Masterarbeit, 2024
71 Seiten, Note: 2,3
1 Theoretische Vorüberlegungen: Der Film als Massenmedium
1.1 Über die Filmsoziologie: Die Beziehung von Gesellschaft und Film
1.2 Die Aneignung von Filminhalten als sozialer Akt
1.3 Der Spielfilm und seine Genres
2 Geschlechtliche Sozialisation
2.1 Geschlecht und Herrschaft
2.2 Gender Perspektiven: Die soziale Konstruktion von Geschlecht
2.3 Doing Gender: Ein performativer Prozess
2.4 Undoing Gender
3 Geschlecht im Film: Über die feministische Filmsoziologie
3.1 Feministische Kritik am Kino: Die historische Entwicklung
3.2 Der Männliche Blick und die Lust am Schauen
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Die soziologische Filmanalyse
4.2 Filmauswahl: Die Relevanz des Fallbeispiels
4.3 Samplebildung
5 Fallbeispiel: Ergebnisse der Filmanalyse
5.1 Die Männliche Herrschaft in Poor Things
5.1.1 Schlüsselszene 1: Bellas erster Ausflug – die Rückfahrt
5.1.2 Schlüsselszene 2: Wie Victoria Blessington zu Bella Baxter wurde
5.1.3 Schlüsselszene 3: Auf dem Schiff – Bella entdeckt die Philosophie
5.1.4 Schlüsselszene 4: Alfred Blessington – wie Bella erneut eingesperrt wird
5.1.5 Komparative Analyse
5.2 Geschlechterperspektiven in Poor Things
5.2.1 Schlüsselszene 5: Polite Society – das Abendessen in Lissabon
5.2.2 Schlüsselszene 6: Paris – Bella beginnt als Sexarbeiterin
5.2.3 Komparative Analyse
6 Diskussion: Das Werden zur Frau in Poor Things
7 Fazit: Male Gaze oder feministisches Meisterwerk?
Die Arbeit untersucht aus einer soziologischen Perspektive, wie der Film Poor Things das "Werden zur Frau" inszeniert und ob das Werk als feministisch gelesen werden kann. Dabei steht die Analyse im Zentrum, inwieweit der Film patriarchale Machtstrukturen sowie Konzepte wie „Doing“ und „Undoing Gender“ reflektiert oder reproduziert.
3.2 Der Männliche Blick und die Lust am Schauen
An dieser Stelle der Arbeit wird ein kurzer Exkurs in die Psychoanalyse unternommen. Grund dafür ist, dass das Konzept des Male Gaze von Laura Mulvey als bahnbrechend für die feministische Filmtheorie und Soziologie gilt. Zur Zeit der feministischen Wissenschaftskritik entstand Laura Mulveys Aufsatz „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ im Jahr 1975. Dieser prägte die feministische Kritik an den patriarchalen Strukturen und Geschlechterdarstellungen im Hollywood-Mainstream-Film maßgeblich (Flicker 2021, 315).
Mulvey nutzt dabei psychoanalytische Theorien, insbesondere die von Sigmund Freud und Jacques Lacan, um den Male Gaze zu erläutern. Sie analysiert, wie das patriarchale Unbewusste der Gesellschaft die Struktur von Hollywoodfilmen beeinflusst und wie diese Filme bestehende gesellschaftliche Faszinationsmuster nutzen, um das Publikum zu fesseln. Mulvey unterscheidet dabei zwischen zwei Arten der Lust am Schauen: der voyeuristischen Schaulust und dem narzisstischen Blick.
Die voyeuristische Schaulust, die Freud beschreibt, bezieht sich auf das Verlangen, andere Menschen zu beobachten und sie einem kontrollierenden Blick zu unterwerfen. Mulvey zieht Parallelen zwischen dem neugierigen Kind, das heimlich beobachtet, und dem Kinobesucher, der in einer dunklen Umgebung vor der hell erleuchteten Leinwand sitzt. Der Kinosaal schafft so eine voyeuristische Situation, die dem Zuschauer ermöglicht, die auf der Leinwand dargestellten Figuren zu betrachten, ohne selbst gesehen zu werden.
1 Theoretische Vorüberlegungen: Der Film als Massenmedium: Einführung in die medienwissenschaftliche Bedeutung des Films als Konstrukteur und Spiegel sozialer Realitäten.
2 Geschlechtliche Sozialisation: Theoretische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, Konstruktion von Geschlecht sowie den Konzepten Doing und Undoing Gender.
3 Geschlecht im Film: Über die feministische Filmsoziologie: Historischer Abriss der feministischen Auseinandersetzung mit dem Kino und Erläuterung des Male Gaze Konzepts.
4 Methodisches Vorgehen: Detaillierte Darlegung der soziologischen Filmanalyse sowie der Auswahlkriterien für den Film und die untersuchten Schlüsselszenen.
5 Fallbeispiel: Ergebnisse der Filmanalyse: Empirische Anwendung der Theorie auf den Film Poor Things durch Analyse von Männlicher Herrschaft und Geschlechterperspektiven.
6 Diskussion: Das Werden zur Frau in Poor Things: Synthese der Ergebnisse zur Inszenierung weiblicher Emanzipation und deren Bedeutung im Kontext feministischer Diskurse.
7 Fazit: Male Gaze oder feministisches Meisterwerk?: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion, ob der Film trotz patriarchaler Inszenierung als feministisch bewertet werden kann.
Poor Things, Filmsoziologie, Doing Gender, Undoing Gender, Männliche Herrschaft, Feminismus, Male Gaze, Geschlechterkonstruktion, Soziologische Filmanalyse, Subjektentwicklung, Patriarchat, Bella Baxter, Filmwissenschaft, Geschlechterrolle, Mediale Repräsentation
Die Arbeit untersucht die Repräsentation von Weiblichkeit und das "Werden zur Frau" im Spielfilm Poor Things aus soziologischer Perspektive.
Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen Film und Gesellschaft, die Konstruktion von Geschlechterrollen sowie patriarchale Machtmechanismen.
Die Arbeit fragt nach der Inszenierung des "Werdens zur Frau" in Poor Things und den daraus resultierenden Implikationen für die Bedeutung des Feminismus im Spielfilm.
Es wird die soziologische Filmanalyse nach Angela Keppler und Anja Peltzer angewandt, die einen strukturierten, dreiphasigen Prozess verfolgt.
Der Hauptteil analysiert spezifische Schlüsselszenen des Films hinsichtlich ihrer visuellen und auditive Gestaltung sowie deren Bezug zu soziologischen Theorien.
Schlüsselaspekte sind Doing Gender, Undoing Gender, Male Gaze, soziale Konstruktion von Geschlecht sowie die Emanzipationsgeschichte der Protagonistin Bella Baxter.
Der Film zeigt eindrücklich, wie männliche Charaktere verschiedene Formen des Kapitals und symbolischer Gewalt nutzen, um Kontrolle auszuüben und patriarchale Dominanz zu legitimieren.
Der Autor diskutiert, ob der Film trotz der sexuellen Objektivierung der Hauptfigur als feministisch gilt, und kommt zum Schluss, dass der Film als populärkulturelles Werk für feministische Diskurse relevant ist.
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