Bachelorarbeit, 2020
42 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Was sind Choice Deferrals
2.2 Einordnung und Abgrenzung des Begriffs “Choice Deferral“
2.3 Kaufverhalten und Entscheidungen der Kunden verstehen
2.3.1 Physische Determinanten
2.3.2 Umwelteinflüsse
2.3.3 Theory of Planned Behavior
2.3.4 SOR-Modell
3 Ursachen von Choice Deferrals
3.1 Produktvielfalt
3.2 Zeitdruck
3.3 Decoys
3.4 Übersicht der Studienergebnisse
3.5 Andere Ursachen von Choice Deferrals
4 Implikationen für Praxis und Forschung
4.1 Handlungsempfehlungen
4.2 Forschungslücken
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Wirkungsweisen von sogenannten "Choice Deferrals" (Wahlaufschüben) in Konsumsituationen. Ziel ist es, ein theoretisches Verständnis für Entscheidungsprozesse zu schaffen und aufzuzeigen, wie das Management durch gezielte Maßnahmen solche Kaufaufschübe minimieren kann, um Umsatzeinbußen zu vermeiden.
3.1 Produktvielfalt
Ob die Aussage “Je mehr, desto besser“ auch auf das Produktangebot eines Händlers zutrifft, wird im Folgenden betrachtet. Das Produktangebot ist ein wichtiger Bestandteil des Handelsmarketings und wird dem Instrument „Sortimentspolitik“ untergeordnet. Ziel ist es sich von dem Angebot der Konkurrenz zu differenzieren und die Kundenfrequenz zu steigern (vgl. Vorlesung Handels- und Dienstleistungsmarketing, WiSe 2018/2019, Teil 1b Folie 4). Wichtig hierbei ist es, sich auf die Sortimentstiefe zu konzentrieren. Wie viel Vielfalt ist in vertikaler Sicht noch profitabel für ein EH und wie viele alternative Kaufmöglichkeiten sind für ein Kunden wichtig? (vgl. Schröder, 2012, S.84; Zit. nach Vorlesung Handels- und Dienstleistungsmarketing, WiSe 2018/2019, Teil 1b Folie 7).
Im folgenden Abschnitt geht es darum, wie Produktvielfalt die Verbraucher und dessen Wahrnehmung beeinflusst und welche Auswirkungen diese auf das Verhalten des Verbrauchers hat (vgl. Broniarczyk, Hoyer und McAlister, 1998; Zit. nach Handels- und Dienstleistungsmarketing, WiSe 2018/2019, Teil 1b Folie 14). Beispielsweise fanden Broniarczyk, Hoyer und McAlister (1998) heraus, dass eine Reduktion des Sortiments ohne Herausnahme des Favoritenprodukts erst ab einer Reduktion von 50% zu einer signifikanten Wahrnehmungsverschlechterung führt (vgl. Handels- und Dienstleistungsmarketing, WiSe 2018/2019, Teil 1b Folie 15). Somit kann eine Sortimentsreduktion zu einer positiven Wahrnehmung führen, welche durch einen geringeren Suchaufwand (= Vereinfachung des Einkaufs) erklärt werden kann (vgl. ebd.). Das Gegenteil könnte zu einer negativen Wahrnehmung führen, sodass die Tendenz für einen Choice Deferral wahrscheinlicher wäre. Welche Studien aus der Vergangenheit befürworten ein großes Produktangebot und welche wiederrum nicht? Wann führt ein zu großes Angebot zu einem Wahlaufschub? Im Folgenden werden einige Erkenntnisse dargelegt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Kaufabbrüchen und Wahlaufschüben für den stationären und Online-Handel und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Es wird ein Grundverständnis für Konsumentenentscheidungen geschaffen, wobei psychologische Kriterien, Umwelteinflüsse und Verhaltensmodelle sowie der Begriff "Choice Deferral" definiert werden.
3 Ursachen von Choice Deferrals: Dieses Kapitel analysiert drei zentrale Einflussfaktoren – Produktvielfalt, Zeitdruck und Decoys – anhand zahlreicher Studien und stellt die Forschungsergebnisse gegenüber.
4 Implikationen für Praxis und Forschung: Basierend auf den vorherigen Analysen werden Strategien für das Management abgeleitet und konkrete Forschungslücken für zukünftige wissenschaftliche Arbeiten aufgezeigt.
Choice Deferral, Wahlaufschub, Kaufabbruch, Sortimentspolitik, Produktvielfalt, Zeitdruck, Decoy-Effekt, Lockvogel, Kaufverhalten, Konsumentenentscheidung, Handelsmarketing, SOR-Modell, Konsumentenverhalten, Entscheidungsstrategie
Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Choice Deferrals", also den Aufschub einer Kaufentscheidung durch den Kunden, und wie dieses Verhalten durch verschiedene marktseitige Faktoren beeinflusst wird.
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Hauptfaktoren: die Auswirkung von Produktvielfalt, den Einfluss von Zeitdruck sowie die Anwendung von Decoy-Strategien zur Verhaltenssteuerung.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Auslöser von Wahlaufschüben zu gewinnen, um dem Management fundierte Ansätze zur Optimierung von Sortiment und Verkaufsgestaltung zu bieten.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende verhaltenswissenschaftliche Studien und Experimente analysiert und gegenüberstellt, um aggregierte Erkenntnisse zu gewinnen.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Untersuchung von Einflüssen wie Produktvielfalt, Stressfaktoren durch Zeitdruck und psychologischen Manipulationstechniken in Verkaufsräumen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Choice Deferral, Wahlaufschub, Decoy-Effekt, Sortimentspolitik und Konsumentenverhalten definieren.
Eine zu große Auswahl kann zur sogenannten Wahlüberlastung führen, wodurch der Kunde überfordert ist, die kognitiven Kosten steigen und die Motivation zum Kauf sinkt, was den Wahlaufschub begünstigt.
Decoys dienen als Hilfestellung bei Entscheidungskonflikten. Sie erleichtern Kunden die Wahl, indem sie ein Produkt durch Vergleichslogiken attraktiver erscheinen lassen und somit die Rechtfertigung für einen Kauf vereinfachen.
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