Masterarbeit, 2009
201 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Aktuelle Veränderungen
2.1 Gesellschaftliche Veränderungen
2.2 Bundesweite Entwicklungen in der Psychiatrie
2.3 Begriffsbestimmung
2.3.1 Menschenrechte und Behindertenrechte
2.3.2 Teilhabe
2.3.3 Medizinische und sozialpädagogische Diagnosekonzepte und das Teilhabekonzept der „International Classification of Functioning, Disability and Health“, ICF
2.3.4 Sozialgesetzbuch IX (SGB IX)
2.4 Menschenrechte, Teilhabe und Sozialrecht – angemessene Verfahren
2.5 Wandel der Administration in ein öffentliches Dienstleistungsunternehmen
2.5.1 Das neue Steuerungsmodell
2.5.2 Aktuelle Verlautbarungen der Bundesarbeitsgemeinschaft überörtlicher Sozialhilfeträger (BAGüS)
2.6 Wandel der „Versorgungslandschaft“ – Zusammenarbeit der Leistungserbringer
2.7 Qualität sozialpsychiatrischer Leistungen
3 Das Handlungsforschungsprojekt als Forschungsarbeit zum „Praxistest Integrierte Teilhabeplanung (ITP) in Wiesbaden“
3.1 Vorerfahrungen und Ausgangslage in Hessen
3.1.1 Organisation
3.1.2 Vorläuferprojekte
3.1.2.1 Verfahren und Instrumente
3.1.2.2 Finanzierung
3.1.2.3 Konzeptentwicklung Gesamtsteuerung
3.2 Der Praxistest
3.2.1 Projektregion
3.2.2 Zielgruppen
3.2.3 Weiterentwicklung
3.2.4 Projektvereinbarungen und Ziele, Auftrag und Auftraggeber
3.2.5 Ablauf des Praxistests
3.2.6 Stakeholder des Implementationsprojekts Hessen
3.3 Das Handlungsforschungsprojekt
3.3.1 Quantitative und qualitative Methoden des Gesamtprojekts
3.3.2 Auseinandersetzung mit dem ITP – methodische Schritte
3.3.3 Forschungsethische Entscheidungen
3.3.4 Arbeitshypothesen
3.3.5 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
3.3.5.1 Forschungsfragen der quantitativen Befragung
3.3.5.2 Forschungsfragen zu den Gruppendiskussionen
3.3.5.3 Forschungsfragen zur Anwendung des ITP
3.3.6 Methoden und Vorgehen
3.3.6.1 Methode und Vorgehen bei der quantitativen Befragung
3.3.6.2 Methode und Vorgehen: Qualitative Gruppendiskussion
3.3.6.3 Vorgehen bei der qualitativen Auswertung der ITP
3.3.7 Aussagen und Trends der Erhebungen
3.3.7.1 Aussagen der quantitativen Forschung
3.3.7.2 Aussagen der Gruppendiskussionen
3.3.7.3 Aussagen zur ITP-Auswertung
3.3.7.4 Zusammenfassung aller Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfragen
3.3.8 Ausblick und Folgeüberlegungen
4 Systemtheoretisch-Konstruktivistische Ansätze als Hintergrundfolie
4.1 Der Konstruktivismus
4.1.1 Der/die „neutrale“ BeobachterIn
4.1.2 Subjekt-Objekt
4.1.3 Ursache – Wirkung?
4.1.4 Konstruktivistisches Denken in der Postmoderne
4.2 Systemtheoretische Grundlagen
4.2.1 Beteiligte Systeme
4.2.2 Kommunikation als Organisationsprinzip
4.3 Systemmerkmale
4.3.1 Funktionale Differenzierung
4.3.2 Systemzweck
4.3.3 Autopoiesis und operative Geschlossenheit
4.3.4 Komplexität und Kontingenz
4.3.5 Sinn – generalisierte Kommunikationsmedien - Codes
4.3.6 Zeitliche Komplexität
4.3.6.1 Emergenz
4.3.6.2 Selbstreferentialität
4.3.6.3 Evolutionsmodell der Veränderung
4.4 Essenz für die Praxis
5 Forschung in systemtheoretisch-konstruktivistischer Sichtweise
5.1 Folgerungen für qualitative Forschung
5.1.1 Zur Analyse der ITP
5.1.2 Analyse handlungsleitender Orientierungen von ITP-ErstellerInnen
5.2 Stand der Forschung im Hinblick auf Teilhabeplanung
5.3 Neue Hypothese und Forschungsfragen
5.4 Die Hypothese
5.5 Methode
5.5.1 Methodenwahl
5.5.2 Datengrundlage und Stichprobe
