Bachelorarbeit, 2009
54 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2. Forschungsfrage
1.3. Methodik und Operationalisierung
1.4. Bisheriger Forschungsstand
1.5. Aufbau der Arbeit
2. Prominenz und Tod:
Theoretische Betrachtungsweise zum Framingprozess in der Berichterstattung
2.1. Was ist Framing?
2.2. Framing durch die Medien und die Politik
2.3. Die Tragik im Journalismus
Die Nachrufkultur der Medien
2.4. Prominente Todesfälle medial inszeniert:
Die Beispiele Lady Di und Thomas Klestil
Der Diana-Mythos
3. Jörg Haider – Politiker und Medienstar
4. Die Analyse der Berichterstattung
4.1. Prägung
4.1.1. Herkunft
4.1.2. Elternhaus
4.2. Der Ausnahme-Politiker und sein politischer Stil
4.3. Volksnah, heimatverbunden, bodenständig
4.4. Das Ausländer-Thema
4.5. Nationalsozialismus
4.6. Zwiespältigkeit und Schauspielerei
4.7. Der „alte“ und „neue“ Haider
4.8. Jörg Haider privat
4.8.1. Der Familienmensch
4.8.2. Sexualität
4.8.3. Der Mythos
4.9. Tod
5. Verbindung von Empirie und Theorie
5.1. Sprachliche Analyse
5.1.1. Wortwahl
5.1.2. Rhetorische und stilistische Mittel
5.2. Frames in der Berichterstattung
5.2.1. News
5.2.2. Profil
5.3. Mögliche Framing-Effekte
6. Konklusion
6.1. Resümee
6.2. Beantwortung der Forschungsfrage
6.3. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht, mit welchen spezifischen Framing-Prozessen die österreichischen Nachrichtenmagazine „Profil“ und „News“ den Tod von Jörg Haider thematisiert haben. Ziel ist es, die mediale Konstruktion der Person Haider zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Berichterstattung der beiden Magazine aufzuzeigen.
Die Nachrufkultur der Medien
Die Kultur der Berichterstattung über den Tod einer Persönlichkeit hängt nach Siegfried Weischenberg unter anderem von den ethischen und professionellen Standards, den rechtlichen Grundlagen und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Ein Nachruf hat bestimmte Tabus, die von der Gesellschaft bei Verstößen als wenig geschmackvoll aufgenommen werden (vgl. Brunn 1999, 72). Zu diesen unausgesprochenen Tabus zählen zweifelsohne, wenn ein Medium den Tod einer Person lächerlich macht, ihn zur übertriebenen Sensation stilisiert oder den Todesfall „voyeuristisch ausschlachtet“ (Brunn 1999, 84). Auch gilt es als Tabu, ohne jegliche Form der Anteilnahme über den Verstorbenen zu berichten (vgl. Brunn 1999, 85) oder Unfallfotos, auf denen die sterbende Person abgelichtet ist, zu veröffentlichen (vgl. Brunn 1999, 23).
Der Nachruf gehört zu jenen Formen der journalistischen Arbeit, die primäre und sekundäre Information miteinander vereinen. Der Todeshergang wird kombiniert mit wichtigen Stationen im Leben des Verstorbenen. Häufig kommt hier das Archiv in den Redaktionen zum Einsatz. Gesammelte Daten über das Leben der Person werden dargestellt. Aktive Recherche betreibt der Journalist nur, wenn er Konkretes zum Unfallhergang wissen will oder Stimmen anderer zum Tod einholt (vgl. Brunn 1999, 88).
Todesfälle in den Medien bringen immer Konflikte mit sich. Zum einen ist der Journalist gefordert, ein objektives Bild des Verstorbenen zu zeichnen, darf aber andererseits nicht in eine gewöhnliche Nachrichtensprache verfallen. Dies wäre zu unpersönlich. Eine allzu hohe Würdigung im Text ist ebenfalls mit einer stilistischen Gratwanderung verbunden. Äußerst brisant ist auch die Vorgeschichte des Toten, beispielsweise die Taten eines Politikers während seiner Amtszeit. Schwächen und Verfehlungen werden in der Berichterstattung selten erwähnt. Häufig bleibt der Nachrufschreiber bei den Stärken des Verstorbenen (vgl. Brunn 1999, 201ff.). Die Berichterstattung reicht von Statements und Nekrologen bis hin zu Biographien, Porträts und Berichten nach dem Tod. Zu letzterem zählen Artikel über die Beerdigung, die Trauer in der Öffentlichkeit, die Todesfolgen und den Hergang des Todes (vgl. Brunn 1999, 57). Die journalistischen Darstellungsformen vermischen sich dabei, das heißt, Statements, biografische Daten des Verstorbenen und Berichte werden in einem Artikel kombiniert und vermischt.
1. Einleitung: Definiert das Thema, die Forschungsfrage und die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung der Berichterstattung über Jörg Haider.
2. Prominenz und Tod: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Framings und die mediale Inszenierung von Prominententoden.
3. Jörg Haider – Politiker und Medienstar: Bietet einen biographischen Überblick über die politische Karriere von Jörg Haider.
4. Die Analyse der Berichterstattung: Empirischer Hauptteil, der die Darstellung Haiders hinsichtlich Prägung, Politik, Charakter und Privatleben untersucht.
5. Verbindung von Empirie und Theorie: Führt die theoretischen Konzepte mit den empirischen Ergebnissen zusammen, um Framing-Effekte zu identifizieren.
6. Konklusion: Fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
Jörg Haider, Framing, Medienanalyse, Politische Kommunikation, Berichterstattung, Nachrichtenmagazine, Profil, News, Prominententod, Journalismus, Politische Rhetorik, Nationalsozialismus, Rechtspopulismus, Rollenbilder, Medienereignis.
Die Arbeit untersucht, wie zwei österreichische Nachrichtenmagazine über den Tod von Jörg Haider berichtet haben und welche Deutungsmuster (Frames) sie dabei verwendeten.
Im Mittelpunkt stehen die mediale Charakterisierung Jörg Haiders, die Darstellung seiner politischen Vergangenheit (insb. Nationalsozialismus und Ausländerpolitik) sowie seine Inszenierung als „Landesvater“ oder „Popstar“.
Das Ziel ist es, die spezifischen Frames zu identifizieren, mit denen die Magazine „Profil“ und „News“ Jörg Haider als Person und Politiker nach seinem plötzlichen Ableben gerahmt haben.
Die Autorin nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse, um Argumentationsstrukturen, Wortwahl sowie rhetorische und stilistische Mittel in ausgewählten Magazinausgaben zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Themen wie Herkunft, Elternhaus, politischer Stil, das „Ausländer-Thema“ und Haiders Privatleben (inkl. Gerüchte um seine Sexualität) medial aufbereitet wurden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Framing, Jörg Haider, politische Kommunikation, Medienereignis, Rechtspopulismus und journalistische Inszenierung.
Der Vergleich dient dazu, die mediale Nachrufkultur und die Inszenierung von prominenten Todesfällen besser einzuordnen, da auch bei Haider ähnliche Muster (wie Massentrauer und Mythosbildung) erkennbar waren.
Während „News“ Haider stärker als „Polit-Popstar“ und sehr emotional inszeniert, fokussiert „Profil“ stärker auf die politische Analyse und kritische Beleuchtung seiner Vergangenheit.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

