Bachelorarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Elektrifizierung des Wertpapierhandels, Handelssysteme und methodische Ansätze
2.1 Historische Entwicklung des elektronischen Wertpapierhandels
2.2 Buy-Side versus Sell-Side Perspektive
2.3 Abgrenzung verschiedener Handelssysteme
2.3.1 Parketthandel
2.3.2 Over-the-Counter Handel
2.3.3 Computerbörsen am Beispiel XETRA
2.3.4 Alternative Trading Systems
2.3.4.1 Definitorische Abgrenzung und Systematisierung
2.3.4.2 Bulletin Boards und Proprietary Systems
2.3.4.3 Electronic Communication Networks
2.3.4.4 Crossing Networks und Dark Pools
2.4 Darstellung verschiedener Handelsansätze
2.4.1 Technische und Fundamentale Wertpapieranalyse
2.4.1.1 Definitorische Abgrenzung fundamentaler und charttechnischer Wertpapieranalyse
2.4.1.2 Effizienzdebatte und Random Walk Theorie
2.4.2 Mechanischer und Diskretionärer Handelsansatz
3 Automatisierte Handelssysteme: Funktionsweise und Anwendung
3.1 Definitorische Abgrenzung automatisierter Handelssysteme
3.2 Stand der akademischen Forschung
3.3 Anforderungen an Handelssysteme und technische Umsetzung
3.4 Darstellung ausgewählter Basissysteme
3.5 Prozessdarstellung der Handelssystementwicklung
3.5.1 Ideenfindung und Strategieentwicklung
3.5.2 Backtesting und Performanceevaluation
3.5.3 Money- und Risikomanagement
3.5.4 Benchmarking und Optimierung
3.6 Darstellung und Analyse eines beispielhaften automatisierten Handelssystems
4 Grenzen und kritische Betrachtung der Elektrifizierung des Wertpapierhandels
4.1 Einfluss auf Wettbewerb und Preissetzung
4.1.1 Markttransparenz, Informations- und Bewertungseffizienz
4.1.2 Liquidität und die Rolle des Handelsvolumens
4.1.3 Kursbeeinflussung und Kontrollverlust
4.2 Regulierungsanforderungen und Aufsicht
4.3 Grenzen und Risiken eines automatisierten Handelssystems
4.3.1 Operationelle Risiken
4.3.2 Optimierung und Curve Fitting
4.3.3 Fehlende Integration von Fundamentaldaten
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Elektrifizierung der globalen Finanzmärkte und deren Auswirkungen auf den Wertpapierhandel. Ziel ist es, die Funktionsweise automatisierter Handelssysteme zu analysieren, deren Entwicklungsprozess darzustellen und eine kritische Würdigung der Chancen sowie der damit verbundenen operationellen und marktstrukturellen Risiken vorzunehmen.
2.3.1 Parketthandel
Bereits seit Mitte des 19.Jhd. stellt der Parketthandel die älteste Handelsinfrastruktur auf dem (deutschen) Wertpapiermarkt dar, indem zunächst Transaktionen mit Schuldscheinen und Anleihen regelmäßig in einem speziell dafür errichteten Gebäude stattfanden. Durch die physische Anwesenheit der Marktteilnehmer (Händler, Kursmakler und Freimakler) und die Möglichkeit der direkten Kommunikation können Aufträge auf dem Parketthandel durch Zuruf zusammengeführt und abgeschlossen werden. Dadurch besteht allerdings ein Dilemma zwischen Informationsqualität und Reichweite, welches zu Informationsasymmetrien führt, da Marktteilnehmer außerhalb des Parketts faktisch vom Handel ausgeschlossen sind. Elektronische Verteilung der Information hebt dieses Dilemma auf und ermöglicht eine Ausweitung des Teilnehmerkreises, was zu einem größeren Handelsvolumen beiträgt. Als nächste Stufe der Automatisierung kommen elektronische Orderbuchsysteme im Parketthandel zum Einsatz, die den Makler bei der Orderbestandsführung und Preisfeststellung unterstützen. Das Aufkommen neugegründeter Computerbörsen, zunehmende Kostensensitivität, der Anspruch nach mehr operativer Effizienz, Transparenz und Liquiditätskonzentration der internationalen Marktteilnehmer setzen traditionelle Präsenzbörsen unter Druck, elektronische Handelssysteme einzuführen, wie die folgende Abbildung am Beispiel führender Terminbörsen verdeutlicht:
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität und Automatisierung der Finanzmärkte durch technologische Fortschritte sowie das daraus resultierende Bedürfnis, Funktionsweise und Risiken automatisierter Systeme wissenschaftlich zu untersuchen.