5.5.3 Zur Auswahl des Datenmaterials
5.6 Dokumentarische Evaluationsforschung – Formulierende Interpretation
5.6.1 Formulierende Interpretation bei der Gruppendiskussion
5.6.1.1 Thematische Gliederung der Gruppendiskussion Leistungserbringer/ITP-ErstellerInnen
5.6.1.2 Erste zusammenfassende Orientierung und Interpretation der gesamten Gruppendiskussion
5.6.2 Formulierende Interpretation des ITP
5.6.2.1 Thematische Gliederung des ITP
5.6.2.2 Professionelles Handeln - in Verben des ITP thematisiert
5.7 Dokumentarische Evaluationsforschung – Reflektierende Interpretation
5.7.1 Reflektierende Interpretation der Gruppendiskussion
5.7.1.1 Gruppendiskussion, Passage 1, 30-103: Anwendung des ITP:
5.7.1.2 Gruppendiskussion - Passage 2, 200-280: der ITP und die Sicht der NutzerInnen – auch der Sicht der Teilhabe Planenden
5.7.1.3 Gruppendiskussion - Passage 3, 308-383: Umgang mit Frustrationen bei KlientInnen
5.7.2 Reflektierende Interpretation der Integrierten Teilhabeplanung - ITP
5.7.2.1 Reflektierende Interpretation - Ziele und Ressourcen im ITP
5.7.2.2 Reflektierende Interpretation - Fallexterner Vergleich der ITP ErstellerInnen aus allen Beispiel-ITP
5.7.2.3 Vergleichshorizonte der Beispiel- ITP fallintern
5.7.2.4 Vergleichshorizonte der Teilhabeplanenden - fallübergreifend:
5.7.2.5 Typenbildung
6 Zusammenführung der Ergebnisse in der Zusammenschau von Gruppendiskussion und Teilhabeplanung und Interpretation in Bezug auf die Forschungsfragen
6.1 Zur Hypothese
6.2 Darstellung der Ergebnisse, Interpretation und mögliche Handlungsansätze im Hinblick auf die Forschungsfragen
6.2.1 Aussagen zur Einführung einer neuen Systematik
6.2.2 Handlungsleitende Orientierungen der Teilhabe Planenden
6.2.3 Bilder der Teilhabe Planenden vom Nutzer, von der Nutzerin
6.2.4 Das Planungsverständnis der Teilhabe Planenden
6.2.5 Die Praxis der Kommunikation bei der Erstellung des integrierten Teilhabeplans
6.2.6 Die Handlungskompetenzen der Teilhabe Planenden
6.2.7 Das Berufsrollenprofil der Teilhabe Planenden
6.2.8 Die Aussagen der Teilhabe Planenden zum Medium ITP
6.2.9 Bewertung des Gesamtprojekts PerSEH/Praxistest
7 Zusammenfassung und Diskussion
Die Arbeit untersucht das Handlungsforschungsprojekt „Praxistest Integrierte Teilhabeplanung (ITP) in Wiesbaden“. Das primäre Ziel ist es, die Anwendung des neuen, personenzentrierten Planungsinstruments ITP aus der Perspektive der beteiligten Fachkräfte (ITP-ErstellerInnen) zu evaluieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Instrument die professionelle Handlungspraxis unterstützt und welche handlungsleitenden Orientierungen und berufsrollenbezogenen Herausforderungen sich bei der Einführung einer solchen neuen Systematik in der Gemeindepsychiatrie ergeben.
3.2.4 Projektvereinbarungen und Ziele, Auftrag und Auftraggeber
Am 17.12.2007 beschloss die Verbandsversammlung des LWV Hessen die budgetneutrale Weiterentwicklung der Personenzentrierten Hilfen inklusive einer zeitbasierten Vergütungssystematik für alle Zielgruppen in der Eingliederungshilfe – also alle Behinderungsarten übergreifend (§ 53, SGB XII).
Auftraggeber des Praxistests in den Regionen Wiesbaden und Wetterau war der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV Hessen) als zuständiger Leistungsträger des SGB XII für Menschen mit Behinderung (§ 53ff). Projektbeauftragte waren Prof. Dr. Petra Gromann und Ralf Bremauer.
