Diplomarbeit, 2010
93 Seiten, Note: 2,0
1. Globalisierung und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
1.1 Das Phänomen der Globalisierung
1.1.1 Die wissenschaftliche Debatte zur Globalisierung
1.1.2 Anstoßfaktoren des Globalisierungsprozesses
1.1.3 Globalisierungsverständnis in der Sozialenzyklika „Caritas in veritate“
1.2 Herausforderungen am Beginn des 21. Jahrhunderts
1.2.1 „Verschärfung der ungleichmäßigen Entwicklung“
1.2.2 „strukturelle Schizophrenie zwischen Funktion und Sinn“ – Identitätsproblem
1.3 Neue Antworten auf neue Fragen: Bildung für nachhaltige Entwicklung
1.4 Zusammenfassung und Ausblick
2. Globales Lernen – ein pädagogisches Konzept für das 21. Jahrhundert
2.1 Geschichte
2.2 Was ist Globales Lernen?
2.2.1 Handlungstheorie und Systemtheorie
2.2.2 Definitionen
2.2.3 Zusammenfassung
2.3 Schwierigkeiten des Konzeptes
2.3.1 Begriffsproblematik
2.3.2 Globales Lernen im Verhältnis zu anderen Teilpädagogiken
2.3.3 Kritik
2.4 Globales Lernen konkret
2.4.1 Handlungsorientiert oder systemtheoretisch?
2.4.2 Der handlungstheoretische Ansatz von David Selby
2.4.2.1 Modell
2.4.2.2 Ziele/Kompetenzen
2.4.2.3 Methodische Implikationen
2.5 Zusammenfassung
3. Das Konzept des Globalen Lernens in der Bildungspolitik
3.1 Internationale Rahmenbedingungen
3.1.1 Auf UN-Ebene
3.1.2 Auf EU-Ebene
3.2 Nationale Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland
3.2.1 Die Jahre 1990-2003
3.2.2 Die Jahre 2004-2009: Erste Halbzeit der UN-Dekade
3.2.3 Die jüngsten Dokumente
3.3 Zusammenfassung
4. Globales Lernen: ein pädagogisches Konzept für die Katholische Kirche
4.1 Selbstverständnis und historisch gewachsene Gestalt der Weltkirche
4.1.1 Neutestamentarischer Hintergrund: Universalität des Christentums
4.1.2 Historischer Hintergrund: Die weltweite Ausbreitung der katholischen Kirche
4.1.2.1 Mission
4.1.2.2 Die katholische Kirche als Weltkirche
4.1.2.3 Globale Fragen als Betätigungsfeld der katholischen Kirche
4.1.3 Ekklesiologischer Hintergrund: Die Menschheitsfamilie
4.1.4 Lernen mit Blick auf die Universalität der katholischen Weltkirche
4.2. Globales Lernen: Pädagogik im Einklang mit der katholischen Lehre
4.2.1 Religionsunterricht und Soziallehre
4.2.2 Die katholische Soziallehre
4.2.3 Christ sein im 21. Jahrhundert – Grundpositionen
4.2.3.1 Verpflichtung zum Handeln
4.2.3.2 Neuer Anspruch an Entscheidungen
4.2.4 Christ sein im 21. Jahrhundert – Lebensbereiche
4.2.4.1 Ressourcennutzung und Umwelt
4.2.4.2 Arbeit
4.2.4.3 Nächstenliebe
4.2.5 Erziehung zum „Christsein“ im 21. Jahrhundert
4.2.5.1 Verantwortung der Kirche
4.2.5.2 Erziehung aus Sicht der Soziallehre
4.2.6 Zusammenfassung
4.2.7 Wechselwirkung von Globalem Lernen und katholischer Lehre
5. Globales Lernen und der katholische Religionsunterricht in Deutschland
5.1 Globales Lernen: Forderung aus der Legitimation des Religionsunterrichtes
5.2 Globales Lernen: Forderung aus den Aufgaben des Religionsunterrichtes
5.3 Globales Lernen und der Kompetenzerwerb im Religionsunterricht
5.3.1 Inhaltsbezogene Kompetenzen - Kenntnisse
5.3.2 Fachbezogene Allgemeine Kompetenzen - Fähigkeiten
5.3.3 Haltungen
5.4 Didaktische Schlussfolgerungen
5.4.1 Empfehlungen zu Unterrichtsorganisation, -formen und -methoden
5.4.2 Empfehlungen zur Unterrichtsvorbereitung
6. Resümee
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und theoretische Fundierung der Integration des Globalen Lernens in den katholischen Religionsunterricht in Deutschland. Es wird argumentiert, dass der Religionsunterricht angesichts globaler Krisen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur durch eine solche inhaltliche und methodische Ausrichtung seinem Bildungsanspruch und seiner kirchlichen Aufgabe gerecht werden kann.
