Masterarbeit, 2024
93 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Kurzcharakterisierung der Publikation von Traugott Ulrich Schall als Paradigma einer Burnout-Rezeption von 1 Kön 19,1-18
3 Exegetischer Zugang zur biblischen Erzählung
3.1 Gliederung und Deutung von 1 Kön 19,1-18
3.1.1 1 Kön 19,1-3: Isebels Drohung
3.1.1.1 Isebels Drohung an Elija (1 Kön 19,1-2)
3.1.1.2 Elijas Angst und Rettungsversuch der פשֶׁנֶ) Nefesch) (1 Kön 19,3)
3.1.2 1 Kön 19,4a-9b: Reise zum Horeb
3.1.2.1 Wüstenflucht (1 Kön 19,4a)
3.1.2.2 Todeswunsch an JHWH (1 Kön 19,4b-5b)
3.1.2.3 Speisung durch den Engel JHWHs (1 Kön 19,5c-8c) und Aufbruch zum Horeb (1 Kön 19,8d-9b)
3.1.3 1 Kön 19,9c-14h: Theophanie am Horeb
3.1.3.1 „Was willst du hier, Elija?“ (1 Kön 19,9c-10h; 13f-14h)
3.1.3.2 Negation typischer Theophanieelemente (1 Kön 19,11a-12b)
3.1.3.3 קוֹל ְדּ ָמָ֥מה ַדָֽקּה („Geräusch von sanftem Säuseln“) (1 Kön 19,12c)
3.1.3.4 Verhüllung des Angesichts mit dem Mantel (1 Kön 19,13a-e)
3.1.4 1 Kön 19,15-18: weitere Mission
3.1.4.1 Aufforderung zur Rückkehr und Einsetzung Elischas als Stellvertreter Elijas (1 Kön 19,15-17)
3.1.4.2 Gerichtshandeln JHWHs an Israel (1 Kön 19,18)
3.2 Die Perikope 1 Kön 19,1-18 in ihrem literarischen Kontext
3.2.1 Abgrenzung von 1 Kön 19,1-18 innerhalb des Elija-Zyklus
3.2.2 Einordnung von 1 Kön 19,1-18 in den Elija-Zyklus
3.2.3 Religionsgeschichtlicher Hintergrund von 1 Kön 19,1-18
3.3 Zwischenfazit: 1 Kön 19,1-18 als offenbarungstheologischer Text des Wesens JHWHs und Paradigma der vom Scheitern bedrohten Prophetie
4 Die 1970er Jahre als Wende und Prämisse für die Burnout-Rezeption
4.1 Forderungen und Vorschläge für eine Öffnung der Bibelhermeneutik
4.1.1 Öffnung der Bibelhermeneutik als Ursprung tiefenpsychologischer und narrativer Exegese
4.1.2 Charakterisierung der Burnout-Rezeption Schalls als narrative Psychologie
4.1.3 Passung und Legitimität der Burnout-Rezeption Schalls vor dem Hintergrund der normativen Ansprüche der Bibelhermeneutik
4.2 Aufkommen des Burnout-Begriffs in der klinischen Psychologie
4.2.1 Freudenberger als Begründer des Burnout-Begriffs und Zyklus-Modells
4.2.2 Annäherung an eine Begriffsdefinition von Burnout und Abgrenzung
4.2.3 Therapie und Heilung
4.2.4 Passung und Legitimität der Burnout-Rezeption Schalls vor dem medizinischen Hintergrund
5 Gegenüberstellung der Burnout-Rezeption Schalls von 1 Kön 19,1-18 zu 1 Kön 19,1-18 in seinem literarischen Kontext
5.1 Isebels Drohung und Elijas Reaktion (1 Kön 19,1-3)
5.2 Wüstenflucht und Todeswunsch (1 Kön 19,4a-5b)
5.3 Auftreten des Engels (1 Kön 19,5c-8c)
5.4 Wanderung zum Horeb (1 Kön 19,8d-9b)
5.5 Gotteserfahrung Elijas (1 Kön 19,9c-14h)
5.6 JHWHs Auftrag an Elija und JHWHs Handeln (1 Kön 19,15-18)
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rezeption der biblischen Perikope über den Propheten Elija am Horeb (1 Kön 19,1-18) in der Burnout-Literatur, exemplarisch dargestellt anhand der Monografie von Traugott Ulrich Schall aus dem Jahr 1993. Dabei wird analysiert, inwiefern diese moderne psychologische Deutung die ursprüngliche theologische Botschaft und den literarischen Kontext des biblischen Textes berücksichtigt oder verfremdet.
3.1.1.2 Elijas Angst und Rettungsversuch der פשֶׁנֶ (Nefesch) (1 Kön 19,3)
Man könnte also weiter fragen, warum Elija folglich in 1 Kön 19,3a erschauert (Interlinearübersetzung BHS) beziehungsweise in Angst gerät (EÜ) und trotz der Gottgewissheit auf dem Karmel den Entschluss fasst, der Todesdrohung zu entkommen, statt sich ihr entgegenzustellen.
