Diplomarbeit, 2006
97 Seiten
I Einleitung
I. 1 Fallbeispiel
I. 2 Definitionsansätze/ Begriffserklärung
I. 2.1 Was ist Aufmerksamkeit?
I. 2.2 Was ist bei Aufmerksamkeitsdefizit gestört?
I. 2.3 Nomenklatur
I. 3 Klassifikation
I. 4 Epidemiologie
I. 5 Verlauf
I. 6 Ursachen
I. 6.1 Neurobiologische Faktoren
I. 6.2 Genetische Faktoren
I. 6.3 Strukturelle Schädigungen des Gehirns
I. 6.4 Allergische Reaktionen
I. 6.5 Neurophysiologische Aspekte
I. 6.6 Neuropsychologische Aspekt
I. 6.7 Psychosoziale Aspekte
I. 6.8 ADHS und Trauma
I. 6.9 die Jäger-Hypothese (nach Hartmann)
I. 7 Komorbidität
I. 7.1 ADHS und Tic-Störungen
I. 7.2 ADHS und Störung des Sozialverhaltens
I. 7.3 Affektive und / oder Angsterkrankungen
I. 7.4 ADHS und Zwang
I. 7.5 ADHS und umschriebene Entwicklungsstörungen – insbesondere Lese – Rechtschreib – Schwäche
I. 7.6 ADHS und Trotzverhalten
I. 8 Was kann allgemein helfen?
I. 9 Die multimodale Therapie von Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen
I. 9.1 Pharmakotherapie
I. 9.2 Psychotherapie
I. 10 Andere Therapieformen
I. 10.1 Therapeutisches Reiten
I. 10.2 Trommeln
I. 10.3 Schwimmen bei ADHS – Kindern
II Standortbestimmung des Sozialarbeiters/ Sozialpädagogen in der Behandlung psychischer Störungen
II. 1 Umfeldbezogene Maßnahmen bei ADHS
II. 1.1 Beratung der Eltern
II. 1.2 Begriff Beratung
II. 1.3 Grundsätze
II. 1.4 Fachrichtungen in der Familienberatungsstelle
II. 1.5 Psychotherapie in der Beratung
II. 1.6 Anlässe für Familienberatung
II. 1.7 Auslösender Moment
II. 1.8 Gestaltung der Begegnung des Ratsuchenden
II. 1.9 Gesprächsführung und Beratungsablauf
II. 1.10 Rechtsgrundlagen
II. 1.11 Finanzierung
II. 1.12 Zugangsbarrieren
II. 1.13 Ziele einer Beratung allgemein
II. 1.14 Beratung hinsichtlich der ADHS-Problematik
II. 1.15 der ADHS-Teufelskreis
II. 2 Elterntraining – ein pädagogisch bedeutsames Hilfsangebot
II. 2.1 Elterntraining exemplarisch
II. 2.2 Ein weiteres Elterntraining
II. 2.3 Triple – P Elterntraining
II. 3 Tipps für Eltern
II. 4 Familientherapie
II. 4.1 Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten: (Thop)
II. 4.2 Abgrenzung zwischen Beratung und Psychotherapie
III Interventionen in der Schule hinsichtlich der ADHS – Problematik
III. 1 Konstellation Schule und Jugendhilfe
III. 2 Chance für die Schulsozialarbeit
III. 2.1 Modelle der Schulsozialarbeit
III. 2.2 Ein systemischer Ansatz von Schulsozialarbeit
III. 2.3 Ziele von Schulsozialarbeit
III. 2.4 Methoden und Tätigkeitsfelder der Schulsozialarbeit
III. 3 Theorie von Hans Biegert (2001)
III. 3.1 Konsequenzen für die Schulpädagogik
III. 3.2 Umsicht und Übersicht behalten ist das Stichwort
III. 4 Weitere vertiefende Aspekte
III. 5 Integrationsklassen
IV Neue Behandlungsansätze
V Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Interventionsmöglichkeiten bei ADHS aus der Sicht des Sozialarbeiters/Sozialpädagogen in den zentralen Lebensbereichen Elternhaus und Schule, um ein tieferes Verständnis für die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten und deren bewältigungsorientierte Behandlung zu fördern.
