Magisterarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs der Privatheit
2.1 Vorbemerkungen
2.2 Rösslers Definition von Privatheit
2.2.1 Dezisionale Privatheit
2.2.2 Informationelle Privatheit
2.2.3 Lokale Privatheit
2.3 Kritische Anmerkungen zu Rösslers Theorie des Privaten
3. Einflussfaktoren auf die Privatsphäre
3.1 Technik
3.1.1 Datenbanken
3.1.2 Internet
3.1.3 Social Software
3.1.4 Cloud Computing
3.2 Gesellschaft
3.3 Wirtschaft
3.4 Politik
4. Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre
4.1 Technik
4.2 Gesellschaft, Wirtschaft und Politik
5. Konzepte
5.1 Ist Rösslers Konzept der Privatsphäre im Internet noch haltbar?
5.2 Alternative Konzepte der Privatsphäre
5.2.1 David Brins „Transparent Society“
5.2.2 Privatsphäre als Eigentum
5.2.3 Helen Nissenbaums „kontextuelle Integrität“
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den aktuellen Zustand der Privatsphäre im Internet unter Rückgriff auf Beate Rösslers Theorie. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen moderner Technologien und gesellschaftlicher Trends auf die informationelle Privatheit zu analysieren und neue Perspektiven für den Umgang mit dieser Herausforderung aufzuzeigen.
3.1.2 Internet
Der Begriff des Internets beschreibt kein von Lage und Umfang klar definiertes Netzwerk. Unter einem Netzwerk versteht man den Zusammenschluss von mindestens zwei Rechnern, die miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Es ist vielmehr die Gesamtheit vieler einzelner Netzwerke, die zusammen ein globales Informationsnetzwerk bilden. Der Begriff Internet leitet sich von „interconnected networks“ ab, bezeichnet also ein Gebilde aus miteinander verbundenen Netzwerken. Zudem ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass oftmals das World Wide Web (WWW) mit dem Internet gleichgesetzt wird. Das Surfen mittels Browser im WWW ist aber nur einer von vielen Diensten, die im Internet genutzt werden können. Weitere Dienste, die zum Internet zählen, sind z.B. Email oder der Datentransfer mittels File Transfer Protocol (FTP).
Die Grundlage heutiger Netzwerke ist die so genannte Paketvermittlung (auch Packet Switching genannt). Bei der Paketvermittlung werden die über das Netzwerk transferierten Daten in einzelne Pakete aufgeteilt und diese Pakete mit Empfänger- und Absenderadresse versehen. Die Pakete werden dann über Knotenpunkte durch das Netzwerk geleitet, wobei die Knoten in der Lage sind, die Pakete mit neuen Adressdaten zu versehen, sollte ein Knoten auf dem Weg unerreichbar sein. Die Idee der Paketvermittlung wurde zeitgleich Mitte der 60er-Jahre von Paul Baran in den USA und Donald Davies in Großbritannien entwickelt. Paul Baran arbeitete für die RAND Corporation, eine Denkfabrik, die u.a. für das US amerikanische Verteidigungsministerium arbeitete. Unter diesem Eindruck war Baran vor allem an ausfallsicheren Kommunikationssystemen interessiert, die auch im Falle eines Krieges eine verlässliche Kommunikation gewährleisten sollten. Donald Davies hingegen arbeitete für das National Physical Laboratory und war vor allem damit beschäftigt, Techniken zu entwickeln, die es ermöglichen, mit mehreren Personen gleichzeitig an einem Großrechner zu arbeiten und diese so effizienter zu nutzen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um den Zustand der Privatsphäre im Internet ein und definiert das Ziel der Arbeit, alternative Perspektiven zum Schutz der Privatsphäre aufzuzeigen.
2. Definition des Begriffs der Privatheit: In diesem Kapitel wird Beate Rösslers Theorie der Privatsphäre als theoretische Grundlage vorgestellt, wobei der Fokus insbesondere auf dem Aspekt der Kontrolle über Informationen liegt.
3. Einflussfaktoren auf die Privatsphäre: Dieser Hauptteil analysiert, wie Technik, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik die informationelle Privatheit beeinflussen und zunehmend einschränken.
4. Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre: Hier werden technische Möglichkeiten sowie politische und gesellschaftliche Ansätze zum Schutz der Privatsphäre diskutiert, wobei die hohen Anforderungen an den Nutzer hervorgehoben werden.
5. Konzepte: Dieses Kapitel vergleicht die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen mit Rösslers Theorie und stellt alternative Konzepte wie die „Transparent Society“ und die „kontextuelle Integrität“ vor.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Rösslers Theorie im digitalen Zeitalter an Grenzen stößt und empfiehlt, das Verständnis von Privatsphäre stärker an Nissenbaums Konzept der kontextuellen Integrität auszurichten.
Privatsphäre, Internet, informationelle Privatheit, Beate Rössler, Kontrolle, soziale Netzwerke, Cloud Computing, Vorratsdatenspeicherung, Datenschutzrecht, kontextuelle Integrität, Online-Durchsuchung, Datenspuren, Autonomie, Datensicherheit, Überwachungsgesellschaft
Die Arbeit untersucht den bedrohten Zustand der Privatsphäre im Internet und prüft, ob die klassische Theorie der informationellen Privatheit von Beate Rössler in einer digital vernetzten Welt noch Bestand hat.
Zentrale Themen sind die technische Überwachung durch Datenbanken und Netzwerke, die soziale Dynamik des Web 2.0, ökonomische Interessen an Daten und staatliche Eingriffe wie die Vorratsdatenspeicherung.
Ziel ist es, den Verlust der informationellen Kontrolle des Einzelnen aufzuzeigen und neue theoretische Perspektiven, wie etwa die kontextuelle Integrität, als zeitgemäße Konzepte einzuführen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit philosophischen Konzepten der Privatheit und deren Anwendung auf aktuelle technische und soziale Gegebenheiten im Internet.
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren Technik (Datenbanken, Cloud Computing, Social Software), Gesellschaft (Grenzverschiebung privat/öffentlich), Wirtschaft (Profiling, Tracking) und Politik (Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung).
Wichtige Begriffe sind Privatsphäre, Kontrolle, informationelle Privatheit, soziale Netzwerke, Cloud Computing, Datenschutzrecht und kontextuelle Integrität.
Durch die Auslagerung von Daten in eine verteilte Cloud verliert der Nutzer den direkten Überblick und die Kontrolle über den Speicherort und die Verarbeitung seiner persönlichen Informationen durch Drittanbieter.
Nissenbaum argumentiert, dass Informationen immer an einen bestimmten sozialen Kontext gebunden sind; Privatsphäre ist gewahrt, solange diese kontextspezifischen Normen der Informationsverbreitung eingehalten werden.
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