Diplomarbeit, 2007
95 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Projektfinanzierung
2.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung zur Unternehmensfinanzierung
2.2 Historische Entwicklung
2.3 Moderne Anwendungsbereiche
2.4 Charakteristische Merkmale
2.4.1 Cashflow Related Lending
2.4.2 Risk Sharing
2.4.3 Off-Balance-Sheet Finanzierung
2.5 Abgrenzung zu verwandten Finanzierungskonstruktionen
2.5.1 Exportfinanzierung
2.5.2 Venture Capital
2.6 Projektbeteiligte
2.7 Risikosituation von Fremdkapitalgebern in der Projektfinanzierung
2.7.1 Begriffsbestimmung „Risiko“
2.7.2 Projektrisiken von Fremdkapitalgebern
3 Rahmenbedingungen der Schiffsfinanzierung
3.1 Definition des Finanzierungsgegenstandes „Schiff“
3.2 Schifffahrtsmärkte
3.2.1 Schiffstypen
3.2.1.1 Containerschiffe
3.2.1.2 Tanker
3.2.1.3 Trockene Massengutfrachter/Bulk Carrier
3.2.1.4 Kombinierte Schiffstypen
3.2.1.5 Passagierschiffe
3.2.2 Marktgröße
3.3 Beteiligte an einem Schiffsprojekt
3.4 Frachtverträge im Seefrachtverkehr (Chartertypen)
3.4.1 Zeitcharter
3.4.2 Tramp-/Reise-Charter
3.4.3 Bareboat-Charter
3.4.4 Zeitreiheneigenschaften von Charterraten
3.4.5 Bestimmungsfaktoren von Charterraten
3.5 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.5.1 Internationales Seerecht
3.5.2 Ein-Schiff-Gesellschaft
3.6 Schiffsfinanzierung im internationalen Kontext
4 Einordnung der Schiffsfinanzierung in die Projektfinanzierung
4.1 Cashflow Related Lending
4.2 Risk Sharing
4.3 Off-Balance-Sheet Effekt
5 Risiken in der bankseitigen Schiffsfinanzierung
5.1 Begriffseingrenzung „bankseitige Schiffsfinanzierung“ und „Risiko“
5.2 Risiken in der bankseitigen Schiffsfinanzierung
5.2.1 Länderrisiko
5.2.2 Wechselkursrisiko
5.2.3 Inflationsrisiko
5.2.4 Zinsänderungsrisiko
5.2.5 Bonitätsrisiko
5.2.6 Gutachtenrisiko
5.2.7 Betriebs- und Funktionsrisiko
5.2.8 Fertigstellungsrisiko
5.2.9 Marktpreisrisiko
5.2.10 Juristisches Durchsetzungsrisiko und rechtliches Risiko
5.2.11 Konzessions- und Genehmigungsrisiko
5.2.12 Gesamtfinanzierungsrisiko
5.2.13 Force Majeur Risiko
5.2.14 Umweltrisiko
5.2.15 Sonstige Risiken
5.2.16 Gesamtübersicht bankseitiger Risiken in der Schiffsfinanzierung
6 Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die bankseitigen Finanzierungsrisiken bei Schiffsprojekten, indem sie die spezifische Technik der Projektfinanzierung (bzw. Cashflow basierte Finanzierung) auf den maritimen Sektor überträgt und analysiert, welche Risikofaktoren für Fremdkapitalgeber in diesem hochkomplexen Umfeld entscheidend sind.
2.4.1 Cashflow Related Lending
Es handelt sich bei der Projektfinanzierung um eine Finanzierung in der Weise, dass der Kapitaldienst voll aus den laufenden Projekterträgen aufgebracht werden soll. Entscheidend für die Kreditvergabe ist somit nicht die Bonität der initiierenden Unternehmen, sondern die Ertragskraft des Projektes. Die maßgebliche Abstellung des Schuldendienstes auf projektgenerierte Cashflows wird als Cashflow Related Lending bezeichnet.
Wie in 2.1 dargestellt, kann eine Kreditvergabeentscheidung in der Projektfinanzierung aufgrund fehlender Daten aus der Vergangenheit nur prospektiv getroffen werden. Auch wegen der großen Individualität des Vorhabens sind Banken gezwungen, die zukünftige Projektentwicklung in den Mittelpunkt der Kreditvergabeentscheidung zu stellen. Dies setzt die Berechnung zukünftiger Einnahme- und Ausgabeströme voraus, die im Rahmen von Cashflow Analysen durchgeführt werden. Auf Basis dieser Analysen erfolgt auch die Festlegung der Finanzierungskonditionen. Die starke Cashflow-Orientierung zeigt sich auch darin, dass die Kapitalrückführung durch entsprechende Strukturierung den erwarteten Projekterträgen angepasst wird. Solange keine ausreichenden Überschüsse generiert werden, werden dem Kreditnehmer z.B. tilgungsfreie Jahre eingeräumt.
