Bachelorarbeit, 2024
389 Seiten, Note: 6,0 (Schweiz)
1. Einleitung
1.1 Der historische Kontext
1.2 Der Stand der Forschung
1.3 Fragestellung
1.4 Methodisches Vorgehen
1.5 Quellenproduktion
1.6 Theoretische und quellenkritische Ansätze
2. Eine Oral History zur Emigration aus der Ohridseeregion
2.1 Datenanalyse («Quelleninterpretation»)
2.1.1 Zudi Sulejmani
2.1.2 Safije Sulejmani-Šehić
2.1.3 Mazar Zyberi
2.1.4 Ruzhdie Zyberi-Sefullai
2.1.5 Ejup Zyberi
2.1.6 Xhevaire Zyberi-Sulejmani
2.2 Ergebnisse und Konstruktion des theoretischen Modells
2.3 Bestimmung des Erkenntniswertes
3. Schlusswort
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die modernen Auswanderungsprozesse aus der nordmazedonischen Ohridseeregion seit dem Ende der osmanischen Herrschaft als konstante Erscheinung zu untersuchen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ursachen, Zeiträume, Ursprungs- und Zielorte sowie die Formen der Auswanderung, insbesondere unter Berücksichtigung individueller biographisch-narrativer Migrationserfahrungen.
1.1 Der historische Kontext
«Gurbet» ist ein allseits bekannter Begriff in der Ohridseeregion, auch in der Kunst. Davon zeugen die Zeilen eine Seite vorher aus dem albanischen Lied «Jam mërzit’, o shok’, në gurbet të zi» von Muharrem Ahmeti, ein «Tallava»-Musiker und albanischsprachiger Balkan-Ägypter aus der nordmazedonischen Stadt Ohrid. Das Lied greift das «Gurbet»-Konzept populärkünstlerisch auf und beschreibt die Gemütslage eines «Gurbetçi». Das ursprünglich türkische Wort «Gurbet» kann mit «Fremde» oder «Ausland» übersetzt werden. Ein «Gurbetçi» ist also jemand, der in der Fremde lebt und auch Sehnsucht nach seiner Heimat hat.
Migration ist ein wichtiges Phänomen der Menschheitsgeschichte, so auch in der Ohridseeregion. Am Ufer des ältesten Sees Europas, den sich heute Nordmazedonien und Albanien teilen, sind die Überreste der europaweit ältesten Pfahlbausiedlung mit einem Alter von fast 8'000 Jahren zu finden. Der Ohridsee mit seinen umliegenden Hochebenen und Gebirgen war damit als geomorphologisches Becken und naturräumliche Einheit schon früh ein attraktiver Lebensraum für Menschen. So immigrierten im Altertum illyrische und paionische Stämme, Makedon(inn)en sowie altgriechische und altrömische Kolonist(inn)en. Wohingegen die Bryger(innen) aus der Region emigrierten, um als Phryger(innen) in Anatolien zu siedeln. Byzantiner(innen), slawische und bulgarische Stämme sowie Rom(nj)a und Türk(inn)en folgten als Siedelnde im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten zudem Jüdinnen und Juden in der Gegend.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der Ohridseeregion, den aktuellen Forschungsstand, die Fragestellung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen und die theoretischen Ansätze der Oral History.
2 Eine Oral History zur Emigration aus der Ohridseeregion: In diesem Kapitel werden die biographisch-narrativen Interviews analysiert, die Ergebnisse in einem theoretischen Modell zusammengeführt und der Erkenntniswert der Arbeit bestimmt.
3 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung psychosozialer Faktoren bei Migrationsentscheidungen und reflektiert den Forschungsprozess sowie die eigene Positionierung als Forschender im familiären Kontext.
Oral History, Migration, Ohridseeregion, Gurbet, Kettenmigration, Transmigration, Nordmazedonien, biographisch-narratives Interview, Migrationsursachen, Sozialgeschichte, Balkan, Entscheidungsprozesse, Gastarbeiter, Identität, Zeitgeschichte.
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswanderungsgeschichte aus der nordmazedonischen Ohridseeregion unter dem Aspekt der "Oral History" durch die Auswertung biographisch-narrativer Interviews.
Zentrale Themen sind die Ursachen, Entscheidungsprozesse und Formen der Emigration sowie die sozioökonomische und psychosoziale Situation der Emigrierten.
Die Arbeit fragt nach den Gründen, Formen und Entscheidungsprozessen der Auswanderung von Menschen aus der Region seit dem Ende der osmanischen Herrschaft mit Fokus auf die Zeit nach 1945.
Es werden biographisch-narrative Interviews geführt und diese mittels einer kombinierten Datenanalyse nach Schütze und Rosenthal ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Datenanalyse einzelner Lebensläufe und eine anschließende theoretische Modellbildung zur Emigration.
Die Arbeit identifiziert Ökonomie, Politik, Psychologie, Familie und Gesundheit als maßgebliche Einflussfaktoren, wobei insbesondere die psychosoziale Dimension oft vernachlässigt wurde.
Die Schweiz nimmt aufgrund der hohen Anzahl nordmazedonischer Staatsbürger(innen) eine zentrale Rolle als bevorzugtes Migrationsziel ein, was den Fokus auf diese Diaspora erklärt.
Familienstrukturen, das Verantwortungsgefühl als Erstgeborener sowie die Einbindung in soziale Netzwerke (wie die "Gastarbeiter"-Programme) prägen die Migrationsentscheidungen maßgeblich.
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