Bachelorarbeit, 2024
248 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1 Emotionsregulation
2.1.1 Grundlagen und Modelle der Emotionsregulation
2.1.2 Emotionsregulation aus dem Blickwinkel der Klinischen Psychologie
2.1.3 Digitale Emotionsregulation
2.2 Störungsbild Depression
2.2.1 Charakteristika und Klassifikation
2.2.2 Besonderheiten der Emotionsregulation im Rahmen der Depression
2.2.3 Risikofaktoren und Entstehungsbedingungen
2.2.4 Psychologische Therapie der Depression
2.3 Smartphone-Nutzung
2.3.1 Grundlagen der Smartphone-Nutzung
2.3.2 Risiken der Smartphone-Nutzung
2.3.3 Emotionsregulation und problematische Smartphone-Nutzung
2.4 Integration
2.4.1 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse
2.4.2 Auswahl relevanter theoretischer Konzepte für das weitere Vorgehen
2.4.3 Präzisierung der Zielsetzung
3. Methodenteil
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Stichprobe
3.2.1 Vorgehensweise bei der Fallauswahl und Rekrutierung
3.2.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Methoden der Datenerhebung und -aufarbeitung
3.3.1 Auswahl der Erhebungsmethode
3.3.2 Planung der leitfadengestützten Interviews
3.3.3 Durchführung der Interviews
3.3.4 Vorgehen bei der Datenaufbereitung
3.4 Methode der Datenanalyse
3.4.1 Auswahl der Auswertungsmethode
3.4.2 Planung und Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse
4. Ergebnisse
4.1 Analyse 1 - induktive Kategorienbildung
4.2 Analyse 2 – deduktive Kategorienanwendung
5. Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritische Reflexion des eigenen Vorgehens
5.3 Ausblick
Die vorliegende Abschlussarbeit untersucht, inwiefern depressive Erwachsene ihr Smartphone als Werkzeug zur digitalen Emotionsregulation nutzen. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Smartphone-Nutzung bei depressiven Erkrankungen zu schaffen und die Funktionalität verschiedener digitaler Regulationsstrategien zu analysieren, um Ansätze für zukünftige Interventionen zu gewinnen.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Das am stärksten verbreite digitale Endgerät, welches sich innerhalb der letzten 15 Jahre rasant in großen Teilen der Welt durchgesetzt hat und damit im Zentrum der Technologisierung des Alltags steht, ist das Smartphone. (Kaufmann, 2018, S. 139) Mit seinen unzähligen Funktionen erleichtert und verändert der omnipräsente Begleiter das Leben von mittlerweile mehr als 4 Milliarden Nutzenden in vielerlei Hinsicht. (Degenhard, 2024) Smartphones ermöglichen nicht nur einen nahezu unbegrenzten Zugriff auf Informationen und Wissen, sie bieten zudem Zugang zu unterschiedlichen Formen der Unterhaltung sowie der sozialen Vernetzung. (Shi, Koval, Kostakos, Goncalves & Wadley, 2023, S. 1)
Ein aktuell zunehmend relevantes Phänomen ist die digitale Emotionsregulation. Der Begriff beschreibt, dass Menschen digitale Geräte, allen voran das Smartphone, bewusst zur Emotionsregulation, also zur Steuerung affektiver Zustände, funktionalisieren. (Wadley, Smith, Koval & Gross, 2020, S. 412) Shi et al. (2023) konnten im Rahmen ihrer empirischen Studie beispielsweise bestätigen, dass ein erheblicher Anteil der Smartphone-Nutzung auf die Regulierung unangenehmer Gefühle (z. B. Stress, Langeweile) zurückzuführen ist. (S.1) Dabei betonen die Autor*innen die Komplexität der Beziehung zwischen Smartphone und emotionalem Wohlbefinden.
Für Menschen mit einer depressiven Erkrankung stellt die funktionale Emotionsregulation eine besondere Herausforderung dar. (Sören et al., 2022, S. 1) Das Störungsbild zeichnet sich diesbezüglich durch Symptome wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit (Caspar, Pjanic & Westermann, 2017, S. 56) sowie eine gehäufte Nutzung dysfunktionaler Emotionsregulations-Strategien aus. (Sören et al., 2022, S. 1) Darüber hinaus bestätigt die aktuelle Studienlage Korrelationen zwischen dem Störungsbild der Depression und exzessiver Smartphone-Nutzung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Smartphones als digitales Emotionsregulationstool ein und leitet die Forschungsfrage über depressive Erwachsene her.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert die Grundlagen über Emotionsregulation, die Klinik der Depression und Smartphone-Nutzungsrisiken, um den aktuellen Forschungsstand zu integrieren.
3. Methodenteil: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, inklusive der Stichprobenauswahl von sieben depressiven Erwachsenen und der Durchführung leitfadengestützter Telefoninterviews.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die induktive Kategorienbildung der Emotionsregulationsstrategien sowie deren deduktive Analyse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Funktionalität.
5. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch reflektiert und in den bisherigen Forschungsstand eingeordnet, ergänzt um einen Ausblick auf künftige Interventionsmöglichkeiten.
Emotionen, Emotionsregulation, Smartphone, Depression, Interviews, Digitale Emotionsregulation, Psychische Gesundheit, Smartphone-Nutzung, Qualitative Inhaltsanalyse, Coping, Reappraisal, Rumination, Psychologische Therapie, Smartphone-Sucht, Nutzerverhalten
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit einer depressiven Erkrankung ihr Smartphone bewusst im Alltag einsetzen, um ihre Emotionen zu regulieren oder affektive Zustände zu beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der Emotionsregulation, dem klinischen Störungsbild der Depression sowie einer differenzierten Analyse der verschiedenen Bereiche der Smartphone-Nutzung.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, welche Bedeutung die digitale Smartphone-Nutzung für depressive Erwachsene hat und wie diese Strategien ihre psychische Verfassung beeinflussen.
Es handelt sich um eine qualitative Studie mit sieben leitfadengestützten Interviews, die in einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu den drei zentralen Themenbereichen, die methodische Darlegung der Studie sowie die anschließende Ergebnisanalyse der geführten Interviews.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "digitale Emotionsregulation", "Smartphone-Nutzung", "Depression" und "qualitative Interviewforschung" beschreiben.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass depressive Personen das Smartphone häufiger für ein habituelles oder impulsives Emotionsregulations-Management nutzen, was bei mangelnden Alternativstrategien zu einer problematischen Nutzung führen kann.
Die ständige Erreichbarkeit wird einerseits als Ressource zur sozialen Vernetzung und Unterstützung genutzt, andererseits birgt sie das Risiko eines Kontrollverlusts über das Nutzungsverhalten.
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