2 Elektrifizierung des Wertpapierhandels, Handelssysteme und methodische Ansätze: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Handels von physischen Börsenplätzen hin zu elektronischen Systemen und grenzt verschiedene Handelsansätze sowie Systemtypen voneinander ab.
3 Automatisierte Handelssysteme: Funktionsweise und Anwendung: Hier werden die technischen Grundlagen, der systematische Entwicklungsprozess von Handelsstrategien sowie konkrete Basismodule zur Modellierung von Handelssystemen detailliert analysiert.
4 Grenzen und kritische Betrachtung der Elektrifizierung des Wertpapierhandels: Das Kapitel widmet sich den Risiken und Herausforderungen, darunter Markttransparenz, Liquiditätsfragen, regulatorische Anforderungen sowie spezifische operationelle Gefahren und Modellrisiken.
5 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen und regulatorischen Auswirkungen der Elektrifizierung zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung algorithmischer Handelsstrategien im Kontext professioneller und privater Investitionen.
Automatisierte Handelssysteme, Algorithmic Trading, Wertpapierhandel, Börse, XETRA, Alternative Trading Systems, ECN, Marktmikrostruktur, Risikomanagement, Backtesting, Liquidität, Markttransparenz, MiFID, Technische Analyse, Handelsstrategie
Die Arbeit analysiert den Wandel des Wertpapierhandels durch die fortschreitende Elektrifizierung und die zunehmende Verbreitung automatisierter Handelssysteme.
Zu den Kernbereichen gehören die Entwicklung von Handelstechnologien, die Klassifizierung von Handelssystemen, der Prozess der algorithmischen Strategieentwicklung sowie die kritische Betrachtung der Auswirkungen auf Markttransparenz und regulatorische Anforderungen.
Das Ziel ist die Untersuchung der Funktionsweise und Leistungsfähigkeit automatisierter Handelssysteme unter Berücksichtigung ihrer Chancen und der damit verbundenen Risiken für die globale Finanzmarktstruktur.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse und ergänzt diese durch eine empirische Prozessdarstellung, inklusive eines beispielhaften Entwurfs und der Performance-Evaluation eines mechanischen Handelssystems.
Der Hauptteil umfasst eine historische Einordnung, die detaillierte technische Beschreibung von Handelsmodellen sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Marktmechanik und den spezifischen operationellen Risiken.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Automatisierte Handelssysteme, Algorithmic Trading, Marktmikrostruktur, Risikomanagement und Markttransparenz definieren.
Da automatisierte Systeme logischen Mustern folgen, besteht bei veränderten Marktbedingungen die Gefahr des "Curve Fitting" oder des unvorhersehbaren Verhaltens, weshalb Stringenz in der Risikoüberwachung und der Testphase essenziell ist.
Die MiFID-Richtlinie zielt auf die Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte ab und erfordert von Betreibern automatisierter Systeme eine erhöhte Transparenz, verbesserte Dokumentation und strengere Compliance-Richtlinien bezüglich der Ausführungsqualität.
Sie ermöglichen eine anonyme Orderzusammenführung und helfen dabei, Liquiditätsengpässe bei illiquiden Werten zu überwinden, indem sie Kursinformationen von anderen Börsen importieren, ohne selbst Kurse zu generieren.
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