Bachelorarbeit, 2021
36 Seiten, Note: 2,3
EINLEITUNG
2 KLIMAGERECHTIGKEIT
2.1 BEGRIFFSENTWICKLUNG
2.2 GRUNDSÄTZE DER UMWELTGERECHTIGKEIT
2.3 DIE BEDEUTUNG VON KLIMAGERECHTIGKEIT
2.4 DIE FRAGE DER ÖKOLOGISCHEN SCHULD
3 JOHN RAWLS GERECHTIGKEITSKONZEPTION
3.1 DAS FUNDAMENT DER GERECHTIGKEIT
3.2 DER URZUSTAND
3.3 DER GESELLSCHAFTSVERTRAG
3.4 DIE PRINZIPIEN DER GERECHTIGKEIT
3.5 GENERATIONSÜBERGREIFENDE GERECHTIGKEIT UND DAS PRINZIP DES GERECHTEN SPARENS
4 DER KLIMAWANDEL UND RAWLS' IDEE VON GERECHTIGKEIT
4.1 POLITISCHE NOTWENDIGKEIT VON GLOBALER GERECHTIGKEIT
4.2 KLIMAGERECHTE ENTSCHEIDUNGSSITUATION IM URZUSTAND
4.3 DIE GERECHTE EMISSIONSVERTEILUNG UND DER KLIMAVERTRAG
4.4 DIE PROBLEMATIK DER ZEITPRÄFERENZ
5 FAZIT
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls dazu beitragen kann, eine gerechte globale Klimapolitik zu gestalten und moralische Rahmenbedingungen für den Umgang mit der Klimakrise zu schaffen.
3.1 Das Fundament der Gerechtigkeit
Bereits zu Beginn seines Werkes arbeitet John Rawls die Notwendigkeit einer allgemeingültigen Gerechtigkeitstheorie innerhalb einer Gesellschaft heraus. So nennt er die Gerechtigkeit „die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen“ (Rawls 1979, 19) und später „die wichtigste Tugend der Institutionen“ (Rawls 1979, 23). Wahrheit und Gerechtigkeit bilden für Rawls die beiden Haupttugenden menschlichen Handelns. Das menschliche Handeln ist geprägt von der Gemeinschaft, in der es stattfindet – einer in sich geschlossenen Vereinigung – einer Gesellschaft. Damit dieses System der Gesellschaft überhaupt funktionieren kann, bedarf es gewisser Regeln, die alle Teilnehmer*innen für bindend anerkennen. Diese allgemeingeltenden Grundsätze sollen dem Wohl der Gemeinschaft dienen und sind daher von Natur aus sowohl durch Harmonie wie auch durch Konflikt geprägt:
„Eine Interessenharmonie ergibt sich daraus, dass die gesellschaftliche Zusammenarbeit allen ein besseres Leben ermöglicht, als wenn sie nur auf ihre eigenen Anstrengungen angewiesen wären. Ein Interessenkonflikt ergibt sich daraus, dass es den Menschen nicht gleichgültig ist, wie die durch ihre Zusammenarbeit erzeugten Güter verteilt werden, denn jeder möchte lieber mehr als weniger haben“ (Rawls 1979, 20).
Damit eine Zusammenarbeit trotzdem gelingt, sind Grundsätze notwendig, die über die Einigung der Güterverteilung entscheiden. Dadurch definiert Rawls die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit:
„Sie ermöglichen die Zuweisung von Rechten und Pflichten in den grundlegenden Institutionen der Gesellschaft, und legen die richtige Verteilung der Früchte und Lasten der gesellschaftlichen Zusammenarbeit fest“ (Rawls 1979, 20 f.).
EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Klimagerechtigkeit und Darstellung der Forschungsfrage sowie der methodischen Herangehensweise.
2 KLIMAGERECHTIGKEIT: Historische Entwicklung des Begriffs sowie Erläuterung der Grundsätze und der Problematik der ökologischen Schuld.
3 JOHN RAWLS GERECHTIGKEITSKONZEPTION: Darlegung der Kernelemente der Rawls’schen Theorie, insbesondere des Urzustands, des Schleiers des Nichtwissens und der Gerechtigkeitsprinzipien.
4 DER KLIMAWANDEL UND RAWLS' IDEE VON GERECHTIGKEIT: Anwendung der theoretischen Konzepte von Rawls auf die konkreten Herausforderungen der globalen Klimapolitik und Verteilungsfragen.
5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit von Rawls' Theorie auf die Klimakrise und Ausblick auf notwendige interdisziplinäre Forschungsansätze.
Klimawandel, Klimagerechtigkeit, John Rawls, Gerechtigkeitstheorie, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Verteilungsgerechtigkeit, ökologische Schuld, Klimavertrag, Kontraktualismus, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, globale Gemeinschaft, Emissionsrechte, Differenzprinzip.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen und philosophischen Dimension der Klimakrise und untersucht, wie die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls genutzt werden kann, um politisch gerechte Lösungen für den Klimawandel zu finden.
Die zentralen Themen sind Klimagerechtigkeit, die Verteilung von ökologischen Lasten, intergenerationelle Gerechtigkeit sowie die Anwendung klassischer politischer Philosophie auf ökologische Probleme des 21. Jahrhunderts.
Die zentrale Frage lautet: Wie kann John Rawls’ Gerechtigkeitskonzeption helfen, eine faire Klimapolitik zu gestalten?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie die Kernelemente der Rawls'schen Philosophie („A Theory of Justice“) expliziert und diese durch eine systematische Anwendung auf die Problemfelder der Klimakrise (z.B. Emissionsverteilung) methodisch auf die aktuelle Debatte überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung von Rawls' theoretischem Gerüst (Urzustand, Gerechtigkeitsprinzipien) und eine anschließende Übertragung dieser Theorie auf globale Klimafragen, inklusive der Problemfelder der Zeitpräferenz und der ökologischen Schuld.
Besonders prägend sind die Begriffe „Klimagerechtigkeit“, „Urzustand“, „Schleier des Nichtwissens“, „Differenzprinzip“ und „nachhaltige Entwicklung“.
Unter ökologischer Schuld wird die Überbeanspruchung des globalen ökologischen Raums durch die Industrienationen verstanden, die zu Lasten des globalen Südens und zukünftiger Generationen geht.
Es dient als gedankliches Modell, um Interessenegoismus auszuschalten: Da niemand im Urzustand weiß, in welcher Region oder Generation er leben wird, werden Entscheidungen zwangsläufig unter dem Aspekt der Fairness für alle getroffen.
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