Bachelorarbeit, 2024
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Stationäre Hilfeformen
3. Heimerziehung, sonstige betreute Wohnformen
3.1 Entstehung und Definition
3.2 Aufgaben und Ziele
3.3 Wohnformen
3.4 Zielgruppe
3.5 Kooperationspartner
4. Methoden und Vorgehensweisen zur Eingliederung in die Heimerziehung
5. ‚Systemsprenger‘
5.1 Definition
5.2 Forschung über das Scheitern der Hilfsmaßnahmen
5.2.1 Erste Untersuchung
5.2.2 Zweite Untersuchung
5.2.3 Dritte Untersuchung
6. Kompetenzen der Fachkräfte
7. Methoden und Vorgehensweisen: Eingliederung von ‚Systemsprengern‘
8. Identitätstheorie
9. Fazit
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, wie sozialarbeiterische Methoden und Vorgehensweisen in der Arbeit mit sogenannten ‚Systemsprengern‘ zur Eingliederung in die stationäre Heimerziehung effektiv eingesetzt werden können. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Hintergründe schwieriger Verhaltensweisen zu schaffen und aufzuzeigen, wie institutionelle Rahmenbedingungen das Scheitern von Hilfemaßnahmen beeinflussen können.
5.1 Definition
Es existiert keine genaue Definition vom Begriff ‚Systemsprenger‘. Die Gemeinsamkeit und weshalb Kinder und Jugendliche als ‚Systemsprenger‘ bezeichnet werden, ist, dass sie lediglich von der gesellschaftlichen Norm abweichen (vgl. Witte/Sander 2006: 7ff. zit. n. Richter 2020: 22).
‚Systemsprenger‘ befinden sich stetig mit dem Hilfesystem, der Gesellschaft und den Bildungseinrichtungen in einer defekten Beziehung. Kinder und Jugendliche werden als Hoch-Risiko-Klientel bezeichnet, die Verhaltensweisen aufzeigen, welche die Fachkräfte als misslich erachten. Durch diese Verhaltensweisen wird die ungünstige Beziehung nicht lediglich vom System, sondern ebenfalls von Hoch-Risiko-Klienten geschaffen (vgl. Baumann 2014: o.S. zit. n. Baumann 2015: 85). Das Risiko zeigt sich in zwei Varianten. Zum einen mussten sich Kinder und Jugendliche im Umfeld Gefahren ergehen lassen und zum anderen entsteht das Risiko seitens der Kinder und Jugendlichen (vgl. ebd.: 2015: 85).
Der Begriff ‚Systemsprenger‘ scheint von der Gesellschaft und Jugendhilfe häufig verwendet zu werden. Allerdings bleiben die genauen Bezeichner des Begriffs unbekannt, doch da Baumann und weitere als Sekundärliteratur Bezug nehmen, scheint das Phänomen des Begriffs zu existieren. Diese Arbeit zeigt, dass dieser Begriff bei Kindern und Jugendlichen verwendet wird, um diejenigen zu bezeichnen, die im System Verhaltensschwierigkeiten haben und daher stetig Abbrüche der Hilfsmaßnahmen erleiden. Der Begriff hat jedoch eine abwertende Implikation, da Kinder und Jugendliche kein System ‚sprengen‘, sondern einige schwerwiegende Erfahrungen durchmachen mussten, die ihr tägliches Leben prägten. Kinder und Jugendliche sind häufig überfordert und brauchen Fachkräfte, die sie nicht aufgeben.
1. Einleitung: Beschreibt das persönliche Interesse an stationären Maßnahmen nach § 34 SGB VIII und die Zielsetzung der Arbeit, die Forschungsfrage zur Arbeit mit ‚Systemsprengern‘ zu klären.
2. Stationäre Hilfeformen: Erläutert stationäre Leistungen wie Vollzeitpflege und Individuelle sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) als Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche.
3. Heimerziehung, sonstige betreute Wohnformen: Beschreibt die rechtlichen Grundlagen, Definitionen, Ziele sowie verschiedene Wohnformen und Kooperationspartner der Heimerziehung.
4. Methoden und Vorgehensweisen zur Eingliederung in die Heimerziehung: Stellt die zentralen Arbeitsformen der Heimerziehung vor, darunter Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit.
5. ‚Systemsprenger‘: Analysiert den Begriff ‚Systemsprenger‘, dessen problematische Konnotationen sowie Menno Baumanns Forschung zum Scheitern von Hilfemaßnahmen.
6. Kompetenzen der Fachkräfte: Diskutiert die notwendigen Qualifikationen von Fachkräften, unterteilt in Dimensionen wie Können, Wissen und berufliche Haltung.
7. Methoden und Vorgehensweisen: Eingliederung von ‚Systemsprengern‘: Reflektiert den Umgang mit Systemsprengern vor dem Hintergrund von Inklusion, Konfliktmanagement und deeskalierendem Verhalten.
8. Identitätstheorie: Verbindet Eriksons Theorie der acht psychosozialen Entwicklungsphasen mit den spezifischen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung.
9. Fazit: Führt die Ergebnisse der Analysen zusammen und betont die Notwendigkeit, das System bei vermeintlichen ‚Systemsprengern‘ anzupassen, statt die Unterstützung zu beenden.
Heimerziehung, SGB VIII, Systemsprenger, Jugendhilfe, stationäre Maßnahmen, Inklusion, pädagogische Methoden, Krisenmanagement, Identitätstheorie, Erik Erikson, Menno Baumann, Bindungsstörung, Hilfsmaßnahmen, Fachkräftekompetenz, Kindeswohl
Die Arbeit befasst sich mit dem Handlungsfeld der stationären Heimerziehung nach § 34 SGB VIII und untersucht spezifisch die Arbeit mit sogenannten ‚Systemsprengern‘.
Zu den zentralen Feldern gehören die gesetzlichen Grundlagen der Heimerziehung, die Analyse professionellen pädagogischen Handelns, Methoden der Inklusion sowie die kritische Reflexion des Begriffs ‚Systemsprenger‘.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie werden sozialarbeiterische Methoden und Vorgehensweisen in der Arbeit mit ‚Systemsprengern‘ zur Eingliederung in die Heimerziehung eingesetzt?“
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender empirischer Studien, insbesondere von Menno Baumann, zu Abbrüchen in der Jugendhilfe.
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung stationärer Hilfsformen, eine Definition und empirische Untersuchung von ‚Systemsprengern‘, notwendige Fachkräftekompetenzen sowie theoretische Konzepte zur Identitätsentwicklung.
Wichtige Begriffe sind Heimerziehung, Systemsprenger, Jugendhilfe, Inklusion, pädagogische Kompetenzen und Erik Eriksons Identitätstheorie.
Der Autor hinterfragt den Begriff, da er eine abwertende Implikation hat und die Schuld für das Scheitern von Maßnahmen einseitig auf das Kind oder den Jugendlichen lenkt, anstatt das System in die Verantwortung zu nehmen.
Die Theorie dient der Erläuterung der Entwicklungsstufen von Kindern und Jugendlichen, um aufzuzeigen, wie Defizite oder Krisen in diesen Phasen entstehen können und warum dies für die Heimerziehung relevant ist.
Die Arbeit betont, dass Kinder in Heimen oft traumatisiert sind und eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Justiz und Kinder- und Jugendpsychiatrien notwendig ist, um eine ganzheitliche Unterstützung zu garantieren.
Es bezeichnet eine Methode, bei der Fachkräfte in Krisensituationen pädagogische Forderungen aufrechterhalten, ohne in Machtmissbrauch oder Konfrontation zu verfallen, um deeskalierend einzuwirken.
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