Der Cashflow ermittelt sich aus der Differenz von zahlungswirksamen Erträgen sowie Aufwendungen und bezeichnet den Einzahlungsüberschuss, den eine Unternehmung innerhalb einer Periode erzielt hat. Er ist der Nettozugang flüssiger Mittel aus dem Umsatzprozess einer Unternehmung und ist der Teil der Umsatzeinnahmen, dem nicht kurzfristige Ausgaben gegenüber stehen, sondern welcher für die Schuldentilgung oder für weitere Investitionen verwendet wird.
Der Cashflow ist demnach ein Indikator für den Innenfinanzierungsspielraum und die Schuldentilgungsfähigkeit einer Unternehmung. Dadurch, dass es sich bei Projektfinanzierungen typischerweise um Einmalinvestitionen handelt, ist der Cashflow die zentrale Messgröße für die Schuldendienstfähigkeit eines Projektes und der Verzinsung des Eigenkapitals. Die Kreditvergabe orientiert sich deshalb im Wesentlichen an den zu erwartenden Cashflows eines Projektes.
1 Einleitung: Darstellung der wachsenden globalen Bedeutung der Schifffahrt und des damit verbundenen enormen Kapitalbedarfs für Schiffsfinanzierungen, der die Notwendigkeit einer fundierten Risikoanalyse begründet.
2 Grundlagen der Projektfinanzierung: Erläuterung der theoretischen Basis der Projektfinanzierung mit Fokus auf die drei Kernmerkmale Cashflow Related Lending, Risk Sharing und Off-Balance-Sheet Finanzierung.
3 Rahmenbedingungen der Schiffsfinanzierung: Analyse der maritimen Märkte, der Schiffstypen, Frachtverträge und des internationalen rechtlichen Umfelds, die für Schiffsfinanzierungen essenziell sind.
4 Einordnung der Schiffsfinanzierung in die Projektfinanzierung: Zusammenführung von Projektfinanzierungstechnik und Schifffahrtsbranche, um den Projektfinanzierungscharakter von Schiffskrediten zu verdeutlichen.
5 Risiken in der bankseitigen Schiffsfinanzierung: Detaillierte Identifikation und Untersuchung spezifischer Risiken für Kreditgeber, wie Länderrisiken, Marktpreisrisiken, technisches Betriebsrisiko und juristische Durchsetzungsaspekte.
6 Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Bewertung der Notwendigkeit präziser Risikoanalyse-Systeme in einem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld.
Projektfinanzierung, Schiffsfinanzierung, Cashflow Related Lending, Risk Sharing, Off-Balance-Sheet, Handelsschifffahrt, Bankkredit, Länderrisiko, Marktpreisrisiko, Bonitätsrisiko, Schiffshypothek, Charterraten, Schiffszyklus, Schiffsarrest, Reederei.
Die Arbeit untersucht die bankseitige Finanzierung von Schiffsprojekten unter Anwendung der Methoden der Projektfinanzierung und analysiert die spezifischen Risiken, denen Kreditgeber in diesem Kontext ausgesetzt sind.
Zentrale Felder sind die Struktur der Projektfinanzierung, die Besonderheiten der globalen Schifffahrtsmärkte sowie die systematische Erfassung und Bewertung von bankseitigen Finanzierungsrisiken bei Seeschiffen.
Das Ziel ist es, die bankseitigen Risiken projektfinanzierter Seeschiffe herauszuarbeiten und die relevanten Risikoarten zu definieren, die als Voraussetzung für die Bewertung von Finanzierungsrisiken in spezifischen Teilmärkten dienen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zur Projektfinanzierung und dem Seerecht sowie einer Übertragung dieser Konzepte auf die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Handelsschifffahrt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Projektfinanzierung, die Analyse der spezifischen Bedingungen des Schifffahrtssektors und eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Risikoarten wie Länderrisiko, Marktpreisrisiko oder technischem Betriebsrisiko.
Schlüsselbegriffe sind Projektfinanzierung, Schiffsfinanzierung, Cashflow Related Lending, Risikomanagement in der Schifffahrt und Schiffshypotheken.
Charterverträge sind von entscheidender Bedeutung, da der Kapitaldienst der Bank primär aus den projektgenerierten Cashflows (den Chartereinnahmen) geleistet wird. Die Bonität und Stabilität der Charterer ist daher ein kritischer Sicherheitsfaktor.
Da Schiffe oft in unterschiedlichen Ländern registriert sind (Flaggenstaaten), haben politische Stabilität, die Qualität der Flaggenstaatkontrolle und die rechtliche Durchsetzbarkeit von Ansprüchen in diesen Jurisdiktionen direkten Einfluss auf die Sicherheit der Finanzierung.
Während die Unternehmensfinanzierung die historische Bonität des gesamten Unternehmens betrachtet, stellt die Schiffsfinanzierung als Projektfinanzierung auf das spezifische Objekt (das Schiff) und dessen zukünftige Cashflow-Generierung ab.
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