümmert und der Unterrichtsstoff nicht genügend erklärt wird. Gewaltbereite Schülerinnen und Schüler fühlen sich in der Schule nicht wohl und äußern interessanterweise, dass man sie nicht zu Ordnung, Pünktlichkeit und Sauberkeit anhalte. Sie rechtfertigen ihr Verhalten als notwendig und legitimieren ihre Handlungsweise. Der Typus der „Täter“ ist den Klassenkameraden an Körperstärke eher überlegen, hitzköpfig, leicht verärgert, impulsiv und weist eine niedrige Frustrationstoleranz auf. Zudem sei er misstrauisch, aggressiv, leistet Widerstand gegenüber Erwachsenen und hat geringe Empathie. Nicht zuletzt beinhaltet aggressives Verhalten häufig eine instrumentelle Komponente: Täter zwingen ihre Opfer, Gegenstände (z.B. Geld, Zigaretten etc.) zu beschaffen und erhoffen sich dadurch individuelle und gesellschaftliche Vorteile.
1 ENTDECKUNGSZUSAMMENHANG: Einleitung in das Thema unter Berücksichtigung der öffentlichen Wahrnehmung und der wissenschaftlichen Relevanz von Gewalt an Schulen.
2 FORSCHUNGSSTAND: Überblick über existierende Definitionen von schulischer Gewalt und Diskussion bisheriger empirischer Erkenntnisse zum Ausmaß und zur Entwicklung des Phänomens.
3 FRAGESTELLUNG: Herleitung der zentralen Hypothese auf Basis der Theorie des sozialen Lernens und der Anomietheorie zur Untersuchung stadtstruktureller Einflüsse.
4 DATEN UND METHODE: Beschreibung des Forschungsdesigns, basierend auf einer Paper-and-Pencil-Befragung in Hauptschulen in Mannheim und Heidelberg unter Anwendung eines Matched-pairs-Ansatzes.
5 ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung der erhobenen Opfer- und Täterprävalenzen sowie deren statistische Analyse mittels Regressionsmodellen.
5.1 Opferprävalenz von Gewalthandlungen: Darstellung der Befunde zur Verteilung psychischer und physischer Gewalterfahrungen bei den befragten Schülern.
5.2 Täterprävalenz von Gewalthandlungen: Analyse der von den Schülern selbst berichteten Gewalthandlungen und Vergleich zwischen den verschiedenen städtischen Standorten.
6 DISKUSSION: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse, kritische Würdigung der Methodik und Einordnung der Befunde in den weiteren wissenschaftlichen Kontext.
schulische Gewalt, Hauptschule, Opferprävalenz, Täterprävalenz, Mannheim, Heidelberg, sozioökonomische Umwelt, Lerntheorie, Anomietheorie, Gewaltprävention, Sozialisation, Aggression, Schülerbefragung, empirische Bildungsforschung, Jugendkriminalität
Die Arbeit untersucht das Phänomen schulischer Gewalt an Hauptschulen und analysiert, wie sich unterschiedliche städtische Umweltbedingungen auf die Gewaltbereitschaft auswirken.
Im Zentrum stehen die Unterschiede in der Gewaltprävalenz zwischen den Städten Mannheim und Heidelberg sowie die Identifikation von Täter- und Opfermerkmalen.
Das Ziel ist es, die Gewaltdiskussion durch empirische Daten zu fundieren und zu prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen städtischer Sozialstruktur und der Auftretenshäufigkeit von Gewalt an Schulen besteht.
Es wurde ein exploratives Design mit einer Paper-and-Pencil-Befragung an sechs Hauptschulen gewählt, wobei die statistische Auswertung mittels multipler linearer Regression erfolgte.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen (Lerntheorie, Anomietheorie), die detaillierte Beschreibung der Befragungsmethodik sowie die Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse zu Opfer- und Täterrollen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie schulische Gewalt, Täter- und Opferprävalenz, städtisches Umfeld, Hauptschule und sozialer Druck charakterisieren.
Die Städte wurden gewählt, da sie trotz ihrer geografischen Nähe deutliche Unterschiede in ihrer sozioökonomischen Struktur (Industriestadt versus Kulturstadt) aufweisen, was sie für einen Vergleich prädestiniert.
Die Anomietheorie dient dazu, das Entstehen von abweichendem Verhalten als individuelle Anpassung an eine ungleiche Verteilung von Chancen und Mitteln in der Gesellschaft zu erklären.
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