Bachelorarbeit, 2008
55 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung & Zielsetzung der Arbeit
2 Basel II
2.1 Auf dem Weg zu Basel II – Historie und Entwicklung
2.2 Basel II – Die 3 Säulen
2.3 Säule 1 – Mindestkapitalanforderungen
2.3.1 Behandlung von Verbriefungen
2.3.2 Kredit des Retailportfolios
2.3.3 Der Standardansatz
2.3.4 Der IRB-Ansatz
3 Vermutete Prozyklizität im Zusammenhang mit Basel II
3.1 Auswertung der Quantitative Impact Studies
3.1.1 QIS 3
3.1.2 QIS 4
3.1.3 QIS 5
3.2 Zwischenfazit: Prozyklizität durch Basel II
4 Kreditrisikotransfer unter dem Fair Value Gedanken
4.1 Kategorisierung von Finanzinstrumenten
4.1.1 Bewertungsmaßstäbe nach IFRS
4.1.2 Zugangs- und Folgebewertung der jeweiligen IFRS-Kategorien
4.2 Bewertung nach beizulegendem Zeitwert und Wertminderungen
4.2.1 Bewertung bei aktivem Markt
4.2.2 Bewertung bei nicht aktivem Markt
4.2.3 Wertminderungen von Finanzinstrumenten
4.3 Zwischenfazit: Prozyklizität durch IFRS
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die regulatorischen Standards Basel II und die International Financial Reporting Standards (IFRS) im Kontext der Finanzmarktkrise, um zu analysieren, ob diese Bestimmungen prozyklisch wirken und die Kreditvergabe von Banken in Krisenzeiten negativ beeinflussen können.
4.2.1 Bewertung bei aktivem Markt
Grundsätzlich gilt ein Markt nach IAS 39.AG71 als aktiv, wenn Preise leicht und regelmäßig an einer Börse, von einem Händler, Broker, einer Branchengruppe, einem Preisberechnungs-Service oder einer Aufsichtsbehörde gestellt werden und diese Preise aktuelle und regelmäßig auftretende Markttransaktionen wie unter unabhängigen Dritten darstellen (organisierte Märkte). In diesem Fall wird der aktuelle FV analog der Hierarchiestufe 1 (vgl. 4.1.1) mit dem Preis am Abschlussstichtag bestimmt (Pellens et al., 2008, S. 541). Nach Auffassung des RICs (2008, S. 8) kennzeichnet sich ein aktiver Markt nach IAS 36.6, IAS 38.8 und IAS 41.8, mittels folgender Kriterien: die gehandelten Güter sind homogen, vertragswillige Käufer und Verkäufer können i.d.R. jederzeit gefunden werden und die Preise stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Beide Institute betonen, dass jeweils im Einzelfall die Aktualität des Schlusspreises geprüft werden muss (IDW, 2007, S. 2 RIC, 2008, S. 8). Sollte diese nicht gegeben sein, sieht das IWD (2007, S. 5) dieselben Anforderungen an die Preise vorheriger Abschlussstichtage, die ggf. aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen angepasst werden müssen (z.B. durch Zu- und Abschläge). Es kann aber gerade in konjunkturell schwächeren Zeiten und unter Krisensituationen oftmals schwierig sein, im Einzelfall zu bewerten, wann ein Kurs noch aktuell ist.
Wie sind jedoch Produkte, die nicht auf organisierten Märkten gehandelt werden, zu bewerten?
Gerade für Verbriefungsprodukte, die oftmals aufgrund ihrer Komplexität nicht auf aktiven, organisierten Märkten, sondern außerbörslich („over the counter“ – OTC) gehandelt werden oder für welche nach der ersten Transkation keine Umsätze mehr an den Börsen notieren, ist es schwer einen Preis zu finden. Obwohl es sich nicht um einen organisierten Markt handelt, sind OTC-Märkte nach Auffassung von RIC und IWD als dem organisierten Markt gleichwertige Märkte anerkannt. Allerdings weisen beide Institutionen darauf hin, dass, wenn es sich um sogenannte „Abwehrpreise“ von Market Makern handelt, also Preise, zu denen der Market Maker nicht erwarten kann das eine Gegenpartei leistet, diese Kurse nicht als beizulegender Zeitwert zur Bewertung herangezogen werden dürfen (IDW, 2007, S. 5–6; RIC, 2008, S. 8–9).
1 Einleitung & Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Subprime-Krise und der Forschungsfrage nach der prozyklischen Wirkung regulatorischer Anforderungen auf die Kreditvergabe.
2 Basel II: Detaillierte Erläuterung des Drei-Säulen-Konzepts von Basel II mit Fokus auf die quantitativen Mindestkapitalanforderungen und die verschiedenen Risikomessverfahren.
3 Vermutete Prozyklizität im Zusammenhang mit Basel II: Analyse der Ergebnisse der Quantitative Impact Studies (QIS 3-5) zur Untersuchung prozyklischer Effekte im Rahmen der Baseler Eigenkapitalregeln.
4 Kreditrisikotransfer unter dem Fair Value Gedanken: Untersuchung der Bilanzierung von Kreditrisikotransferprodukten nach IFRS und der Problematik der Bewertung in inaktiven Märkten.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der regulatorischen Maßnahmen im Kontext der Finanzkrise und Ausblick auf zukünftige Modifikationen zur Dämpfung prozyklischer Wirkungen.
Basel II, IFRS, Prozyklizität, Kreditvergabe, Subprime-Krise, Verbriefungen, Fair Value, Eigenkapitalunterlegung, Risikomanagement, Risikogewichtung, Marktdisziplin, Finanzinstrumente, Bilanzierung, Impairment Test, Liquidität.
Die Arbeit analysiert, ob regulatorische Anforderungen wie Basel II und die Bilanzierungsstandards IFRS in Krisenzeiten prozyklisch wirken und somit die Kreditvergabe von Banken negativ beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Eigenkapitalvorschriften von Basel II, der Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS (Fair Value) sowie dem Risikomanagement bei Verbriefungen.
Das Ziel ist die Untersuchung, inwiefern die aktuellen regulatorischen und bilanztechnischen Standards in Abschwungphasen eine prozyklische Abwärtsspirale bei der Kreditvergabe auslösen oder verstärken können.
Es wird eine deskriptive und analysierende Methode verwendet, die auf der Auswertung von regulatorischen Dokumenten, den Ergebnissen der Quantitative Impact Studies (QIS) und der einschlägigen Fachliteratur zur Bilanzierung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung und deren Risikomessverfahren sowie eine detaillierte Analyse der IFRS-Bewertungskategorien für Finanzinstrumente in liquiden und illiquiden Märkten.
Wichtige Begriffe sind Prozyklizität, Basel II, IFRS, Fair Value, Kreditrisikotransfer, Eigenkapital und Finanzmarktkrisen.
In Krisenzeiten führt die Bewertung zum Fair Value bei sinkenden Preisen zu unmittelbaren Abschreibungen oder negativen Neubewertungen, was das Eigenkapital mindert und Banken unter Druck setzen kann, weniger Kredite zu vergeben.
Die QIS-Ergebnisse dienen als empirische Grundlage, um die Auswirkungen von Basel II auf die Eigenkapitalanforderungen deutscher Institute zu quantifizieren und Tendenzen für prozyklisches Verhalten zu identifizieren.
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