I. 1 Fallbeispiel
„Hallo ich bin Marcel ein Hypie, wie ich nun weiß. Ich lebe jetzt in einem therapeutischen Kinder- und Jugendheim mit anderen meiner Sorte. Ich muss sagen, ich habe schon ziemlich viel durch, in den 15 Jahren und ein paar Monaten in denen ich schon hier auf der Welt herumspaziere.
Ich war mit Robert immer lange draußen. Den Tag (ich war vielleicht 11Jahre alt) sind wir nach langem Planen (und da sage noch mal einer, wir Hypies sind zu keiner Organisation fähig) mit extra dunkler Kleidung in das Warenlager einer großen Autoversicherungsfirma eingebrochen. Beim Rumstromern Tage vorher haben wir ein Tor entdeckt, welches hinter Büschen versteckt, nicht ganz geschlossen war. Da ich nicht der dickste bin, passte ich da locker durch und betätigte den elektrischen Türöffner. Ich begrüßte meinen Kumpel mit den Worten ‚bitte hereinspaziert’. Wir verwüsteten die halbe Nacht die Büros, tranken eine gefundene Flasche Sekt aus und fotografierten uns mit ebenso dort entdeckten Digitalkameras. 1.00 Uhr gingen wir nach Hause. Was mir meine Mutter sagte, war mir egal. Peinlich war mir nur, dass Robert und ich nächsten Tag von einem Bekannten unserer Familie, der bei der Polizei arbeitet, aus der Schule abgeholt wurden: Hausdurchsuchung!
Schon früher brauchte ich immer Aktion. Als ich fünf Jahre alt war, so berichtete meine Mutter sprühte ich mit Haarspray meinen Namen auf den Teppich meines Kinderzimmers und zündete ihn an. Das zieht sich so durch meine Vergangenheit, ich konnte nie einen Märchenfilm zu Ende gucken, weil der so langweilig war, genau so wie die Schule. Zeitiges Aufstehen, ewiges Sitzen und dann auch noch die Hausaufgaben! Ab der vierten Klasse ging ich dann irgendwann nicht mehr hin, weil sie mich unendlich nervte. Nach Hause kam ich, wann ich wollte. Robert und ich bettelten oder klauten, sodass wir auch immer Zigaretten hatten.“
I. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in unserer Konsumgesellschaft und stellt die Bedeutung der Beratung als sozialarbeiterische Methode im Kontext von Elternhaus und Schule dar.
I. 1 Fallbeispiel: Ein authentischer Erfahrungsbericht eines betroffenen Jugendlichen veranschaulicht den Leidensweg und das typische Verhalten bei ADHS.
I. 2 Definitionsansätze/ Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert ADHS als Symptomkomplex und erläutert die gängigen Klassifikationssysteme sowie die Bedeutung der Aufmerksamkeit.
I. 3 Klassifikation: Hier werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV gegenübergestellt.
I. 4 Epidemiologie: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Prävalenzzahlen von ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
I. 5 Verlauf: Es wird die Entwicklung der Störung von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter analysiert, inklusive typischer Verhaltensweisen und Risikofaktoren.
I. 6 Ursachen: Dieses Kapitel befasst sich mit der multifaktoriellen Genese, von neurobiologischen über genetische bis hin zu psychosozialen Faktoren.
I. 7 Komorbidität: Es werden Begleiterkrankungen wie Tic-Störungen, Störungen des Sozialverhaltens und Ängste sowie deren Auswirkung auf die Prognose erörtert.
I. 8 Was kann allgemein helfen?: Dieses Kapitel legt die Grundlagen für Struktur und positive Verstärkung im Alltag dar.
I. 9 Die multimodale Therapie von Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen: Hier wird das Konzept der multimodalen Therapie vorgestellt, das verschiedene Behandlungsebenen kombiniert.
I. 10 Andere Therapieformen: Es werden komplementäre Ansätze wie Reiten, Trommeln und Schwimmen auf ihren Nutzen hin geprüft.