Eine Arbeitsgruppe der Vertragskommission - also der hessischen Leistungserbringer und Leistungsträger (Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Verbände privater Anbieter, Hess. Städtetag, Hess. Landkreistag, Landeswohlfahrtsverband Hessen) - erarbeitete im Auftrag der Vertragskommission ein gemeinsames „Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung personenzentrierter Hilfen und einer zeitbasierten Vergütungssystematik in der Eingliederungshilfe in Hessen“, verabschiedet am 26.05.08 durch die Hessische Vertragskommission.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den beruflichen Hintergrund der Autorin als Koordinatorin eines Gemeindepsychiatrischen Verbundes und führt in das Handlungsforschungsprojekt zur personenzentrierten Teilhabeplanung in Hessen ein.
2 Aktuelle Veränderungen: Dieses Kapitel schildert den gesellschaftlichen Kontext sowie die Entwicklungen in der Psychiatrie, der Behindertenrechtsdiskussion und der Sozialadministration, die zur Einführung neuer Teilhabekonzepte führen.
3 Das Handlungsforschungsprojekt als Forschungsarbeit zum „Praxistest Integrierte Teilhabeplanung (ITP) in Wiesbaden“: Hier wird das spezifische Projekt beschrieben, einschließlich der Zielsetzungen, Stakeholder, methodischen Vorgehensweise bei den Befragungen und der Auswertung der ITPs.
4 Systemtheoretisch-Konstruktivistische Ansätze als Hintergrundfolie: Das Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit Konstruktivismus und Systemtheorie, um das Handeln in komplexen sozialen Systemen wie der Teilhabeplanung zu verstehen.
5 Forschung in systemtheoretisch-konstruktivistischer Sichtweise: Die Autorin begründet ihre methodischen Entscheidungen für die rekonstruktive Sozialforschung und erläutert, wie qualitative Methoden zur Analyse von ITP-Dokumenten und Gruppendiskussionen angewendet wurden.
6 Zusammenführung der Ergebnisse in der Zusammenschau von Gruppendiskussion und Teilhabeplanung und Interpretation in Bezug auf die Forschungsfragen: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der empirischen Untersuchung, diskutiert das Berufsrollenprofil der Teilhabeplanenden und bewertet das Gesamtprojekt.
7 Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Teilhabeplanung als gemeindepsychiatrischen Kernprozess sowie die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Teilhabeplanung, ITP, Personenzentrierung, Gemeindepsychiatrie, Systemtheorie, Konstruktivismus, Soziale Arbeit, Handlungsforschung, Professionelle Identität, Eingliederungshilfe, Dokumentarische Methode, ICF, Teilhaberechte, Qualitätssicherung, Sozialadministration
Die Arbeit untersucht das Handlungsforschungsprojekt zum „Praxistest Integrierte Teilhabeplanung (ITP)“ in Hessen. Dabei wird analysiert, wie professionelle Fachkräfte die Einführung eines neuen, personenzentrierten Planungsinstruments erleben und welche Anforderungen an ihr Handeln damit verbunden sind.
Zentrale Themen sind der Paradigmenwechsel von angebotsorientierten zu personenzentrierten Hilfen, die Anwendung der ICF-Klassifikation, die Bedeutung systemtheoretischer und konstruktivistischer Ansätze für die Soziale Arbeit sowie die professionelle Haltung in der Teilhabeplanung.
Das primäre Ziel ist es, die Anwendungstauglichkeit des ITP aus der Perspektive der Anwender zu evaluieren und herauszuarbeiten, welche Orientierungsmuster und handlungsleitenden Einstellungen bei den Professionellen bei der Erstellung dieser Pläne wirksam sind.
Die Autorin nutzt Ansätze der rekonstruktiven Sozialforschung nach Bohnsack sowie eine dokumentarische Evaluationsforschung. Die Datengrundlage bilden 36 anonymisierte ITPs und zwei Gruppendiskussionen mit Fachkräften aus der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Systemtheorie und Konstruktivismus, die detaillierte Darstellung des Forschungsprojekts in Wiesbaden, die methodische Vorgehensweise der Auswertung und eine umfangreiche Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der professionellen Handlungsmaximen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Teilhabeplanung, Personenzentrierung, Gemeindepsychiatrie, systemische Soziale Arbeit und dokumentarische Methode beschreiben.
Die ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) dient als Grundlage für ein gemeinsames Verständnis von Teilhabe und Behinderung, stellt die Praktiker aber vor Herausforderungen in der Anwendung, da sie eine neue Art der differenzierten, nicht rein defizitorientierten Beschreibung verlangt.
Die Autorin weist darauf hin, dass Hilfe auch desintegrierende Effekte haben kann. Professionelle müssen daher neben der Hilfeleistung auch die Möglichkeit des „Nicht-Helfens“ oder die Begleitung von Selbstheilungsprozessen in Betracht ziehen, um keine Abhängigkeitsstrukturen zu zementieren.
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