In der biblischen Überlieferung findet sich anknüpfend auf diese Reaktion das Motiv der Rettung der פשֶׁנֶ (Nefesch) in Anbetracht der Todesdrohung, was in der Internlinearübersetzung der BHS und der EÜ an dieser Stelle mit der Bedeutung Leben gleichgesetzt wird. „,Um seiner næfæš willen zu gehen‘, bedeutet also ,zu gehen, um sein Leben zu retten‘“, was im Kontext des darauf folgenden Todeswunsches zunächst widersprüchlich erscheint (1 Kön 19,4g.d). Dieser Kontrast wird auch vonseiten der Forschung benannt und ließe sich schlecht in das zuvor gezeichnete Bild des Propheten einpassen. Dass dieser in der Forschung geschilderte anfängliche Widerspruch sich im Fortlauf der Erzählung auflösen lässt, kann mit mehreren Feststellungen belegt werden.
Zunächst fällt auf, dass zwischen der Reaktion auf die Todesdrohung Isebels (1 Kön 19,2c-d) und dem an JHWH herangetragenen Todeswunsch (1 Kön 19,4d.g) durch den Gang über Beerscheba in Juda (1 Kön 19,3d) weg von Isebel bis an die Landesgrenze und anschließend eine Tagesreise in die Wüste hinein (1 Kön 19,4a) nicht nur ein räumlicher, sondern auch ein zeitlicher Abstand vorliegt, in dem Gedanken gesammelt und neu sortiert werden können. Diese Möglichkeit zur Reflektion kann gestützt werden durch die Entscheidung Elijas, seinen Diener beziehungsweise Knappen zurückzulassen (1 Kön 19,3f) und künftig allen möglichen Empfindungen und Erfahrungen allein zu begegnen.
1 Einleitung: Die Arbeit hinterfragt kritisch die Übertragung moderner Burnout-Diagnosen auf biblische Texte und definiert die interdisziplinäre Fragestellung am Beispiel der Monografie von T.U. Schall.
2 Kurzcharakterisierung der Publikation von Traugott Ulrich Schall als Paradigma einer Burnout-Rezeption von 1 Kön 19,1-18: Es folgt eine Sondierung von Schalls praktischer, seelsorgerlicher Herangehensweise und deren Einschränkungen hinsichtlich der wissenschaftlichen Tiefe.
3 Exegetischer Zugang zur biblischen Erzählung: Das Kapitel bietet eine detaillierte exegetische Analyse der Perikope, um ein Fundament für die spätere Rezeptionsanalyse zu legen und theologische Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
4 Die 1970er Jahre als Wende und Prämisse für die Burnout-Rezeption: Es werden die hermeneutischen Voraussetzungen und die Entwicklung der tiefenpsychologischen Exegese sowie der Burnout-Forschung in den 1970er Jahren dargestellt.
5 Gegenüberstellung der Burnout-Rezeption Schalls von 1 Kön 19,1-18 zu 1 Kön 19,1-18 in seinem literarischen Kontext: Die spezifische Rezeption Schalls wird nun an der Struktur der biblischen Erzählung gespiegelt, um Gemeinsamkeiten und methodische Brüche explizit hervorzuheben.
6 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Bilanz fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Relevanz der Untersuchung für die zukünftige religionspädagogische Praxis.
Elija, 1 Kön 19, Burnout, T.U. Schall, Bibelauslegung, Tiefenpsychologie, Hermeneutik, Prophetie, Krisenbewältigung, Seelsorge, Exegese, Traumatologie, Religionsgeschichte, JHWH, Narrative Psychologie
Die Arbeit untersucht kritisch, wie die Burnout-Interpretation von Traugott Ulrich Schall auf die biblische Erzählung von Elija am Horeb angewendet wird und ob diese Übertragung exegetisch und wissenschaftlich haltbar ist.
Zu den zentralen Themen zählen die Exegese von 1 Kön 19, die moderne Burnout-Rezeption, tiefenpsychologische Hermeneutik sowie die Analyse von therapeutischen Ansätzen im biblischen Kontext.
Das Ziel ist es, die Legitimität der Burnout-Lesart Schalls zu prüfen und aufzuzeigen, ob die theologische Aussage des Ursprungstextes bei dieser Instrumentalisierung gewahrt bleibt oder instrumentalisiert wird.
Die Arbeit nutzt einen multiperspektivischen, interdisziplinären Ansatz, der exegetische, bibelhermeneutische und medizinisch-psychologische Analysen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine exegetische Erarbeitung der Perikope, eine Darstellung der hermeneutischen und psychologischen Voraussetzungen für eine Burnout-Rezeption sowie eine detaillierte, chronologische Gegenüberstellung von Schalls Interpretation und wissenschaftlichen Ergebnissen.
Die Analyse wird durch Begriffe wie "narrative Psychologie", "Krisenbewältigung", "theologische Grundstrukturen" und "Instrumentalisierung" bestimmt.
Die Arbeit bewertet Schalls Umgang als durchaus relevant für zielgruppenspezifische pastorale Arbeit, kritisiert jedoch die "Aushöhlung" des literarischen Kontexts und die Ausblendung der theologischen Kerndimensionen zugunsten einer rein therapeutischen Zweckgebundenheit.
Während die psychologische Deutung die Wüste als Ort der Burnout-Erschöpfung interpretiert, zeigt die exegetische Analyse sie primär als Ort der Gottesbegegnung und der theologischen Reife des Propheten auf.
Das Ergebnis zeigt, dass Schalls "Phasierung" des Elijaschicksals erstaunliche Parallelen zu klinischen Burnout-Modellen wie dem von Freudenberger aufweist, was die "Passung" der Deutung aus medizinischer Sicht bestätigt.
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