II. Standortbestimmung des Sozialarbeiters/ Sozialpädagogen in der Behandlung psychischer Störungen: Dieses Kapitel definiert die Rolle und Aufgabenfelder von Fachkräften der sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
II. 1 Umfeldbezogene Maßnahmen bei ADHS: Hier liegt der Schwerpunkt auf der Elternberatung und den Rahmenbedingungen helfender Prozesse.
II. 2 Elterntraining – ein pädagogisch bedeutsames Hilfsangebot: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Trainingsprogramme zur Kompetenzsteigerung von Eltern.
II. 3 Tipps für Eltern: Ein kurzer Überblick über praktische Empfehlungen für den Erziehungsalltag.
II. 4 Familientherapie: Diese Darstellung grenzt Beratung von tiefergehenden therapeutischen Ansätzen ab und erwähnt das Thop-Programm.
III. Interventionen in der Schule hinsichtlich der ADHS – Problematik: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Lehrkräfte und die Notwendigkeit von Kooperation.
III. 1 Konstellation Schule und Jugendhilfe: Eine Analyse des Verhältnisses beider Institutionen und notwendiger Veränderungen.
III. 2 Chance für die Schulsozialarbeit: Hier wird das Potenzial von Schulsozialarbeit als verbindendes Glied zwischen Bildung und Jugendhilfe diskutiert.
III. 3 Theorie von Hans Biegert (2001): Dieses Kapitel präsentiert praxisorientierte Strategien für die pädagogische Führung im Unterricht.
III. 4 Weitere vertiefende Aspekte: Ergänzende Hinweise zur Schulpädagogik bei ADHS-Kindern.
III. 5 Integrationsklassen: Erfahrungen mit inklusiven Beschulungsformen werden reflektiert.
IV. Neue Behandlungsansätze: Ein Ausblick auf moderne Methoden wie Neurofeedback.
V. Schlussfolgerungen: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung der sozialarbeiterischen Unterstützung und interdisziplinären Zusammenarbeit.
ADHS, Sozialarbeit, Elternberatung, Schulsozialarbeit, Multimodale Therapie, Verhaltensauffälligkeit, Erziehungsberatung, Klassifikation, Komorbidität, Pädagogik, Schüler, Eltern, Intervention, Therapie, Schule
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Kindern mit ADHS und deren Umfeld in den zwei zentralen Lebensbereichen Schule und Familie.
Die Schwerpunkte liegen auf der klinischen Einordnung des Störungsbildes, der Bedeutung der multimodalen Therapie sowie spezifischen pädagogischen Interventionsmöglichkeiten durch Eltern und Lehrkräfte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Beratung und gezielte sozialpädagogische Begleitung ein positiverer Umgang mit ADHS-Symptomen im Alltag erreicht werden kann, anstatt lediglich auf Störfaktoren zu fokussieren.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Auswertung von Klassifikationssystemen, eine Lehrerbefragung sowie ein narratives Interview mit einer Oberstufenkoordinatorin.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ursachen, Diagnostik), die verschiedenen Therapieformen (Elterntrainings, Psychotherapie, Bewegungstherapie) und den Fokus auf den Schulkontext (Schulsozialarbeit, Didaktik).
ADHS, Schulsozialarbeit, Elternarbeit, multimodale Therapie, Verhaltensstörung, Erziehung, Integration und Beratung.
Die Schule wird als zentrale Sozialisationsinstanz betrachtet, in der ADHS-Kinder oft aufgrund von Überforderung oder mangelndem Verständnis ausgegrenzt werden; der Autor fordert hier eine stärkere Kooperation mit der Jugendhilfe.
Eine erfolgreiche Elternarbeit ist durch Akzeptanz des Kindes, feste Strukturen, eine klare Kommunikation und die Entlastung der Eltern von Schuldgefühlen geprägt.
Sie bietet eine alternative, nicht pathologisierende Sichtweise auf ADHS-Symptome, indem sie diese als evolutionsbiologisch hilfreiche Fertigkeiten für Jäger und Sammler interpretiert.
Es dient dazu, Eltern zu verdeutlichen, wie ihre eigene, oft zwangsläufige Reaktion auf ADHS-Verhalten dazu führt, dass sich das problematische Verhalten des Kindes durch Aufmerksamkeit verstärkt.
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