1.2.2 „strukturelle Schizophrenie zwischen Funktion und Sinn“ – Identitätsproblem
Die Globalisierung im Wirtschaftsystem des Kapitalismus ist auf Optimierung und maximale Gewinne ausgerichtet. Dabei finden Sinn- und Identitätsfragen keinen adäquaten Raum mehr. Nicht nur die globalen Probleme, die ein neues Ausmaß an Bedrohlichkeit erreicht haben, stellen Herausforderungen an die heute lebenden Generationen dar, insbesondere für die heranwachsende. Auch Identitätsentwicklung gestaltet sich schwierig in einer pluralistischen, vernetzten Welt, in der feste Bezugssysteme von frei zu wählenden Lebensüberzeugungen und Peergroups abgelöst worden sind. Die Erziehungswirklichkeit ist von klein auf durch Globalisierung geprägt und in der Arbeitswelt geht es darum, sich selbst als „Produkt“ für den weltweiten Arbeitsmarkt zu „optimieren“, wie es im Beraterjargon heißt. Nur noch ein Minimum des weltweit verfügbaren Wissens kann sich der Einzelne aneignen, klare Kausalitäten sind kaum noch erkennbar, Handlungsfolgen schwer abzusehen. Das Erreichen eines „Mündigwerdens“ als Ziel der Bildung scheint schwierig bis unmöglich anhand der unüberschaubaren Welt, in der wir leben. Wer, der sich nicht intensiv eingearbeitet hat, kann schon sagen, welches Vorgehen auf dem Finanzmarkt am gewinnbringendsten ist? Wer kann noch genau nachvollziehen, was die Lebensmittel, die er konsumiert, wirklich enthalten oder wie sein Computer funktioniert? Was genau daran schuld ist, dass sein Land im Human Development Index unter den letzten zehn firmiert? Wie sollen wir noch entscheiden und sinnvoll begründen können, was „richtige“ Werte, Normen und Handlungen sind?
Identität wird unter diesen Bedingungen leicht „zur wichtigsten und manchmal einzigen Quelle von Sinn“, was gefährliche Folgen haben kann. Die durch Globalisierungsprozesse verstärkten Herausforderungen an die/den Einzelne/n bei der Persönlichkeitsentwicklung sind heute kaum geringer als die Herausforderungen, die die globalen Probleme an sie/ihn und die Gesellschaft stellen.
1. Globalisierung und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: Analyse der globalen Problemkomplexe und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer neuen Art der Bildung.
2. Globales Lernen – ein pädagogisches Konzept für das 21. Jahrhundert: Erörterung der theoretischen Grundlagen, Definitionen und Konzepte des Globalen Lernens.
3. Das Konzept des Globalen Lernens in der Bildungspolitik: Untersuchung internationaler und nationaler Bildungsrichtlinien zur Verankerung des Globalen Lernens.
4. Globales Lernen: ein pädagogisches Konzept für die Katholische Kirche: Theologische Begründung und Verknüpfung der kirchlichen Soziallehre mit den Anforderungen des Globalen Lernens.
5. Globales Lernen und der katholische Religionsunterricht in Deutschland: Konkrete Anwendung, Legitimierung und didaktische Empfehlungen für den Religionsunterricht.
6. Resümee: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass der Religionsunterricht das Konzept Globales Lernen integrieren muss.
Globalisierung, Globales Lernen, katholischer Religionsunterricht, Bildung für nachhaltige Entwicklung, christliche Soziallehre, Weltkirche, Identitätsentwicklung, Kompetenzerwerb, globale Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, Transformation, Didaktik, Solidarität, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Notwendigkeit, das Konzept des Globalen Lernens in den katholischen Religionsunterricht in Deutschland zu integrieren, um aktuelle Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen der Globalisierung, der pädagogischen Konzeptualisierung des Globalen Lernens, den bildungspolitischen Vorgaben sowie der theologischen Fundierung durch die kirchliche Soziallehre.
Ziel ist es zu zeigen, dass der katholische Religionsunterricht durch die Einbindung Globalen Lernens seine legitimen Ansprüche in der heutigen vernetzten Welt besser erfüllen und eine zeitgemäße christliche Erziehung realisieren kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Analyse von Fachliteratur, bildungspolitischen Dokumenten der UN, EU und Deutschland sowie der Auswertung lehramtlicher Texte der katholischen Kirche.
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit des Globalen Lernens auf bildungspolitischer Ebene und zeigt auf, wie die katholische Lehre und die Soziallehre als Fundament für Globales Lernen dienen können.
Wesentliche Begriffe sind Globalisierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, katholische Soziallehre, Kompetenzerwerb, Schöpfungsverantwortung und interkulturelle Toleranz.
Globales Lernen ist kein neues Fach, sondern ein fächerübergreifendes, ganzheitliches Konzept, das anstatt auf starre Thementrennung auf systemisches Denken, Partizipation und die Bewältigung globaler Komplexität setzt.
Die katholische Kirche versteht sich aufgrund ihres Universalitätsanspruchs und der christlichen Nächstenliebe als Weltkirche, wodurch der Religionsunterricht inhaltlich bereits eine globale Perspektive und ethische Grundwerte mitbringt, die Globales Lernen sinnvoll ergänzen.
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